You are using an outdated browser. Please upgrade your browser to improve your experience.

print article Artikel drucken
Mole House, London, Adjaye Associates

Das Erbe des Maulwurfmanns: Umbau des Mole House in London

Dass Einfamilienhäuser etwas über ihre Bewohner aussagen, ist normal. Doch nur selten leben diese ihre Vorlieben so exzessiv aus, wie William Lyttle, der in London als „Mole Man“ – deutsch: Maulwurfsmann - bekannt wurde. Mehr als 40 Jahre lang hatte der Bauingenieur sein geräumiges Haus im Stadtteil Hackney bewohnt und darunter ein verzweigtes Tunnelsystem angelegt. Nach seinem Tod 2010 ließen die lokalen Baubehörden die Gänge mit 2000 Tonnen Leichtbeton verfüllen, da inzwischen auch die Standsicherheit der Nachbargebäude gefährdet war.

Jahre später wurde die Künstlerin Sue Webster auf das halbzerfallene Haus aufmerksam und beauftragte das Büro von David Adjaye, hier gemeinsam mit ihr ihre Vorstellungen vom Wohnen und Arbeiten unter einem Dach zu realisieren.

Von der Straße aus ist die wahre Gebäudegröße kaum zu erkennen: Der frei stehende, kubische Baukörper ist niedriger als die umliegenden Reihenhäuser, da das Dachgeschoss während des jahrelangen Leerstands einem Brand zum Opfer fiel. Die Gliederung der beiden Obergeschossfassaden ist dagegen noch so symmetrisch wie zuvor; sogar die für Londoner Reihenhäuser typischen Erker haben die Architekten mit modernen Profilsystemen nachgebaut. Darüber betont ein weit auskragendes Betongesims die Horizontale. Fast 15000 wiederverwendete Ziegel, teils vom Grundstück selbst und teils aus anderen Abbruchhäusern, ließen Adjaye Associates vermauern, um die löchrigen Außenwände instandzusetzen. Im Inneren stabilisieren neue, kreuzförmig angeordnete Betonwände das beim Umbau völlig entkernte Haus und tragen die ebenfalls neuen Geschossdecken. Die größte Verwandlung hat das Haus im Untergeschoss erfahren. Im Westen und Süden erweiterten die Architekten den Baukörper in den Garten hinaus. Sichtbetonwände lassen erkennen, welcher Teil der Bausubstanz alt ist und welcher neu.

Eine ausführliche Print-Dokumentation finden Sie in unserer Ausgabe DETAIL 4/2021 mit dem Themenschwerpunkt “Sanierung, Umnutzung“.

> Online shop

Dieser Artikel ist aus dem Heft:
/0
Kistefos Museum, Oslo, BIG

Let’s twist again: Kistefos Museum bei Oslo von BIG

Zum Heft
Shop-Empfehlung
Anzeige

ARCHITEKTUR & DESIGN

Detail Newsletter

Wir informieren Sie regelmäßig über internationale Projekte, Neuigkeiten zu Architektur - und Designthemen, Research und aktuellen Veranstaltungen in unserem Newsletter.