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Paul Laurendeau, Amphithéâtre Cogeco, St.-Lorenz-Strom, Trois-Rivières, Stahl, Flugdach, Bühnenturm, Freilufttheater, Marc Gibert, Kanada

Das Dach als Wahrzeichen: Freilufttheater in Trois-Rivières

Trois-Rivières liegt rund 100 km nordöstlich von Montreal am St.-Lorenz-Strom und gilt als älteste Industriestadt Kanadas. Vor allem die Metall- und die Papierherstellung haben den Ort in der Vergangenheit geprägt. Auch an der Mündung der Rivière-Saint-Maurice in den St.-Lorenz-Strom stand früher eine Papierfabrik. 2009 beschloss die Stadtregierung anlässlich des 375. Stadtgeburtstages, auf dem exponierten Areal ein Freilufttheater für rund 9000 Zuschauer zu errichten. Zwei Jahre später gewann Paul Laurendeau den Architektenwettbewerb mit einem Entwurf, der vor allem durch sein riesiges Flugdach Zeichen setzt: 80 x 90 Meter misst die Stahlkonstruktion, die auf der Unterseite mit weinroten Metallpaneelen verkleidet ist. Der bestuhlte Zuschauerraum unter dem großen Dach umfasst 3300 reguläre und 200 Logenplätze. Weitere 5200 Zuschauer können dahinter auf einer geneigten Rasenfläche Platz nehmen. Auf der Flussseite endet der Zuschauerbereich mit einer rund 6 m hohen Betonwand, an der weithin sichtbar der Name der Stadt in schwarz gestrichenen Buchstaben aus Brettsperrholz angebracht ist. 

Der betonierte Bühnenturm hat die gleiche Höhe wie das Flugdach und ist außen mit Metallpaneelen in drei Rottönen verkleidet. Die Bühnenöffnung lässt sich mit einem wärmegedämmten Tor verschließen, das von oben über Seilzüge herabgelassen wird. Auf diese Weise ist der Bühnenraum im Winterhalbjahr für Kleinkunst- und Firmenveranstaltungen nutzbar. Im Nordwesten ist dem Bühnenturm ein zweigeschossiger Trakt mit Büros, Garderoben und Lagerräumen vorgelagert. An seinem Westende, Richtung Stadtzentrum, öffnet er sich mit einem voll verglasten Foyer, das ebenfalls für Veranstaltungen fremd vermietet wird. Eine ähnliche Material- und Farbpalette wie außen prägt auch das Gebäudeinnere. Das Foyer erhielt eine Decke aus schwarzen Metallpaneelen und einen polierten Betonfußboden. Auch in der Theaterbar dominiert Schwarz, während rote Wandflächen den internen Erschließungszonen im Backstage-Bereich viel von ihrer Nüchternheit nehmen.

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Weitere Informationen:

Ausführungsplanung: Paul Laurendeau, François Beauchesne
Bühnentechnik: Guy Simard, Trizart Alliance
Akustik: Octave acoustique Inc.
Tragwerksplanung: Stantec, Pluritec

Eine ausführliche Print-Dokumentation zum Thema »Bühnenbauten« finden Sie in unserer Ausgabe DETAIL 3/2018.

Dieser Artikel ist aus dem Heft:
DETAIL 3/2018

Konzept: Bühnenbauten

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