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BIM und AVA: Software in der Praxis

Der Wunsch vieler Planer: Ist das Gebäude entworfen, sollen automatisch die Baukosten ermittelt und die benötigten Leistungen mit ihren Mengen in Leistungsverzeichnissen für die Ausschreibung zusammengestellt werden. Um einen hohen Automatismus für die Weiterverarbeitung der Daten aus der CAD für AVA und Kostenplanung zu erzielen, sind Standards für die Bemusterung von Bauteilen, Räumen, Anlagen etc. zu definieren. Dazu bietet G&W Software Entwicklung zwei Ansätze. Beim ersten erzeugt die durchgängige AVA-Software
»California.pro« aus dem Gebäudemodell der CAD, z.?B. aus »Archicad«, ein Raum- und Gebäudebuch. Dieses bildet das Projekt bis auf die Ebene von Räumen und Bauteilen mit seinen geometrischen Informationen ab. Bauteile wie Innen- und Außenwände, Decken, Stützen, Treppen,
Fenster und Türen usw. sind für beliebige Ebenen, Zonen oder einzelne Räume mit eigenen Standard-Elementen, DBD-KostenElementen oder mit manuell erstellten Elementen verknüpfbar.

Mittels Variantentausch kann der Kostenplaner verschiedene Ausführungsqualitäten durchspielen und so eine für den Bauherrn optimierte Bauweise vorschlagen. California.pro liefert hierbei die Kosten geometrieorientiert, nach Gewerken, Vergabeeinheiten und nach DIN 276 oder anderen benötigten Kostengliederungsstrukturen. Das System erzeugt aus dem Raum- und Gebäudebuch automatisch die Leistungsverzeichnisse für die verschiedenen Gewerke. Dabei bieten die »DBD-KostenElemente« mit dem »STLB-Bau« und den »DBD-BauPreisen Regional« von Dr. Schiller & Partner einen Einspareffekt. Wichtig für einen interaktiven Planungsprozess ist die Tatsache, dass im Programm die Verbindung zum CAD-Gebäudemodell erhalten bleibt. So werden Änderungen in der Planung automatisch im Raum- und Gebäudebuch, in den Leistungsverzeichnissen und in der Kostenermittlung nach DIN 276 nachgeführt.


Der zweite Ansatz, die BIM-Methode für die kaufmännisch-planerischen Aufgaben Kostenplanung und AVA nutzbringend anzuwenden, macht sich den IFC-Standard zunutze. Dazu haben G&W und Dr. Schiller
& Partner ihre Lösungen über eine Schnittstelle verbunden. Mit dem »DBD-Kosten-Kalkül« erzeugt der Planer mit minimalem Aufwand aus zweidimensionalen Vorlagen ein vollständiges kostenorientiertes Gebäudemodell. Vorlagen können CAD-Pläne, Handskizzen oder Bestandspläne sein, die einzuscannen sind oder in Grafikformaten vorliegen. Der Anwender strukturiert diese dann in Räume. Auf Basis dieser Eingaben erzeugt das DBD-Kosten-Kalkül ein kostenorientiertes, IFC-basiertes digitales Gebäudemodell mit allen Roh- und Ausbauelementen. Das greift in der Regel auf die hinter-legten DBD-Kostendaten zu. Der Anwender kann dieses aber auch mit benutzerspezifischen Daten verknüpfen. Das mit dem DBD-Kosten-Kalkül erzeugte Modell liefert eine detaillierte Kostenberechnung. Das DBD-Kosten-Kalkül verwendet jedoch nicht nur Grafikdaten. Über einen IFC-Import kann der Anwender das Gebäudemodell aller wichtigen CAD-Systeme im Bauwesen ohne Umweg aus der IFC-Datei einlesen. Im Gebäudemodell enthaltene Informationen wie Räume, Bauteile und verknüpfte Bauleistungen mit Orientierungspreisen können auf zwei verschiedenen Wegen in California.pro weiterverarbeitet werden.

Im ersten Fall entstehen, wie von der HOAI 2013 gefordert, automatisch erzeugte bepreiste Leistungsverzeichnisse. Im zweiten Fall wird zunächst ein Gebäudemodell im Raum- und Gebäudebuch in California.pro erstellt. Dazu liest das Programm die komplette Gebäudestruktur ein. Damit stehen dem Kostenplaner sowohl die Elemente – Wände, Stützen, Decken, etc. – als auch die Räume mit ihren Ausstattungen zur Verfügung. California.pro erkennt gleichartige Bauteile und Leistungen und legt entsprechende Varianten an. Dies ermöglicht es, bei der weiteren Planung in der Softwarelösung Ausstattung und Bemusterung zu variieren, anzupassen und in allen betroffenen Elementen oder Räumen zu aktualisieren.

Komplexe Szenarien lassen sich mit dem im Raum- und Gebäudebuch abgebildeten Modell ebenso einfach durchspielen wie schnelle Kostenoptimierungen im Gespräch mit dem Bauherrn. Aus dem Raum- und Gebäudebuch mit dem digitalen Gebäudemodell erzeugt California.pro automatisch die kompletten Leistungsverzeichnisse mit Orientierungspreisen. Änderungen im Modell werden automatisch in den Leistungsverzeichnissen nachgeführt.

California.pro liefert mit diesem auf der BIM-Methodik basierenden Verfahren mit einem vergleichsweise geringen Aufwand präzise, jederzeit nachvollziehbare Kostenberechnungen mit Qualität und Quantität der benötigten Leistungen. Die Kosten stehen sowohl geometrieorientiert im RGB gegliedert nach Lokalitäten, Räumen und Bauteilen zur Verfügung als auch ausführungsorientiert nach Gewerken oder Vergabeeinheiten und auf Knopfdruck auch kostengruppenorientiert, zum Beispiel nach der DIN 276.

Stichworte:
Dieser Artikel ist aus dem Heft:
DETAIL 6/2014

Bauen mit Beton

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