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DETAIL Fachveranstaltung „Sanierung – Wohnen im Bestand“

Sanieren und Bauen im Bestand gewinnen in vielerlei Hinsicht an Bedeutung und erfüllen immer mehr Aufgaben: Die energetische Sanierung ermöglicht die Einhaltung der aktuell geforderten Standards durch eine deutliche Verringerung des Energieverbrauchs z.B. bei Heizung, Warmwasser und Lüftung. Die optische Aufwertung von Gebäudehüllen sichert den Wert der Immobilie. Instandhaltung und technische Sanierung steigern darüber hinaus den Nutzerkomfort. Nachverdichtung und Bauen im Bestand ermöglichen eine bessere Nutzung von brachliegenden innerstädtischen Potenzialen – dies gilt besonders für Zuzugsregionen. Und: die Modernisierung von Bestandsimmobilien wertet nachgewiesenermaßen das gesamte städtebauliche Umfeld auf. Somit liegt eine der größten Herausforderungen für Architekten heute in der Sanierung, Modernisierung und Erweiterung von Bestandsgebäuden. Wachsende Städte, demographischer Wandel, endliche Ressourcen und gesteigerte Nutzeranforderungen sind Antrieb für Umdenken und neue Lösungsansätze.

Termin: 11. Dezember 2014, 14:00 Uhr
Ort: Tapetenwerk, Lützner Str. 91, 04177 Leipzig

DETAIL veranstaltet in Anbetracht der aktuellen Entwicklungen die Veranstaltungsreihe „Sanierung“ in Kooperation mit dem Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung und der Forschungsinitiative Zukunft BAU. Die Auftaktveranstaltung mit dem Themenschwerpunkt „Wohnen im Bestand“ findet am 11. Dezember 2014 im Tapetenwerk in Leipzig statt.

Ausgewählte Referenten wie Faraneh Farnoudi (Hild und K Architekten BDA, München), Helga Kühnhenrich (Bundesinstitut für Bau-,Stadt- und Raumforschung, Bonn), Prof. Dr.-Ing. Peter Racky (Institut für Bauwirtschaft, Universität Kassel) und Jana Reichenbach-Behnisch (rb architekten, Leipzig) stellen ihre Projekte vor und setzen sich praxisorientiert mit der Sanierungsfrage auseinander. Anhand von Vorträgen und Erfahrungsberichten sollen Antworten rund um das Thema „Wohnen im Bestand“ gegeben werden: Wie können energetische und technische Sanierungen im bewohnten Bestand möglichst reibungslos umgesetzt werden? Welche Lösungsansätze gibt es zur Bestandsaktivierung? Wie kann Gebäudeleerstand mittels Umnutzung verhindert werden? Es werden neue Entwicklungen, Chancen, Lösungsansätze, aber auch Herausforderungen aufgezeigt.  

Weitere Veranstaltungen zur Reihe „Sanierung“ sind mit unterschiedlichen Themenschwerpunkten für 2015 deutschlandweit geplant. Ideelle Partner sind das Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung sowie die Forschungsinitiative Zukunft BAU. Die Fachveranstaltung wird unterstützt von den Unternehmen BASF und FDT- Flachdachtechnologie.

Programm (Änderungen vorbehalten)

14:00 Uhr  
Begrüßung durch Patricia Beck, Detail

14:10 Uhr
Alles neu? Perspektiven der Forschungsinitiative Zukunft Bau zum Umgang mit dem Bestand
Helga Kühnhenrich, Bundesinstitut für Bau-,Stadt- und Raumforschung, Bonn

14:45 Uhr
Vom Konzept zur Praxis – kreatives Leerstandsmanagement zum Aktivieren von Bestand
Jana Reichenbach-Behnisch, rb Architekten, Leipzig  

15:20 Uhr
Baumaßnahmen im bewohnten Bestand - Mieterbetreuung als Projektmanagementprozess
Prof. Dr.-Ing. Peter Racky, Institut für Bauwirtschaft, Universität Kassel

16:00 Uhr
kurze Pause

16:15 Uhr
Bestand als Herausforderung – Flachdachsanierung richtig geplant
Martin Meyer, Leiter Anwendungstechnik FDT, Mannheim

16:30 Uhr
weiterdenken, weiterbauen, weiternutzen
Faraneh Farnoudi, Hild und K Architekten BDA, München

17:10 Uhr    
Diskussionsrunde
                        
17:30 Uhr
Get Together sowie Besichtigungsmöglichkeit der Ausstellung ZEITGLEICH ZEITZEICHEN - Neuaufnahmen des BBK LEIPZIG e. V.

Teilnahmegebühr

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Die Teilnahmegebühr für die Veranstaltung beträgt diese Woche nur 29,00 Euro pro Person. Die Eintrittspreise sind Bruttopreise. In der Gebühr enthalten sind die Teilnahme an den Vorträgen, Tagungsunterlagen sowie Catering und Getränke.

Die Anerkennung als Fortbildungsveranstaltung ist von der Architektenkammer Sachsen bestätigt.

