You are using an outdated browser. Please upgrade your browser to improve your experience.

print article Artikel drucken

Container für Ateliers, Wintergärten und Gästezimmer in München

Aufgabe ist es, in den 1960er und 1970er Jahren entstandene Wohnquartiere entlang des Mittleren Rings, einer stark befahrenen und lärmbelasteten Hauptverkehrsstraße, zukunftsfähig neu zu gestalten. Auf städtebaulicher Ebene bedeutet dies, durch Nachverdichtung die Quartiere neu zu ordnen und den Lärmschutz zum Straßenraum hin zu stärken. Auf Gebäudeebene sollen neue Typologien das Wohnungsangebot im Bestand ergänzen.

Die bestehenden Gebäudezeilen sollen energetisch saniert und gegebenenfalls aufgestockt werden. Es soll ein architektonisch anspruchsvolles Quartier mit einem vielfältigen Angebot für unterschiedliche Bewohnergruppen entstehen. Die Wettbewerbsteilnehmer des Europan 12 sind aufgefordert, innovative Ideen zu Lärmschutzmaßnahmen zu entwickeln, die gleichzeitig ein Plus an Wohnwert und Lebensqualität für die Bewohner bereitstellen. Die Lage der Lärmschutzbebauung im Süden stellt hierbei eine besondere Herausforderung dar und erfordert neue, intelligente Lösungen.

Gewinner: Wohnen am Ring
Team: Joost Hartwig, Ingo Lenz, Nikola Mahal, Patrick Pick, Johanna Henrich, Isabell Passig, Michael Keller, Matthias Hampe (alle Deutschland)

Das Entwurfskonzept „Wohnen am Ring“ zeigt, wie mit wenigen Mitteln die Qualität des Bestandes erhalten und mit Neubau weiterentwickelt werden kann. Zwischen die Verlängerung der bestehenden Zeilen wird ein multifunktionales Regal aus Containern gestellt, welches für den Lärmschutz der dahinter stehenden Flächen sorgt und gleichzeitig neuen Nutzungsmix in Form von Ateliers und Arbeitsräumen, Gästezimmer und grüne Wintergärten anbietet. Dadurch entsteht eine neue Identität am Ring, die neugierig macht. Durch die geringe bauliche Intervention am Ring bleiben Zukunftsoptionen offen, sollten sich durch den Rückgang des Verkehrs neue Möglichkeiten für Wohnen am Ring eröffnen.

Die Jury war beeindruckt von der Schlichtheit des Projekts und der Tatsache, dass die Gesamtidee eine Vielzahl funktionaler Lösungen, bis hin zur Installation eines Schwimmbads in der oberen Etage des Anbaus, zulässt. Die einfache Geste einer Ergänzung eines schmalen Streifens von durch Laubengänge verbundenen Baukörper, die unter anderem für gemeinschaftliche Zwecke genutzt werden können und gleichzeitig Schallschutz bieten, ohne den Lichteinfall auf der Südseite zu behindern, wurde einhellig positiv aufgenommen.

Kritisch angemerkt wurde dagegen der skizzenartige Charakter des Konzepts. Die Jury ist davon überzeugt, dass dieses im Fall einer Realisierung des Projekts, einer weiteren Vertiefung und stärkeren Ausarbeitung in den gemeinsam mit dem Bauherren und den künftigen Bewohnern der Anlage durchgeführten Workshops bedarf. Insgesamt ein Konzept, welches spielerisch auftritt und schnell neue Qualitäten verspricht, ohne den temporären Charakter zu verleugnen.

Stichworte:
Aktuelles Heft
DETAIL 3/2019
DETAIL 3/2019, Forschung und Lehre

Forschung und Lehre

Zum Heft
Shop-Empfehlung
Anzeige

ARCHITEKTUR & DESIGN

Detail Newsletter

Wir informieren Sie regelmäßig über internationale Projekte, Neuigkeiten zu Architektur - und Designthemen, Research und aktuellen Veranstaltungen in unserem Newsletter.