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Der Energiewürfel für die Stadtwerke Konstanz

Lindner, Solarfassade, Photovoltaik, Energiewürfel, Stadtwerke Konstanz
Alle Fotos: Patrick Pfeiffer Photodesign Konstanz Stadtwerke Konstanz

Am neuen Dienstleistungszentrum der Stadtwerke Konstanz wurde im Frühjahr 2011 eine Solar-Fassade mit bisher kaum erreichten technischen Qualitäten verbaut. Das gesamte Gebäude stellt einen überdimensionalen gläsernen Würfel dar. Eine Besonderheit daran: die großformatigen Photovoltaik-Elemente. Bau und Montage übernahmen lokale Firmen, das Fassadenkon-
zept als solches stammt von der niederbayerischen Lindner Group. Der sog. »Energiewürfel« setzt auf regenerative Energien und soll den Kunden der Stadtwerke in Zukunft alle Dienstleistungen des Energieversorgers an einem Ort zur Verfügung stellen.

Bei dem Bauwerk handelt es sich um ein Plus-Energiehaus – also ein Gabäude, das selbst mehr Energie produziert, als es während der Nutzung verbraucht. Der Würfel mit einer Kantenlänge von 15 m bezieht seine Energie aus Geothermie und einer an der Südseite der Fassade wie auch am Dach montierten Photovoltaik-Anlage. In Zusammenarbeit mit der Fachhochschule Rosenheim entwickelte die Lindner Group eine individuelle Funktionsverglasung. Die innere Schale der installierten Doppelfassade wurde hochgedämmt ausgeführt. Die äußere Schale ist lichtdurchlässig und dient gleichzeitig als Raumfenster. Durch Sonnenschutz-Lamellen wird das Tageslicht gelenkt. Auf diese Weise wird zum einen weniger Kunstlicht benötigt und zum anderen sorgen die reflektierenden Aluminium-Lamellen im Sommer für kühle Räume. Darüber hinaus sind sie schallgedämmt ausgeführt und passen sich automatisiert dem Sonnenstand an.

Partiell garantieren elektromotorisch betriebene Parallelabstellfenster eine optimale Durchlüftung der transparenten Bereiche. Die im Zwischenraum der Verglasung zirkulierende Luft wird abgesaugt und kann dann mithilfe eines Wärmetauschers energetisch genutzt werden. Die Glasmodule sind Spezialanfertigungen. Sie messen 3 x 4 m, bei einer Masse von über 1 t. Insgesamt wurden 80 Felder auf einer Fläche von rund 1000 m² verbaut. Die Photovoltaik-Module erreichen Leistungen von 1,246 kW Peak (kWp) – und somit absolute Spitzenwerte. Die Gesamtleistung beläuft sich damit auf 23,2 kWp bei 22?% Transparenz. »Das ist weltweit einmalig, bis vor einem halben Jahr war das nicht machbar«, betont Arnold Wild, Leiter der Abteilung Bau und Immo­bilien der Stadtwerke Konstanz. Von ihm stammt auch der Entwurf für das viergeschossige Bauwerk.

Neben den transparenten Modulen gibt es auch opake Flächen, die ganz nach Wunsch in verschiedenen Farben durch LED-Technik beleuchtet werden können. Je nach geplanter Veranstaltung erstrahlt der »Energiewürfel« also zum Beispiel in Rot als Symbol für Energie oder Grün als Symbol für ökologische Themen. Die zusätzliche LE-Beschichtung der Innenscheibe lässt zwar kurzwellige Strahlen durch, die langwellige Infrarotstrahlung wird jedoch reflektiert. Bürgermeister Kuno Werner zum neuen Vozeigeprojekt in Konstanz: »Wir möchten mit dem Gebäude auch Vorbildcharakter in der Stadt haben.«

Der Energiewürfel bietet aktuell Platz für 20 Arbeitsplätze und ist die zentrale Anlaufstelle für alle Produkte und Dienstleistungen rund um die Themen Energie, Mobilität und Freizeit. Abgesehen von Beratungsgesprächen mit Privatkunden und Firmen werden dort künftig auch Ausstellungen, Seminare und der Verkauf von Fahrkarten stattfinden. Darüber hinaus können einige Räume des Dienstleistungszentrums von Handwerksbetrieben für eigene Veranstaltungen genutzt werden. Der Energiewürfel wurde im Juni 2011 bezogen, im Juli 2011 fand die offizielle Eröffnung statt.

Dieser Artikel ist aus dem Heft:
DETAIL 11/2011

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