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Floating Office Rotterdam, Powerhouse Company, Foto: Marcel IJzerman

Büro auf dem Wasser: Floating Office Rotterdam von Powerhouse Company

Hausboote sind in den Niederlanden ein allgegenwärtiges Phänomen. Dreigeschossige Büroboote dagegen weniger. Ein solches ist nun im Rotterdamer Hafen vor Anker gegangen. Vor der Halbinsel Kop van Zuid, nur einen Steinwurf von Rem Koolhaas‘ Hochhaus „De Rotterdam“ entfernt, ist das Floating Office Rotterdam gewissermaßen das ultimativ non-territoriale Büro: ein schwimmendes Gebäude auf Zeit, das jederzeit wieder abgebaut und an anderer Stelle neu errichtet werden könnte.
In den kommenden Jahren wird es unter anderem einem Nutzer dienen, dessen weltweiter Aktionsradius perfekt zum Charakter des Hauses passt: Das 2018 gegründete Global Center on Adaptation (GCA) soll weltweit Lösungen zur Anpassung an den Klimawandel voranbringen. Dahinter stehen prominente Persönlichkeiten: Der ehemalige UN-Generalsekretär Ban Ki-Moon ist stellvertretender Vorsitzender der Nichtregierungsorganisation. An ihrer Gründung waren unter anderem Bill Gates und IWF-Direktorin Kristalina Georgieva beteiligt.

Skelettkonstruktion aus mächtigen Leimbindern
Das Floating Office basiert auf einer Skelettkonstruktion aus mächtigen Leimbindern mit aussteifenden Brettsperrholzdecken und -wänden. Die 22 m langen Deckenbalken in Gebäudequerrichtung sind in einem Stück gefertigt, um die Bauzeit für die Holzkonstruktion zu verkürzen. In das Deckenraster sind Heiz- und Kühldeckenpaneele eingehängt, hinter denen sich die Technikleitungen verbergen. Die Fassaden sind großflächig verglast und werden durch auskragende Balkone und Dachflächen verschattet. Die Nordseite des Satteldachs ist begrünt, auf der Südseite wurde eine 900 m2 große Photovoltaikanlage installiert, die das Haus zum Plusenergiegebäude macht. Heizwärme und Kälte zum Kühlen bezieht das Haus direkt aus dem Hafenwasser, auf dem es schwimmt. Dazu wurden die 15 Betonpontons, auf denen das Gebäude steht, mit integrierten Wasserleitungen versehen, die im Sommer die Kälte und im Winter die Wärme aus dem Hafenbecken aufnehmen. Auch die Technikräume für das Gebäude sind in den Pontons untergebracht. Eine Ausnahme bilden die Transformatoren der PV-Anlage, die aus Sicherheitsgründen an Land positioniert sind.
Sollte an dem Neubau einmal etwas nicht funktionieren, ist der Beschwerdeweg kurz: Auch die Architekten der Powerhouse Company und der Projektentwickler RED Company, den Powerhouse-Mitbegründer Nanne de Ru 2015 ins Leben rief, haben im Floating Office ihre Büroräume bezogen.

Weitere Informationen:

Projektentwickler: RED Company
Projektsteuerung: DVP
Finanzierung: ABN Amro
TGA-Planung: Roodenburg Groep
Bauunternehmen: FOR Building VOF

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