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Vierseithof, Obing, Bayern, Kulturdenkmal, Sanierung, Umbau, Bauphysik, Wärmedämmung, Feuchteschutz, Isover

Dämmung und Feuchteschutz für ein umgebautes Kulturdenkmal

Bei der Sanierung des Gutshofs in Obing legten die Planer ein besonderes Augenmerk auf die neue Konstruktion des rund 1.800 m2 großen Steildaches. Der historische Dachstuhl, der eine gute ursprüngliche Bausubstanz aufwies, wurde mit leistungsfähigen Dämmlösungen kombiniert. Dennoch sollte aus Denkmalschutzgründen das Dach nicht wesentlich an Höhe gewinnen, was einen Einbau der gesamten Dämmung im Inneren zur Folge hatte.

Feuchteschutz in der Dachkonstruktion
Die Dacheindeckung aus Titan-Zinkblech ist mit einem Diffusionswert (sd) von rund 1.500 m diffusionsdicht. Für einen zuverlässigen Feuchteschutz in der Dachkonstruktion sorgt nun zum einen eine Hinterlüftungsebene, zum anderen eine intelligente und hochleistungsfähige Klimamembran zwischen den verschiedenen Dämmlagen. Hierzu wurde die Zinkblecheindeckung auf eine neue Massivholzschalung verlegt, die mittels Traglattung in einem Abstand von 40 mm auf die bestehende, 25 mm dicke Massivholzschalung aufgebracht wurde. Deren Oberseite ist zuvor mit einer neuen diffusionsoffenen Schalungsbahn ausgestattet worden.

Nichtbrennbare Dämmstoffe
Zur Verlegung einer 180 mm starken Zwischensparrendämmung, die später von einer zusätzlichen Untersparrendämmung ergänzt wurde, mussten die Sparren lediglich mit einer 60 mm starken Aufdopplung von 120 mm auf die erforderlichen 180 mm gebracht werden. Einige Sparren erhielten zudem an ihren Flanken eine statische Ertüchtigung aus 6 x 18 cm Kanthölzern. Da die Planer generell mit nichtbrennbaren Dämmstoffen arbeiten, die einen Schmelzpunkt von über 1.000 ºC besitzen, sollte für die Bewohner sowie für alle verarbeitenden Gewerken, insbesondere den Trockenbauern, ein Maximum an Sicherheit gewährleistet werden.
 
Bauphysikalische Unterstützung für die Planer
Gleichzeitig musste eine zuverlässige Rücktrocknung des Steildachaufbaus nach innen gegeben sein. Technische Unterstützung lieferten Anwendungstechniker und Dämmstoffspezialisten von Saint-Gobain Isover. Diese führten unter anderem eine dynamische, feuchteschutztechnische Bewertung gemäß WUFI durch, auf deren Basis dann der konkrete, nachgewiesen sichere Dachaufbau geplant und umgesetzt werden konnte.

Lösungen zur Wärmedämmung und Rücktrocknung
Zwischen die Sparren verlegten die Trockenbauer des verantwortlichen Ausbauunternehmens zunächst eine Lage des nichtbrennbaren Isover Ultimate Klemmfilz-035. Dieser unterstützt die Leistungsfähigkeit der Dachkonstruktion durch wärme-, schall- und brandschutztechnische Eigenschaften. Zur Sicherstellung der Luftdichtheit kam die feuchteadaptive Dampfbremse Isover Vario XtraSafe zum Einsatz. Durch eine hohe sd-Wertspreizung von 0,3 bis 25 m sichert diese laut Hersteller auch bei starken Temperaturschwankungen eine exakte Umschaltung zwischen dampfbremsender und diffusionsoffener Funktion. In den Sommermonaten kann so etwaige Feuchtigkeit im Dachstuhl in die Innenräume entweichen und die gesamte Konstruktion rücktrocknen.

Gerade bei der Verlegung von Dampfbremsen in historischen Bauwerken gilt es, viele Anschlussdetails zu lösen und zahlreiche Durchdringungen abzudichten, da die Wände meist nicht absolut gerade sind. Systeme wie Vario von Isover bieten für verschiedene Untergründe gut haftenden Klebe- und Dichtmassen. So kam beim umgebauten Gutshof in Obing auch erstmals das neue überputzbare Anschlussband Vario Bond für den Anschluss von Dampfbremse, Fenster und Türen an das verputzte Mauerwerk zum Einsatz. Um die wärmedämmenden Eigenschaften der neuen Dachkonstruktion weiter zu verbessern, verlegte das Ausbauteam anschließend eine 100 mm starke Lage des Ultimate Klemmfilz-035 als Untersparrendämmung. Die Dämmung wurde hierfür auf die zuvor rund 12 cm tief abgehängte Unterkonstruktion und die diffusionsoffene Innenbekleidung aus Gipskartonplatten gelegt. Das Zusammenspiel aus Hinterlüftungsebene von außen sowie der feuchteadaptiven Dampfbremse und der diffusionsoffenen Dämmstoffe im Inneren schützt vor einer Feuchteakkumulation in der Konstruktion. Darüber hinaus bietet der Dachaufbau ein behagliches Innenraumklima und sorgt für niedrigere Heizkosten.

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