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Mies van der Rohe Business Park

Biophilic Design als ganzheitliches Konzept

Wie diese Ziele zu erreichen sind, wird immer wieder hinterfragt. So veränderten sich in der letzten Dekade die baulichen Strukturen moderner Büros rapide und in immer kürzeren Zyklen. Wurden vor knapp 10 Jahren für viele Bürostrukturen Zellenbüros präferiert, sind es heute zunehmend zonierte Großraumbüros. Diese Entwicklung ist die logische Folge sich verändernder Arbeitsmodelle. Die Mitarbeiter in einem Unternehmen sind durch vernetzte Arbeitsweise, dezentrale Unternehmensstrukturen und voranschreitende Digitalisierung nicht mehr an ihre Schreibtische gebunden. Das Arbeiten wird damit überall möglich, die Kommunikation kennt keine räumlichen Grenzen. Hinzu kommen neue Arbeitszeitmodelle, die Teilzeit und Home-Office, Sabbaticals oder Desksharing ermöglichen.

Im Ergebnis sind es vor allem die sich aus der Digitalisierung ergebenden Veränderungen, die eine wachsende Flexibilität von Unternehmern wie Mitarbeitern fördern aber auch fordern. Die Verantwortung für die Gesunderhaltung von Mitarbeitern und Unternehmen ist daher groß wie nie; nicht jeder kann mithalten im Marathon zwischen Familie, anspruchsvoller Arbeit, Freizeitstress. Ganzheitliche Planungskonzepte, die sowohl Unternehmensentwicklung, Umweltaspekte, soziales Engagement, Mitarbeiterwünsche und Unternehmenskultur fokussieren, können diese Verantwortung nachhaltig tragen.

Interface hat die Notwendigkeit zukunftsfähiger Arbeitsmodelle schon vor vielen Jahren erkannt und in seiner Strategie des Biophilic Design verankert. Dieser Ansatz ist nicht neu. Der deutsch-amerikanische Psychoanalytiker Erich Fromm führte den Begriff Biophilie (bios = Leben,  philia = Liebe) in seinem Buch »Die Seele des Menschen« 1964 ein, Soziobiologe Edward O. Wilson stellt seine Theorie dazu im Jahr 1984 vor. Trotz des einerseits psychoanalytischen, andererseits evolutionsbiologischen Denkansatzes der Forscher tragen beide Theorien einen identischen Kern: Das Leben ist zu achten, zu fördern und zu schützen und der Mensch soll mit der Natur verbunden sein.

Die Vereinten Nationen schätzen, dass bis 2030 fast 60 % der Weltbevölkerung in Städten, in Megacities, leben werden. Der Wunsch nach Naturverbundenheit inmitten unkontrolliert wachsender urbaner Strukturen wird damit größer, die Biophilie trifft den Nerv der Stadt-Bewohner. Die Zeichen der Zeit geben dem amerikanischen Unternehmen Interface also recht: die Besinnung auf ökologische, soziokulturelle und gesellschaftliche Werte ist »en vogue«. Jedes erfolgreiche Unternehmen muss hierzu einen Standpunkt beziehen und seine Meinung vertreten. Aber die Philosophie des Biophilen im eigenen Unternehmen bewusst zu leben und am deutschen Unternehmensstandort in Krefeld zu verankern, ist recht ungewöhnlich. Doch das ist prototypisch für Interface. So will das Unternehmen zum Beispiel bis zum Jahr 2020 im Zuge seiner »Mission Zero« vollständig nachhaltig sein. 

»Biophilic Design ist ein ganzheitliches Konzept. Es geht weit darüber hinaus, einige Grünpflanzen im Büro zu platzieren und für ausreichend Tageslicht zu sorgen«, betont Anne Salditt, Marketing Managerin Deutschland bei Interface. »Uns ist wichtig, dass wir Elemente aus allen Bereichen des Biophilic Designs in der Gestaltung unserer Geschäftsräume berücksichtigen. Dazu gehört die Integration natürlicher Elemente im Innenraum, Natur mit Hilfe von Analogien zu zitieren und auch im Innenraumkonzept dem instinktiven Bedürfnis nach z.B. Rückzug (Refuge) oder Weitsicht (Prospect) gerecht zu werden. So kann sich das ganze Potenzial einer optimalen Arbeitsumgebung entfalten«, erläutert sie weiter.

Der neue Unternehmensstandort im Mies-van-der-Rohe-Business-Park Krefeld ist nach den von Terrain bright Green entwickelten »14 Patterns of Biophilic Design« geplant und realisiert worden. Wenn im November die neuen Büros bezogen sind, werden sie als Case Study erstmals in Europa erlebbar sein. Die 14 Patterns definieren die wichtigsten natürlichen Elemente, die das Wohlbefinden, die Gesundheit und die Kreativität positiv beeinflussen. Das Biophilic Design lässt sich in insgesamt drei Bereiche gliedern: »Natur im Raum«, »Naturanalogien« sowie »Natur des Raumes«. Jede Kategorie umfasst verschiedene Pattern. Interface setzt in Krefeld konsequent Elemente aus allen drei Kategorien für sein ganzheitliches Konzept um, was sich vor allem positiv auf die Mitarbeitermotivation und das Wohlbefinden auswirken soll. Marketingmanagerin Anne Salditt resümiert: »Wir sehen in der konsequenten Realisierung hier in Krefeld die einmalige Chance, Biophilic Design erlebbar zu machen, Verbundenheit zu Natur und Umwelt zu zeigen. Auf die Resonanzen sind wir sehr gespannt.« Besuchen kann die Büros jeder, der Interesse an den Produkten, den Ideen des Biophilic Designs oder am Schaffen des Architekten Mies van der Rohe hat. Anne Salditt lädt nach Krefeld ein: »Wir wurden von Stadt und Business-Park mit offenen Armen empfangen. Von dieser Herzlichkeit möchten wir in Zukunft gern etwas zurückgeben.«

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