Anmeldung

Die Veranstaltung ist auf 50 Teilnehmer begrenzt. Eine Anmeldung ist notwendig. Die Vergabe der Plätze erfolgt nach der Reihenfolge der Anmeldungen. Anmeldeschluss: 10. Dezember 2014

Sichern Sie sich hier ihr Ticket.

Referenten und Themen

Alles neu? Perspektiven der Forschungsinitiative Zukunft Bau
Helga Kühnhenrich, Bundesinstitut für Bau-,Stadt- und Raumforschung, Bonn

Helga Kühnhenrich, BBSR, berichtet über die Aktivitäten der Forschungsinitiative Zukunft Bau, deren Ziel es ist, das Bauen in Deutschland auf die Herausforderungen der Zukunft vorzubereiten sowie die Wettbewerbsfähigkeit des deutschen Bauwesens im europäischen Binnenmarkt zu stärken. Neben einen Überblick über einige Forschungsvorhaben im Bestand wird Frau Kühnhenrich das Netzwerk „Effizienzhäuser Plus“ vorstellen, in dem Gebäude im Neu- und Altbau gefördert werden, die den Gebäudestandard der Bundesregierung erfüllen.

Helga Kühnhenrich ist als Referentin im Bereich der Bauforschung beim Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung im Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung tätig. Nach einem Architekturstudium an der TU Berlin und ersten Berufsjahren in Architekturbüros und der internationalen Entwicklungszusammenarbeit hat sie ein Hochbaureferendariat beim Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung in Bonn absolviert. Mit dem Wechsel im Jahr 2012 zum Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung ist Sie heute für die Forschungsprogrammplanung und –management sowie für die Begleitung von Zukunft Bau Forschungsprojekten und Modellvorhaben zuständig.

Vom Konzept zur Praxis – Kreatives Leerstandsmanagement zum „Aktivieren von Bestand“
Jana Reichenbach-Behnisch, rb architekten, Leipzig

Nicht nur historische Industrie- und Gewerbebrachen wie das Tapetenwerk gelten aufgrund ihrer Fläche und Bauweise als bau- und betriebskostenintensiv und als „schwer vermittelbar“. In strukturschwachen Regionen  und im ländlichen Raum droht vor dem Hintergrund des Demografischen Wandels jeder Leerstand zum anhaltenden Problem zu werden. Dem gegenüber steht der zunehmende Mangel an flexiblem Raum für neue Wohn- und Arbeitswelten und kreative Nutzungskonzepte. Für den rasant wachsenden Cluster der sogenannten "Kreativwirtschaft" zum Beispiel: aktuell führen steigende Mieten in den sächsischen Großstädten Leipzig und Dresden zu Gentrifizierungsschüben wie sie aus Hamburg und Berlin bereits bekannt sind. Um Grundstückseigentümer und kreative Nutzer zusammenzubringen, stehen das Vorhandensein von (Frei)Raum und die Finanzierbarkeit der Mietflächen im Vordergrund. Auch für die energetische Gesamtbilanz ist es entscheidend bestehende Strukturen zu nutzen: kompakte historische Industrieanlagen beispielsweise verfügen in der Regel über eine sehr gute Bausubstanz mit einem hohen Anteil an gespeicherter "Grauer Energie". Diese müsste bei einem vergleichbaren Neubau in den Prozess neu eingespeist werden. Die Umnutzung der vorhandenen Strukturen trägt entsprechend zur Verbesserung der Energiebilanz und zur Verringerung des CO2-Ausstosses bei. Jana Reichenbach-Behnisch erläutert an ausgewählten Best-Practice-Beispielen im städtischen und ländlichen Raum Grundlagen und Problemkatalog ihrer niedrigschwelligen Sanierungs- und Nutzungsmodelle. Im Fokus der praxisorientierten Projekte stehen grundsätzlich die konkrete Übertragbarkeit als Modellprojekt und die Dokumentation dieser Prozesse als Anwendungskatalog für ein kreatives Leerstandsmanagement.

Jana Reichenbach-Behnisch ist freiberufliche Architektin. Nach ihrem Studium an der Technischen Universität Dresden war sie zehn Jahre lang als Projektleiterin für verschiedene deutsche Architekturbüros tätig, bevor sie ihr eigenes Büro rb architekten in Leipzig gründete. Seit 2006 arbeitet und publiziert sie im Rahmen der Forschungsinitiative „Zukunft Bau“ zum Thema "Aktivieren von Bestand" vor dem Hintergrund des Demografischen Wandels. Ihre Konzeptidee „Multiples Haus“ für den ländlichen Raum gewann als „Netzwerk Daseinsvorsorge“ 2012 den LEADER-Landeswettbewerb in Mecklenburg-Vorpommern und wurde dort jetzt in fünf begleiteten Modellprojekten in die Praxis umgesetzt. 2013 startete sie das Forschungsprojekt zur „Niedrigschwelligen Instandsetzung brachliegender Industrieanlagen für die Kreativwirtschaft“. Seit 2007 ist sie Projektmanagerin und Eigentümerin einer gründerzeitlichen Fabrikanlage im Leipziger Westen: das „Tapetenwerk“ wurde 2012 in die Good-Practice-Datenbank der Netzwerkreihe„wie weiterarbeiten – Arbeitsorte der Zukunft“ der Bundesstiftung Baukultur aufgenommen.


