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CaReWood – Einsatz von Altholz

Im 2017 abgeschlossenen Projekt Cascading Recovered Wood, kurz CaReWood, wurden durch ein internationales Konsortium aus 15 Projektpartnern, darunter 7 Partner in Deutschland unter Koordination des Bereichs Holzforschung der TU München, die Rahmenbedingungen erforscht, um Altholz aus der Baubranche für die Wiederverwendung aufzubereiten.

Ganz im Gegensatz zur gängigen Handhabung, Altholz meist für die thermische Verwertung zu nutzen oder für die Verwendung als Spanplatten zu schreddern, haben die Forscher herausgefunden, dass sich große Gebrauchtholzstücke ohne Qualitätsverlust auch für hochwertige Nutzungen wie den Haus- oder Möbelbau nutzen lassen. Dazu wurden im Projekt die nötigen Messtechniken zur Erkennung der Kontaminationen im Altholz und die Verfahren zur Oberflächenreinigung entwickelt.

Die im Projekttitel geforderte Kaskadennutzung hat die Verwendung des Holzes über mehrere Stufen zum Ziel. Anstatt das Altholz also bereits in der zweiten Stufe durch Verbrennung aus dem Kreislauf zu nehmen, soll es einem oder mehreren weiteren Nutzungszyklus zugeführt werden. Laut den Wissenschaftlern fallen bei einem Gebäuderückbau große Mengen an Bauholz in hervorragender Qualität für das Recycling an. Selbst Hölzer die nach der Altholzverordnung als potenziell belastet gelten, sind demnach meist auch geeignet. Diese Holzabfälle enthalten entweder Kunststoffe, schwermetallhaltige Farben oder Holzschutzmittel auf ihren Oberflächen oder im Holzinneren. »Selbst in diesem oberflächlich kontaminierten Lignocellulosematerial befindet sich eine nicht unbeträchtliche Menge verwertbaren Holzes, das es durch adäquate Trenn- und Sortierverfahren zurückzugewinnen gilt«, «, erläutert Peter Meinlschmidt, Wissenschaftler am Fraunhofer-Institut für Holzforschung WKI. Aufgabe des Fraunhofer WKI war es, die Messtechniken zu identifizieren, um Kontaminationen im Holz zu erkennen und effiziente Verfahren zur Oberflächenreinigung wie Bürsten, Sandstrahlen, Hobeln oder Sägen zu erforschen.

Durch verschiedene Techniken wie Röntgenfluoreszenz, LIBS (Laser Induced Breakdown Spectroscopy), GC-Faims-Technik (Gas Chromatography-Field Asymmetric Ion Mobility Spectrometry) oder der Nahinfrarotspektroskopie, konnten die Wissenschaftler feststellen, ob und wie tief die Hölzer kontaminiert sind und wie viele der Deckschichten abgetragen werden müssen. Dabei fanden sie heraus, dass die meisten Holzarten – unabhängig davon, ob Holzschutzmittel, Kunststoffe oder Lacke eingesetzt wurden – frei von Giftstoffen sind, sobald einige Millimeter der Deckschicht abgetragen wurden. Neben dem Schadstoffgehalt wurden auch die mechanischen Eigenschaften der Hölzer, also deren Querzug- und Biegefestigkeit, geprüft.

Der Gebrauchtholzmarkt erlebt aktuell einen Boom. Die Vorteile für den Einsatz von Recyclingholz liegen natürlich bei den Umweltaspekten und der Ressourceneffizienz, aber auch bei der Qualität des Altholzes. »Für den Upcycling-Gedanken spricht, dass Altholz oftmals von besserer Qualität mit besseren mechanischen Stabilitäten ist, da Baumbestände früher langsamer gewachsen sind als in den letzten Jahrzehnten angepflanzte Wälder«, erläutert der Physiker Peter Meinlschmidt. Die schon lange geforderte Novellierung der Altholzverordnung, die für 2018 erwartet wird, soll dann auch die stoffliche Verwertung einer energetischen Verwertung vorziehen, was die CaReWood-Projektpartner sicherlich freuen wird.

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