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Le Monde-Hauptsitz in Paris, Snøhetta, SRA Architectes, Foto: Jared Chulski

Brückenschlag in die Zukunft: Le Monde-Hauptsitz in Paris

Ein Bürohaus wie ein riesiger Brückenbau – mit dieser Lösung überraschte Snøhetta seinen späteren Auftraggeber Groupe Le Monde beim Wettbewerb um dessen neuen Verwaltungssitz 2015. Das Medienhaus hatte beschlossen, seine sechs zuvor über die ganze Stadt verteilten Redaktionen hier an einem einzigen, verkehrsgünstig gelegenen Standort zusammenzuziehen. Der Bahnhof Gare d’Austerlitz ist gleich nebenan, ins Zentrum ist es nicht weit und die Nationalbibliothek von Dominique Perrault ist auch nur ein paar Blocks entfernt. Wenn in ein paar Jahren eine Fußgängerbrücke über das benachbarte Gleisbett eröffnet wird, wird der Le-Monde-Hauptsitz tatsächlich so etwas wie das Eingangstor zum 13. Arrondissement sein. Derzeit führt die große Geste noch etwas ins Leere. Doch sie hatte handfeste konstruktive Gründe: Nur an den beiden Enden des Bauplatzes konnten Lasten in den Untergrund abgetragen werden. Dazwischen überbrückt das Haus, das Snøhetta zusammen mit dem Pariser Büro SRA zur Baureife gebracht haben, einen Teil der Bahnhofsgleise.

In seinem Inneren verbirgt sich daher eine komplizierte Stahlkonstruktion. Die Längsseiten des Hauses mit seiner verpixelten, aus unterschiedlich mattierten Gläsern gefügten Doppelfassade sind konkav ausgeschnitten. Als Passant hat man so den Eindruck, von dem Neubau umgeben zu sein, auch wenn man außen davorsteht. Beidseits des Vor- oder vielmehr Darunter-Platzes führen zwei Haupteingänge ins Haus – ein halböffentlicher, der in ein Foyer mit Läden, Gastronomie und zweigeschossigem Auditorium führt und ein zweiter nur für die Angestellten. Aus den Eingangszonen führen Treppen teils direkt auf der Oberseite des Bogens in die Obergeschosse. Die zweite bis siebte Etage sind den Redaktionsräumen vorbehalten, die Geschosse vier und fünf dem Flaggschiff des Hauses, der Tageszeitung Le Monde. Eine doppelläufige Wendeltreppe verbindet diese Ebenen miteinander. Ganz oben, unter dem mit Photovoltaik belegten Dach, öffnen sich zwei Freiterrassen an den beiden Längsseiten. Insgesamt bietet der Le-Monde-Hauptsitz auf 23000 m2 Platz für 1600 Mitarbeiter, von denen in Corona-Zeiten meist nur ein Drittel pro Tag anwesend war. Als überdimensioniert will Le-Monde-CEU Louis Dreyfus sein neues Haus trotzdem nicht bezeichnen – man werde nach Ende der Pandemie sobald als möglich wieder die Anwesenheit der Redaktionen verstärken. Der unumgehbare Trend zum gelegentlichen Home-Office könne aber dazu beitragen, die sonst in Großraumbüros herrschende, stressfördernde Personendichte und den Schallpegel etwas zu dämpfen.

Weitere Informationen:

Innenarchitektur: Snøhetta, Archimage
TGA-Planung: Barbanel
Fassadenplanung: Arcora
Bauunternehmen: Eiffage Construction, Goyer Glauser, AAB (Bogenverkleidung)

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