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Der gläserne Wal von Budapest - Branschutzverglasungen als Fassadenelement

Brandschutzglas von Schott

In prominenter Lage, zwischen der Freiheitsbrücke und der Petöfibrücke am Budapester Donauufer, bereichert eine fantasievolle Bauskulptur die Silhouette der Donaumetropole. Mit dem gläsernen Wal, wie das im Oktober 2013 eröffnete Einkaufs-, Kultur- und Gastronomiezentrum »Bálna« im Volksmund genannt wird, setzen die Stadtväter auf den »Bilbao-Effekt«. Die Realisierung der frei geformten Gebäudehülle stellte hohe Anforderungen an alle am Bau betei-ligten Unternehmen. Für den baulichen Brandschutz sorgt unter anderem eine raffinierte Konstruktion aus dem Spezialglas »Pyran S« von Schott. Den 2006 international ausgeschriebenen Architekturwettbewerb zur Revitalisierung der in unmittelbarer Nähe der Donau gelegenen Brachfläche konnte das niederländische Büro Kas Oosterhuis aus Rotterdam für sich entscheiden. Oosterhuis überzeugte die Jury mit einem Entwurf, der die denkmalgeschützten Lagerhallen von 1881 in eine Konstruktion aus Stahl und Glas einbindet, welche sich über eine Länge von rund 150 m entwickelt. Es ist diese Mischung aus Alt und Neu, die dem Gebäude seinen besonderen Charakter verleiht. Der Entwurf von Oosterhuis wurde nicht in der von ihm gewünschten Form umgesetzt, denn anstelle der ursprünglich geplanten, von der Primärkonstruktion getrennten Verglasung wurde die äußere Hülle schließlich direkt auf die stählernen Rundrohre aufgebracht. Die beschichtete Stahlkonstruktion erfüllt die Brandschutzanforderung E (G) 30. Das von Dr. Lajos Gábor Takács entwickelte Brandschutzkonzept unterteilt das Gebäude in 19 Brandabschnitte. An Deckenabschnitte, die nicht über einem Fluchtweg liegen, wurden keine besonderen Brandschutzanforderungen gestellt. Hier durften jedoch ausschließlich nicht brennbare Materialien verwendet werden. Bereiche, die Fluchtwege überdecken, mussten der Brandschutzanforderung E (G) 30 genügen. In diesen Bereichen kam das Spezialglas Pyran S zum Einsatz. In den Zwischenraum der Isolierglasscheiben wurden jeweils zwei Schmelzventile eingebaut. Diese schmelzen im Brandfall auf und es entsteht eine Öffnung, durch die die Luft des Scheibenzwischenraums nach außen entweichen kann. Schmelzventile kommen immer dann zum Einsatz, wenn die Gegenscheibe zur Brandschutzscheibe ebenfalls ein vorgespanntes Glas ist. Sie stellen sicher, dass die Scheiben im Brandfall nicht durch den erhöhten Innendruck im Scheibenzwischenraum zerspringen. Die mechanische Festigkeit von vorgespanntem Floatglas ist so hoch, dass es ohne diesen Druckausgleich nicht gewährleistet wäre, dass in der ersten Phase des Brands die Gegenscheibe und nicht die Brandschutzscheibe zerspringt, wie es bei einem einfachen Floatglas als Gegenscheibe der Fall ist. Der Scheibenaufbau (von unten nach oben: VSG aus 8 mm Pyran S?/?1,52 mm PVB?/?6 mm Float?/?20 mm SZR mit zwei Schmelzventilen?/?10 mm ESG Sunguard neutral 62) kombiniert die Brandschutzanforderungen (innen) mit einem (außen liegenden) Sonnenschutzglas. Pyran S ist ein monolithisches, thermisch vorgespanntes Borosilicat-Glas nach DIN EN 13024-1. Als Bestandteil von Brandschutzverglasungen der Feuerwiderstandsklassen E (G) 30, E (G) 60, E (G) 90 und E (G)120 bewährt es sich seit Jahren am Markt. Es eignet sich darüber hinaus für Anwendungen mit multifunktionalen Anforderungen wie Wärme-, Sonnen- und Schallschutz. Gemeinsam mit Systempartnern entwickelt Schott Konstruktionen mit Pyran S, die international zuge­lassen und hervorragend für den Einsatz in Stahl-Glas-Fassaden geeignet sind. Die Orosházaglas Kft. produzierte insgesamt 1?300 großformatige, dreieckige Isolierglas-elemente, 405 davon aus Pyran S, die je nach Lage im Gebäude mit dreieckigen Aluminium-Sandwichpaneelen wechseln. Die gläserne Außenhülle überspannt eine Netto-Gesamtfläche von über 26?000 m2, die sich auf das Erdgeschoss, vier oberirdische und drei unterirdische Etagen verteilen.

Brandschutzglas von Schott
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Dieser Artikel ist aus dem Heft:
DETAIL 7+8/2014

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