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Ansicht Roche

Büroturm im Minergiestandard

Direkt am Autobahndreieck zwischen Zürich, Luzern und Gotthard gelegen ist der dynamisch wachsende Standort Rotkreuz nicht nur verkehrsgünstig ideal angebunden, das Firmenareal bildet auch den markanten Blickfang in der Sichtachse der drei Autobahnen. In dem Büroturm werden die bisher auf verschiedene Gebäude verteilten Verwaltungseinheiten zusammengefasst, mit der Positionierung gegenüber dem Flachbau des Betriebsrestaurants entsteht ein begrünter künstlerisch gestalteter Platz als zentraler Bezugspunkt auf dem Gelände.

sämtliche Fotos: Frank Kaltenbach
Bei bedecktem Himmel oder in verschatteten Bereichen erscheint die Oberfläche der CCF-Fassade flächig glatt. Im flachen Streiflicht wird der plastische Aufbau der Kasetten aus einer VSG Scheibe, 19 mm Zwischenraum mit integrierten Sonnenschutzlamellen und innen liegender Dreifach-Wärmeschutzverglasung deutlich.
Die Fassade läuft ungestört ringsum das Gebäude. Die Vordächer für Haupteingang und Personaleingang sind frei davorgestellt und nur über wenige Verbindungsdorne am Gebäude befestigt.
Im zweigeschossigen Foyer zeigen sich die V-und A-förmigen Stahlbeton-Fertigteilstützen nicht nur an der Fassade, sondern auch in Raummitte seitlch der Aufzüge. Diese Sonderstützen fangen die Lasten der darüber liegenden Bürokerne ab, die im Erdgeschoss in zwei Kerne aufgeteilt werden, um dazwischen eine direkte Verbindung vom Haupt- zum Personaleingang zu ermöglichen. Während der Boden in den Büros mit sandfarbenem Teppich belegt ist, bildet der dunkle rotbraune Naturstein im Foyer eine robuste und vornehme durchgehende Oberfläche.
In den Regelgeschossen führt das rautenförmige Tragwerk entlang der Fassade zu verschiedenen Geometrien mit unterschiedlichen Ecklösungen. Der alternierende Rhythmus aus A-Stützen im einen Geschoss und V-Stützen im darüberliegenden sorgt für räumliche Vielfalt.
Die Außenseite der Kerne bleibt mit den perfekt geschalten Strukturen aus selbstverdichtendem Beton naturbelassen, die Innenwände sind mit Paneelen aus hellem Holz beplankt.
Ein horizontal raumgliederndes und vertikal verbindendes Element sind die Spindeltreppen aus massiver Raucheiche, die jeweils zwei Geschosse miteinander verbinden.
Die perforierten Sonnenschutzlamellen sorgen für einen niedrigen g-Wert von 10%, ermöglichen aber auch in geschlossener Stellung die Aussicht und liefern horizontal gestellt reizvolle Schatteneffekte.
Dezentrale Fassadenlüftungsgeräte sind in den Boden integriert. Die Ansaugung der Frischluft erfolgt durch horizontale Schlitze an den Stirnseiten der Geschossdecken.

Um in dem komplett geschlossenen Fassadenelement das Auftreten von Kondensat an der Außenscheibe zu vermeiden, wird der Fassadenzwischenraum jedes Elements über ,einen dünnen Schlauchanschluss, der wiederum an ein Druckluftverteilnetz angeschlossen ist, konstant mit gereinigter und getrockneter Luft versorgt. Da der benötigte Druck sich im Millibarbereich bewegt, kann der Überdruck über Undichtigkeiten entweichen. Empfindliche Komponenten, wie der Motor und die Steuermodule des Sonnenschutzbehangs, sind außerhalb des Elements angeordnet und von der Raumseite her zugänglich.
Den schönsten Blick auf die umgebenden Berge und Seen kann man von der zweigeschossigen Sky Lounge aus geniesen. Hier auf den obersten zwei Geschossen befindet sich ein Auditorium und der Boardroom des Vorstands.
Stichworte:
Dieser Artikel ist aus dem Heft:
DETAIL 4/2011

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