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Gymnasium in Cazères, Séquences Architecture, Foto: Kevin Dolmaire

Das Vier-Finger-Prinzip: Gymnasium in Cazères von Séquences Architecture

Nur rund 5000 Einwohner zählt die Gemeinde Cazères im Pyrenäenvorland etwa 60 km südlich von Toulouse. Seit einigen Monaten jedoch nennt sie ein Gymnasium für 1100 Schüler – davon 100 im angeschlossenen Internat - ihr eigen. Das Lycée Martin Malvy von Séquences Architecture und ihren Partnerarchitekten Fontaine & Malvy ist für den kleinen Ort nicht nur ein Mammutprojekt. Es weist auch in die Zukunft: Durch seine Holz-Hybridbauweise und die weitgehend autarke Wärmeversorgung mit Erdwärmepumpen und 1670 m2 Photovoltaikmodulen setzt es ein Zeichen für klimafreundliches Bauen und ist mit der höchsten Stufe E4C1 des französischen Labels Bepos-Effinergie ausgezeichnet.
Nicht, dass Bildung in Cazères bisher eine Nebenrolle gespielt hätte: Vis-à-vis des neuen Gymnasiums, rund 600 m außerhalb des Ortszentrums, existiert bereits die Plantaurel-Sekundarschule. Deren U-förmiger Anlage mit quer stehendem Eingangsbau setzten die Architekten eine lineare Struktur entgegen, deren Baukörper zu vier in West-Ost-Richtung verlaufenden Bändern gruppiert sind. Vorteil des Konzepts: Die nur zwei- bis dreigeschossigen, relativ kleinteiligen Einzelbauten passen sich gut in den Landschaftsraum und die Wohnbebauung am Ortsrand ein.
Zwischen den Gebäuderiegeln liegen Höfe, quer dazu verläuft die „nuage“ (Wolke), eine ganz in Glas gehüllte Erschließungsspange mit Treppen als Ort der Begegnung. Zu beiden Seiten des Haupteingangs sind, öffentlichkeitswirksam hinter großen Glasflächen, jene Nutzungen angeordnet, an denen nach Schulschluss auch die Bewohner des Orts partizipieren können: ein Fab Lab, Keramikwerkstätten, ein Mehrzweckraum und Ausstellungsflächen.
Innenwände und Geschossdecken der Neubauten bestehen aus Stahlbeton, die Fassaden dagegen aus Holz. Vorgefertigte, je nach Gebäudeteil ein- bis zweigeschossige Holztafelelemente mit Aluminiumfenstern bilden die thermische Gebäudehülle. Außen gliedern Lisenen aus 100 x 200 mm dicken Douglasienholzquerschnitten die Fassaden. Insgesamt, so haben es die Architekten errechnet, wurden an dem Neubau 19,5 kg nachwachsende Rohstoffe pro m2 Geschossfläche verbaut.  

Weitere Informationen:

Landschaftsarchitektur: Stéphanie Bordone
TGA-Planung: F4 Ingenierie
BIM-Management: Keyros

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