You are using an outdated browser. Please upgrade your browser to improve your experience.

print article Artikel drucken

Das Haus als Botschafter: ludloff & ludloff gewinnen Wettbewerb in Berlin

Mit seinem Entwurf „Das Haus als Botschafter“ hat das Berliner Büro ludloff & ludloff architekten bda ein Gutachterverfahren für ein Bildungs- und Begegnungszentrum der Organisation SOS Kinderdorf gewonnen. Der Standort der Einrichtung wird an der Lehrter Straße / Ecke Seydlitzstraße in Berlin-Moabit liegen.

Innenraumperspektive, ludloff & ludloff

ludloff & ludloff konnten sich damit gegen sechs weitere namhafte Architekturbüros aus Berlin und München durchsetzen, die zu der Konkurrenz geladen worden waren:

- huber staudt architekten bda, Berlin
- roedig.schop architekten, Berlin
- Hild und K Architekten BDA, Berlin / München
- Kersten + Kopp Architekten BDA, Berlin
- Krug + Grossmann Architekten, München
- Lankes Koengeter Architekten GbR, Berlin

Laut Auslobung sollten die Themen „transparent – leicht – markant – einladend“ den Entwurfsgedanken leiten. Zudem sollte in der neuen Architektur eine Zugehörigkeit zu einem bereits bestehenden SOS-Kinderdorf in Berlin-Moabit in der Waldstraße ablesbar sein.

Außenansicht, ludloff & ludloff

ludloff & ludloff verstehen ihr Gebäude als „offenes Haus, das sich mit ortsgebundenen Angeboten an den ‚Sozialraum Moabit‘ wendet“ und darüber hinaus als „Kommunikationsplattform, um Öffentlichkeit, Fachöffentlichkeit und Politik schwellenlos zu integrieren und für soziale Themen zu sensibilisieren. Das Haus ist ein Botschafter, in dem man sich in Anerkennung und auf Augenhöhe begegnen wird. Gleichzeitig versteht sich das Haus als Schutzraum, in dem Bildung und Ausbildung ihren Platz finden und der hilft, stark zu werden, um an der Gesellschaft gestaltend teilzuhaben. Das Haus will diesem Prozess der Integration und dem Ringen nach sozialer Gestaltung einen sichtbaren Ort geben.“

Städtebau, ludloff & ludloff

Städtebauliche Setzung

Die kubische Form nutzt das gesamte Baugrundstück und rückt damit straßenseitig bis unmittelbar an den Bürgersteig heran. Das Gebäude kann sowohl als Schlussstein, als auch als Auftakt der straßenbegleitenden Gebäude entlang der Lehrter Straße begriffen werden. Damit setzt das Haus die traditionell gewachsene Struktur des Straßenraumes zwischen Seydlitz- und Kruppstraße fort, in der Gebäude mit öffentlichen Nutzungen unmittelbar an das Straßenland angrenzen, während andere Gebäude eine Vorzone in Form eines Vorgartens besitzen. Gleichzeitig gestalten die Architekten mit dieser Kubatur einen Übergang zu hier neu entstandenen Zeilenbebauungen und schaffen unterschiedliche Platzräume.

Schnitte, ludloff & ludloff

Auftritt und Aneignung

Während die Form sich an den formalen Setzungen des Bauumfeldes orientiert, soll die transparente Fassadenhülle auf die Vielschichtigkeit der inneren Nutzungen verweisen. Das Spiel aus Durchsichtigkeit und Verhüllung soll dem Wunsch nach Offenheit und der Ermöglichung von Geborgenheit nachkommen. Die Gestaltung der Fassade ist flexibel, um gerade diesen teils divergierenden Ansprüchen gerecht werden zu können. Mit seinen ablesbaren Nutzungen soll sich das Gebäude zum Stadtraum öffnen und als niederschwelliger Ort des sozialen Austausches erkennbar sein.

Durch die vorgesetzten Glasfasergewebe sollen die Vorteile einer Glasfassade und deren großer Offenheit vereint werden mit dem Bedürfnis nach Geborgenheit. Die optische Wirkung einer großflächig spiegelnden Glasfassade wird dabei bewusst vermieden. Die Fassadenelemente lassen sich öffnen und schließen, sie sind Teil einer flexiblen Gebäudenutzung und können als Zeichen der Teilhabe und Mitgestaltung gelesen werden. Bei dieser Fassadengestaltung greifen die Architekten auf ihre Erfahrung mit textilen Fassaden beim Forschungs- und Entwicklungszentrum für den Büromöbelhersteller Sedus in Dogern zurück.

Grundrisse, ludloff & ludloff

Programmierung des Hauses

Das Raumprogramm bezieht sich auf die Grundlagen der SOS-Kinderdörfer und ihr Versprechen einer „offenen, sozial ausgerichteten Gesellschaft, die auch für diejenigen geschützte Räume anbietet, denen diese Räume aus unterschiedlichen Gründen verwehrt sind.“ Die Architekten verstehen ihren Entwurf als ein „Angebot, die Bedürfnisse nach Schutz und Geborgenheit und gleichzeitig nach Selbstständigkeit und Öffentlichkeit flexibel jeden Tag neu auszubalancieren. Die Architektur versucht diesem Versprechen eine Form zu geben, indem Durchlässigkeit zugelassen wird, zugleich aber auch Räume der Konzentration zur Verfügung gestellt werden. Das Haus bietet grundsätzlich verschiedene Formen von Öffentlichkeit und Durchlässigkeit an, die sich von nutzungsoffeneren Strukturen, dem Restaurant, den Informationsorten und den sichtoffenen Ausbildungsküchen, über die Ausbildungs- und Tagungsebenen zu Räumen von Abgeschlossenheit und größtmöglicher Privatheit in der Beratungs- und Verwaltungsebene im 3. Obergeschoss verdichten.“

Sprengisometrie, ludloff & ludloff
Fassadendetail und -schnitt, ludloff & ludloff
Aktuelles Heft
DETAIL 9/2018
DETAIL 9/2018, Schulen

Konzept: Schulen

Zum Heft
Shop-Empfehlung
Anzeige

ARCHITEKTUR & DESIGN

Detail Newsletter

Wir informieren Sie regelmäßig über internationale Projekte, Neuigkeiten zu Architektur - und Designthemen, Research und aktuellen Veranstaltungen in unserem Newsletter.