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Züst Gübeli Gambetti Architektur und Städtebau AG, Valentin Jeck, ETH Büro- und Seminargebäude HCP, Schweiz, Zürich

Der Topografie verpflichtet: Bürokomplex der ETH Zürich

Mit einem qualitativ hochwertigen und finanziell stimmigen Entwurf konnte das Züricher Architekturbüro z2g – Züst Gübeli Gambetti – eine Alternative zur landläufigen Aufstellung von Containern aufzeigen. Die Architektur des neuen Büro- und Seminargebäudes am Campus Hönggerberg der ETH Zürich geht gezielt auf ihren Kontext ein. Der gestaffelte, langgezogene Baukörper steigt natürlich mit der Topografie an und legt besonderen Wert auf ressourcensparende Energielösungen. Das insgesamt 7000 m² Fläche fassende Gebäude ist auf 230 Arbeitsplätze ausgerichtet und fasst zusätzlich vier Seminarräume für interdisziplinäre Teams.  Die 200 Meter lange Längsseite des Hauses folgt der Hangneigung, die Gebäudeform besteht aus langgezogenen Quadern, die sich gegenseitig geschossweise überlappen. Kennt man die vorangegangenen Überlegungen der Verwaltung, den Platzbedarf durch Container bereit zu stellen, so erinnert die Kubatur des Neubaus entfernt an diese anfängliche Überlegung. Um den akuten Platzmangel schnell zu beheben, wird häufig auf Kabinen und Container zurückgegriffen. Umso erfreulicher ist es, dass sich in diesem Fall ein nachhaltigeres solides Konzept durchsetzen konnte.

Der Neubau gliedert sich in vielerlei Hinsicht sehr gut in seine Umgebung ein. Er steht im Dialog mit dem benachbarten HCI-Gebäude, dem Eingangstor zur Science City, ohne jedoch mit diesem zu konkurrieren. Gemeinsam bilden die zwei Gebäude das Ensemble für einen ausdrucksstarken Auftakt zum Universitätsareal am Hönggerberg. Gedeckte Terrassen bieten sowohl geschützte Außenbereiche als auch Durch- und Ausblicke vom Campus in das angrenzende Limmattal. Die Fassade des Flachbaus ist streng linear und modular aufgebaut. Geschosshohe Fenster wechseln sich mit geschlossenen Fassadenelementen ab. Dadurch entsteht für das gesamte Gebäude ein Schachbrettmuster, das dem ausgeglichenen Volumen eine skulpturale Qualität verleiht. Diese Beschränkung auf lediglich zwei sich abwechselnde Fassadenelemente entspricht dem Low-Tech-Konzept der Architekten.

Die topografische Lage und Ausrichtung des Neubaus führt zu einem reduzierten Schnitt mit nur einem Lift als Erschließung. Die Grundrisse sind besonders flächeneffizient gestaltet und durch die serielle Fassadengestaltung zusätzlich flexibel. In den hellen Büroräumen entsteht durch ein dezentrales Lüftungskonzept ein arbeitsfreundliches und angenehmes Raumklima. Das selbstregulierende Heizungs- und Kühlsystem ist durch die Verwendung von thermoaktiven Bauteilen besonders energieeffizient. Mit Baukosten von 17,1 Millionen Schweizer Franken ist der Neubau im Verhältnis zur Fläche zudem der kostengünstigste Neubau der ETH.

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