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Dominique Coulon & Associés, Schulzentrum Colombes, Foto: David Romero-Uzeda

Buntes Universum: Schulkomplex Simone Veil

Der Schulkomplex im französischen Colombes, zehn Kilometer nordwestlich des Pariser Stadtzentrums, fügt sich passgenau in die vorhandene Parzelle und die urbane Stadtsituation ein. Bauliche Gegebenheiten wie die angrenzende Trambahnhaltestelle nimmt er in seine Kubatur auf und interagiert auf diese Weise spielerisch mit dem Außenraum. Dagegen schafft ein introvertierter Hof einen ganz neuen und von den Architekten als »Universum« bezeichneten Innenraum. Durch das – im Verhältnis zum Raumprogramm – sehr kleine Grundstück befinden sich die Grundschule, Spielplätze und Gärten ganz unkonventionell auf dem Dach. Abgeschieden und ohne Blickbezug zur umliegenden Bebauung sind die Kinder so nicht nur geschützt, sondern vor allem unter sich. Funktionseinheiten wie die Sporthalle, die Kantine, die Bücherei und andere Einrichtungen für das Wohlergehen der Schüler befinden sich überwiegend im öffentlicheren Erdgeschoss.

Bauliche Winkel, Rücksprünge, Farben und Materialien spielen mit der Belichtung und der allgemeinen Erscheinung des Baukörpers. Damit wird die Tiefe des Gebäudes kaschiert und belebt. Verschiedenste Patios schaffen unterschiedliche Raumsituationen, gliedern und verändern den Gebäudekörper und bringen auf unterschiedlichste Weise immer wieder natürliches Licht ins Innere und die unteren Geschosse. Die Transparenz der zum Hof gewandten Erdgeschossfassaden erlaubt mehr Belichtung und das Gefühl von Öffentlichkeit bis hin zu den Erschließungszonen. Während sich diese für die größeren Kinder mit natürlichen Materialien zu erkennen geben, sollen sich die kleinen an knalligen Rottönen orientieren. So entsteht ein relativ plakatives Konzept: Beton und Holz für die Großen, Farbe für die Kleinen.

Raue, naturbelassene und naturgeformte Holzlamellen schmücken die zur Stadt gewandten Fassadenseiten und stehen so im Kontrast zu den sonst glatten und farbigen Wänden. Im Wechsel von  Natürlichkeit und kräftigen Farben transformiert sich der Raum zu einem ungewöhnlichen, kreativen Ort mit naturbezogenen Elementen. Wiederholungen galt es zu vermeiden und so erscheint nicht nur jeder Raum einzigartig, an Kreuzungspunkten der Erschließungsbereiche ergeben sich auch immer wieder andere Orte zum Zusammenkommen und Verweilen. So gelingt den Architekten eine Ordnung in der Unordnung – ein spielerisches Chaos mit System.

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weitere Informationen:

Architekten: Dominique Coulon, Olivier Nicollas
Assistenz: Guillaume Wittmann, Emilie Brichard, Jean Scherer
Programm: Grundschule 12 Klassenräume, Vorschule 9 Klassenräum, Sporthalle, Mensa
Budget: 16 300 000 € H.T
Fotos: Eugeni Pons, Guillaume Wittmann, David Romero-Uzeda

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