Mieterbetreuung als Projektmanagementprozess bei Baumaßnahmen im bewohnten Bestand
Prof. Dr.-Ing. Peter Racky, Institut für Bauwirtschaft, Universität Kassel

Im Wohnungsbau erfolgen Baumaßnahmen sehr häufig im bewohnten Bestand. Hieraus resultiert die Notwendigkeit zur Betreuung der Wohnungsmieter, die während der Projektabwicklung in ihren Wohnungen verbleiben. Dies führt zu einer höheren Komplexität und damit Störanfälligkeit von Bestandsmaßnahmen, was auch eine Erhöhung der wirtschaftlichen Risiken der Projektbeteiligten und des Konfliktpotenzials zur Folge hat. Dem sollte das Projektmanagement durch eine proaktive prozessorientierte Mieterbetreuung gegenübertreten. Im Vortrag werden diesbezüglich konkrete Handlungsempfehlungen in Form von Checklisten und Musterabläufen, beispielhafte bauvertragliche Regelungen sowie Ansätze für die Durchführung von Kosten-Nutzen-Analysen der Mieterbetreuung vorgestellt.

Prof. Dr.-Ing. Peter Racky ist Leiter des Fachgebiets Baubetriebswirtschaft im Fachbereich Bauingenieur- und Umweltingenieurwesen an der Universität Kassel. Dort ist er seit 2013 weiterhin Chief Construction Officer (CCO). Seine Forschungsschwerpunkte liegen im Bereich der innovativen Abwicklungsformen und kooperationsorientierten Vertragsmodelle für Bauprojekte sowie der prozessorientierten Projektabwicklung im Hochbau. Racky studierte Bauingenieurwesen an der TU Darmstadt und promovierte dort 1997 am Institut für Baubetrieb. Im Anschluss war er bei der  Hochtief Construction AG, Niederlassung Düsseldorf, beschäftigt. Seit 2002 ist er als Universitätsprofessor in Kassel tätig. Peter Racky ist Mitherausgeber des Buches „Partnering in der Bau- und Immobilienwirtschaft“(Kohlhammer Verlag, Stuttgart 2008).

Bestand als Herausforderung – Flachdachsanierung richtig planen
Dipl.-Ing Martin Meyer, Leiter Anwendungstechnik FDT

Kurzbericht über das grundsätzliche Vorgehen bei der Sanierung von Flachdächern.

Martin Meyer studierte Bauingenieurswesen an der Universität Hannover, wo er sein Diplom in der Fachrichtung konstruktiver Ingenieursbau machte. Sei 1984 ist er im Unternehmen FDT tätig, zuerst als Anwendungstechniker, seit 2001 als Leiter Anwendungstechnik. Martin Meyer arbeitete zudem an einigen Normenausschüssen wie z.B. „Einwirkung auf Bauten“ oder auch „Brandverhalten großflächiger Dächer“ mit.

weiterbauen, weiternutzen, weiterdenken
Faraneh Farnoudi, Hild und K Architekten BDA, München

Am Beispiel des Projektes Bikini Berlin wird die Bedeutung der Modernisierung im Kontext des ständigen Wandels der architektonischen Begebenheiten der Stadt aufgezeigt. Denn gerade vor dem Hintergrund von gestiegenen Anforderungen an Nachhaltigkeit und Schonung der Ressourcen erhält die Modernisierung eine stärkere Bedeutung. Bei denkmalgeschützten Gebäuden sind jedoch besondere Herausforderungen zu bewältigen, die exemplarisch an dem konkreten Projekt diskutiert werden.

Faraneh Farnoudi machte 2002 ihr Diplom in Architektur bei Prof. Bernd Streich und Prof. Bernd Meyerspeer an der TU Kaiserslautern. Von 2004 bis 2008 arbeitete sie dort als wissenschaftliche Mitarbeiterin mit verschiedenen Lehraufträgen. 2009 wechselte sie an die TU Darmstadt, wo sie neben diversen Lehraufträgen den Aufbau des Fachgebiets „Entwerfen und Raumgestaltung“ unterstützte. Seit 2011 ist Faraneh Farnoudi Projektleiterin bei Hild und K Architekten BDA, München mit dem Schwerpunkt auf Forschungs- und Entwicklungsprojekten. Hier betreute sie z.B. das Forschungsprojekt „Modulationsmöglichkeiten der Gebäudeaußenhaut mittels wärmesensitiver Aufnahmeverfahren“, das von der Forschungsinitiative Zukunft BAU gefördert wurde.

Veranstalter: DETAIL

Ideelle Partner: BBSR und Forschungsinitiative Zukunft Bau

Partner: BASF und FDT

Stichworte:

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