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Bildbau. Schweizer Architektur im Fokus der Fotografie

Unsere Vorstellungen von der zeitgenössischen Architektur beruhen häufig nicht auf Eindrücken, die wir vor Ort gewonnen haben; sie sind vielmehr durch Bilder vermittelt. In einer infolge des «iconic turn» mehr vom Bild als vom Text geprägten Gesellschaft kommt der Fotografie auch zur Vermittlung von Architektur die entscheidende Bedeutung zu.«BILDBAU» ist als Panorama der letzten 25 Jahre Schweizer Architektur konzipiert.  

Ort: S AM Schweizerisches Architekturmuseum, Steinenberg 7, CH-4001 Basel
Eröffnung: 7. Dezember 2012, 19 Uhr
Dauer: 8. Dezember 2012 - 1. April 2013  

Peter Zumthor: Steilneset, Memorial for the Victims of the Witch Trials in the Finmark, Vardø, Norwegen, 2011, Foto: Bjarne Riesto

In der Ausstellung werden Projekte nicht mit Plänen und Modellen, sondern allein durch das Medium Fotografie präsentiert. Dabei treten künstlerische Positionen in Dialog zur Architekturfotografie. Die Präsentation beschränkt sich allerdings nicht auf die Reihung exemplarischer Fotografien, sondern beleuchtet in einem analytischen Teil auch verschiedene Aspekte der Beziehung zwischen Bild und Architektur. Welche Rolle spielen Bilder beim Entwurf? Welche Architekten bevorzugen welche Fotografen? Wie lässt sich dreidimensionale Architektur in zweidimensionale Bilder übertragen? 

Thomas Ruffs grossformatiges Foto des 1987 fertiggestellten Ricola-Lagerhauses von Herzog & de Meuron in Laufen, das 1991 zusammen mit Fotos weiterer Arbeiten der Basler Architekten von Balthasar Burkhard, Margherita Krischanitz und Hanna Villiger in Venedig ausgestellt wurde, bildet den Auftakt der Ausstellung und steht beispielhaft für die um 1990 beginnende Zusammenarbeit von Architekten und Kunstfotografen. Diese lässt sich außer bei Herzog & de Meuron vor allem bei Peter Zumthor nachweisen, dessen Bauten sich zunächst Hans Danuser annäherte und später Hélène Binet. Querbezüge zur Geschichte der Fotografie werden ebenso vor Augen geführt wie die Nähe zu künstlerischen Positionen.

Andreas Fuhrimann, Gabrielle Hächler: Architekten und Künstlerhaus am Fusse des Üetlibergs, Zürich, 2003, Bild: Valentin Jeck

In den beiden Haupträumen des S AM sind in chronologischer Reihenfolge ca. 50 Bauten von Schweizer Architekten zu sehen. Die zwischen 1987 und 2012 entstandenen Gebäude werden mit einer oder mehreren Fotografien präsentiert, wobei es das Ziel ist, im Zusammenspiel aller Fotos die Vielfalt möglicher fotografischer Perspektiven aufzuzeigen. Zwischen dezidiert künstlerischen und eher dokumentarischen Herangehensweisen wird bei der Präsentation bewusst nicht unterschieden. Themeninseln im Raum vermitteln das analytische Rüstzeug, die Bildersequenz an den Wänden zu befragen.

Dabei geht es unter anderem um Bilder im Entwurfsprozess, welche besonders in der Tradition der «analogen Architektur» eine Rolle spielen, die Medialisierung der Architektur in Büchern und Zeitschriften, die unterschiedlichen Optiken der Fotografen und schließlich um die Demokratisierung der Bildproduktion durch Online-Plattformen wie Flickr und deren Folgen. Video-Interviews mit ausgewählten Fotografen und Architekten beschliessen die Ausstellung im letzten Saal und vermitteln – im Anschluss an die analytischen Schnitte des Kuratorenteams – eine persönliche Sicht der Akteure auf das Medium Fotografie, seine Potenziale und Risiken. Für die Ausstellungsarchitektur konnte das junge Basler Architekturbüro Sauter von Moos gewonnen werden.

Anette Gigon, Mike Guyer: Kirchner Museum, Davos, 1992, Foto: Heinrich Helfenstein

Begleitprogramm zur Ausstellung

Öffentliche Führungen durch die Ausstellung:
Jeweils Donnerstag 18-19 Uhr im S AM
13. Dezember 2012, 17. Januar, 31. Januar, 14. Februar, 28. Februar, 14. März, 28. März 2013

Mittwochs-Matinée: 13. Februar 2013, 10-12 Uhr

Begleitend zur Ausstellung erscheint im Februar 2012 im Rahmen der S AM-Reihe eine Publikation beim Christoph Merian Verlag. Diese umfasst neben den in der Ausstellung präsentierten Fotos auch Interviewtexte.

Mario Botta: Chiesa die San Giovanni Battista, Mogno, 1996, Foto: Robert Frank

Weitere Informationen

www.sam-basel.org

Stichworte:
Dieser Artikel ist aus dem Heft:
DETAIL 1+2/2013

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