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Betonfertigteile im Hochbau

Betonfertigteile sind heute im Gewerbe- und Industriebau, aber auch im kleinteiligen Hochbau selbstverständlich. In wirtschaftlicher Hinsicht konkurrieren diese aber immer noch mit dem Ortbeton. Die Vorteile der Vorfertigung sind u.a. eine verkürzte Bauzeit, eine größere Präzision, eine höhere Maßgenauigkeit und bessere Oberflächenqualität. Der Architekt muss jedoch wissen, dass die wirtschaftlichen, technischen, logistischen, terminlichen und gestalterischen Aspekte ein komplexes Gefüge bilden, das auch die Planung wesentlich beeinflusst.

Bei Standardprodukten (Doppelwände, Sandwichplatten, Element- und Hohlkammerdecken, etc.) spielen die Transportkosten eine große Rolle. Wirtschaftliche Plattengröße enden bei 4 m Breite und 10 m Länge, deshalb haben auch die Schaltische in der Fertigung diese Abmessungen. Eine hohe Anzahl identischer Bauteile ist heute nicht mehr notwendig, Veränderungen werden computergesteuert umgesetzt. Unikate sind jedoch teuer. Die Individualisierung eines immer gleichen Rohlings dagegen ist eine Alternative. Die Montage von Einbauteilen, z. B. Elektrodosen, Leuchtengehäuse und Bauteilaktivierungen, im Werk bietet sich aufgrund der Arbeitsbedingungen an.

Zur Gestaltung der Oberflächen (z. B. schalungsglatt, strukturiert mit Matrizen, sandgestrahlt, gefärbt, etc.), Kanten (Profilierung der Plattenkante mit Dreikantleisten, Silikonfugen oder Dichtbändern) und  Fugen (bei vorgehängten Fassaden sind sie offen, bei Sandwichelementen geschlossen, Scheinfugen strukturieren die Fassade, etc.) gibt es unterschiedliche Gestaltungsmöglichkeiten.

Die Entwicklung hochfester, selbstverdichtender Betone sowie Faser- und Textilbewehrungen z.B. werden das Bauen mit Beton langfristig verändern. Auch Möbel und Leuchten lassen sich mit diesen Baustoffen fertigen. Neue Bearbeitungsmethoden ermöglichen ein passgenaues Fertigen durch Fräsen, Bohren und Schleifen mit Maßtoleranzen von 1/100 mm. Der Betonfertigteilbau hat den Veränderungsprozess vom groben Serienteil zum Hightech-Produkt vollzogen und kann in manchen Bereichen sogar Stahl ersetzen.

Stichworte:
Dieser Artikel ist aus dem Heft:
DETAIL 6/2012

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