You are using an outdated browser. Please upgrade your browser to improve your experience.

print article Artikel drucken

Demonstrieren. Verbreiten. Wiederholen: neue Stadtkonzepte zur Nachahmung

Das Forschungsprojekt Triangulum wurde von der Europäischen Kommission als Leitprojekt der Initiative "Smart Cities and Communities" nominiert. Das Vorhaben ist eine Kooperation von Fraunhofer IAO und Steinbeis-Europa-Zentrum und aus der Morgenstadt-Initiative der Fraunhofer-Gesellschaft entstanden. „Triangulum“ steht dabei für „The Three Point Project: Demonstrate. Disseminate. Replicate“ und wird intelligente Stadtquartiere in den drei Vorreiterstädten Manchester, Eindhoven und Stavanger umsetzen. Im Anschluss sollen die Konzepte auf Leipzig, Prag und Sabadell übertragen werden. Beteiligt sind 23 europäische Partner aus Städten, Forschung und Industrie.

Impressionen der Stadt der Zukunft der Morgenstadt-Initiative (Rendering: Fraunhofer-Gesellschaft)

"Unser Ziel ist es, praktikable Lösungen zu finden, um Städte nachhaltig, intelligent und auch in Zukunft lebenswert zu machen. Dazu setzen wir wegweisende Konzepte für nachhaltige Energieversorgung, Mobilität und Informationstechnologie um", erläutert Damian Wagner, Koordinator für Smart Cities am Fraunhofer IAO. Ein weiterer Aspekt des Projekts sind das bürgerschaftliche Engagement sowie die Förderung der Bürgerbeteiligung durch Workshops. Intelligente Informations- und Kommunikationstechnologien, die in allen drei Leuchtturm-Städten zum Einsatz kommen, sind die Grundlage dafür, dass die einzelnen Technologien miteinander vernetzt und aufeinander abgestimmt werden.

Impressionen der Stadt der Zukunft der Morgenstadt-Initiative (Rendering: Fraunhofer-Gesellschaft)

Manchester
In britischen Manchester soll das studentische Zentrum "Manchester Corridor" mit rund 72 000 Studierenden in ein Smart-City-Quartier transformiert werden. Neben der Sanierung historischer Gebäude wird ein autarkes Energienetz aufgebaut, um das gesamte Stadtquartier mit Wärme und Strom zu versorgen. Das Netz beinhaltet die Versorgung über Erd- und Fernwärme sowie zwei separat operierenden Stromnetze und eine Brennstoffzelle, die überschüssige Energie speichern kann. Darüber hinaus sollen alle Autos aus dem Viertel verbannt werden: Nur noch Elektrofahrzeuge, Fahrräder sowie die städtische E-Tram dürfen nach der Vision der Wissenschaftler dann im neuen Smart-City-Quartier verkehren.

Eindhoven
Im niederländischen Eindhoven soll das ehemalige Industriegelände der Firma Philips im Distrikt Strijp-S zu einem kreativen Smart District werden. Weiterhin ist eine Verbesserung der Lebensqualität für den Stadtteil "Eckhart Vaartbroek" vorgesehen, indem die hier vorherrschenden Sozialbauten  energetisch saniert werden. Zur Berechnung der Energieeinsparung kommt ein IT-basiertes Instrument zum Einsatz, das Aufwand und Ertrag in einer 3D-Visualisierung des Quartiers abbilden kann. Im Distrikt Strijp-S soll ein innovatives Konzept zur Sanierung kontaminierter Böden gleichzeitig zur Energieerzeugung dienen. Über eine quartierweite IKT-Lösung (Informations- und Kommunikationstechnologien) können die Einwohner auf verschiedene Bereiche der Infrastruktur zugreifen, elektrische Carsharing-Fahrzeuge buchen oder intelligente Parkraumkonzepte nutzen. Elektrisch angetriebene Busse sollen den Stadtverkehr umweltfreundlich machen.

Stavanger
Das norwegische Stavanger ist bereits heute die Stadt mit der europaweit höchsten Dichte an Elektrofahrzeugen und möchte diesen Vorsprung noch weiter ausbauen. Basis dafür ist ein leistungsfähiges Glasfasernetzwerk, das es ermöglicht, Daten auf schnellstem Weg auszutauschen. Verschiedene Energie- und Mobilitätsprojekte auf Grundlage bestehender Highspeed-IKT-Infrastrukturen sollen Stavanger dabei helfen, Energie- und Mobilitätslösungen innovativ zu integrieren. Stavanger weist den Weg hin zu intelligenteren Städten, in denen Unternehmen, Menschen, Forschungseinrichtungen und Gemeinschaften verknüpft werden, um das städtische Leben durch nachhaltigere, integrierte Lösungen zu verbessern und so das regionale Wachstum zu fördern.

Die Europäische Kommission hat „Triangulum“ aus insgesamt 19 eingereichten Anträgen für eine strategische Partnerschaft im Rahmenprogramm "Horizon 2020" ausgewählt. "Mit Triangulum wenden wir bereits heute Lösungen für unsere Städte an, für die es morgen keine Alternativen mehr geben wird", fasst Damian Wagner die Vision des Projekts zusammen.

Weitere Informationen zum Fraunhofer IAO

Stichworte:
Aktuelles Heft
DETAIL 9/2018
DETAIL 9/2018, Schulen

Konzept: Schulen

Zum Heft
Shop-Empfehlung
Anzeige

ARCHITEKTUR & DESIGN

Detail Newsletter

Wir informieren Sie regelmäßig über internationale Projekte, Neuigkeiten zu Architektur - und Designthemen, Research und aktuellen Veranstaltungen in unserem Newsletter.