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Deutscher Naturstein-Preis 2013 für E-Science Lab der ETH Zürich

Neben dem Neubau des österreichischen Architekturbüros Baumschlager Eberle gab es Sieger in drei weiteren Kategorien. Die Auszeichnung wurde am 29. Mai auf der Natursteinmesse Stone+tec in Nürnberg verliehen.

Hauptgewinner (Kategorie „Öffentliche Gebäude und Gewerbebauten“)

ETH Zürich e-Science-Lab Neubau HIT, Zürich
Architekt: Baumschlager Eberle, A-Lochau


Das Gebäude für e-Science LAB der ETH Zürich überrascht durch seine scheinbar einfache Ausbildung des Baukörpers und der Fassaden. Der Entwurf setzt auf Minimierung von Rauminhalt und Gebäudehülle in einem kompakten Baukörper. Dessen Gestalt wird geprägt durch umlaufende Balkone, in die senkrecht zur Fassade vertikale Travertin-Scheiben eingestellt sind. Sie werden zum signifikanten Element der Architektur und bilden gleichzeitig eine klimatisch wirksame Hülle für das Gebäude.

ETH Zürich e-Science-Lab Neubau HIT, Zürich
Verwendeter Naturstein: Travertin Romano Navona / Ausführende Natursteinfirma: Stone Group AG, Uznach

Aus der Jury-Begründung: „Der Entwurf setzt auf Minimierung von Rauminhalt und Gebäudehülle in einem kompakten Baukörper. Dessen Gestalt wird geprägt durch umlaufende Bal-kone, in die senkrecht zur Fassade vertikale Travertin-Scheiben eingestellt sind. Sie werden zum signifikanten Element der Architektur und bilden gleichzeitig eine klimatisch wirksame Hülle für das Gebäude.

Die auf Abstand zur inneren Fassade angeordneten 3,60 m hohen Natursteinelemente verschatten die Innenräume und sichern gleichzeitig einen Luftwechsel im Fassadenbereich. Das Gebäude ist somit ein heraus-ragendes Beispiel für eine Architektur, die schon durch die Form des Baukörpers, durch Gebäudestruktur und Fassadenausbildung die Voraussetzungen für einen geringen Energieaufwand schafft.“

 

Weitere Nominierte der Kategorie „Öffentliche Gebäude und Gewerbebauten“ (Fassaden und Innenausbau)

The Sainsbury Laboratory, Cambridge, Großbritannien

The Sainsbury Laboratory, Cambridge, Großbritannien
Architekt: Stanton Williams, UK-London


Das Sainsbury Laboratory bietet Raum für die Begegnung und Zusammenarbeit von führenden Wissenschaftlern der Universität Cambridge in einem Gebäude, das fließende Übergänge zu der umgebenden Parklandschaft bietet. In einer linearen Raumfolge werden Labore, wissenschaftliche Stützpunkte und Sitzungsräume aneinandergereiht und mit dem Herbarium der Universität sowie einem öffentlichen Café ergänzt. Die 4,5 m hohen, vertikal gestellten Natursteinscheiben in dichter Abfolge bilden Fassadenbänder, die die Raumabwicklung des Inneren widerspiegeln und gleichzeitig gut proportionierte Außenräume fassen.

Verwendeter Naturstein: Kalkstein – Pierre de Jaumont (Metz, France) und Crossland Hill, Yorkstone (Huddersfield, UK)
Ausführende Natursteinfirma: Szerelmey, London

Pfarrzentrum “Mutter Teresa von Kalkutta”, Bozen

Pfarrzentrum “Mutter Teresa von Kalkutta”, Bozen
Architekt: Dr. Arch. Siegfried Delueg, I-Brixen


Das Projekt besticht durch die Verwendung von Naturstein im Zusammenhang mit einer dezidiert modernen Architektursprache. Eine wunderschöne Komposition  – aus Volumen und Räumen, aus großen Steinflächen und großen Glasflächen, aus freiem Grundriss und klassischer Raumbildung – schafft ein bauliches Ensemble, das seiner herausragenden und sakralen Nutzung gerecht wird.

Verwendeter Naturstein: Sellenberger Muschelkalk, Laaser Marmor
Ausführende Natursteinfirma: Lauster Steinbau, Stuttgart

Neubau Pädagogische Hochschule, Zürich

Neubau Pädagogische Hochschule, Zürich
Architekt: Max Dudler Architekten, CH-Zürich


Hinter der Sihlpost gelegen, bildet der Komplex den Auftakt eines innerstädtischen Neubaugebiets von beträchtlichem Ausmaß und stadtprägender Relevanz. Nicht nur der beträchtliche Wert der innerstädtischen Grundstücke führt dabei zu einem Nachdenken über Möglichkeiten urbaner Verdichtung, ohne zu stark in die historische Silhouette der Stadt einzugreifen. Daraus entstehen extrem kompakte Baukörper und stark gefasste Stadträume, deren Atmosphäre weitgehend von der Qualität der Fassaden abhängt.

Verwendeter Naturstein: Trosselfels, Oberfläche “Aquapower”, Außenbereiche und Foyer Mendiger Basalt
Ausführende Natursteinfirma: Hofmann Naturstein, Werbach-Gamburg

Hochhausensemble Hagenholzstraße, Zürich

Hochhausensemble Hagenholzstraße, Zürich
Architekt: Arge Atelier WW I Max Dudler, CH-Zürich


Das Hochhaus-Ensemble begegnet der vorstädtischen Ambivalenz des Ortes mit einer beeindruckenden Eindeutigkeit und Konsequenz, die Maßstab und Dichte ebenso betrifft wie Körnung, Silhouette und Fassade. Neben der Kubatur der Baukörper ist dieser Eindruck der Fassade geschuldet. Glas und Stein changieren zwischen Abstraktion und materieller Präsenz, das Motiv der geschossübergreifenden Kolossalordnung spielt mit dem Maßstab und der Entfernung.

Verwendeter Naturstein: Cape Green Syenit
Ausführende Natursteinfirma: Hofmann Naturstein, Werbach-Gamburg

Neubau eines Verwaltungsgebäudes für die Stiftung Waisenhaus, Frankfurt/Main

Neubau eines Verwaltungsgebäudes für die Stiftung Waisenhaus, Frankfurt/Main
Architekten: B&V Braun Canton Volleth Architekten, Frankfurt/Main


Die Verwendung des Steins und seine subtile Oberflächenbehandlungen überzeugten die Jury. Der Entwurf zeigt, wie durch einen konzeptionellen Einsatz unterschiedlicher Steinoberflächen eine hochwertige, markante und urbane Architektur mit einer städtebaulich wirkungsvollen Gliederung entstehen kann. Es ist bemerkenswert, wie es dadurch gelungen ist, einem sehr großen Volumen eine den Parzellen entsprechende Gliederung zu geben.

Verwendeter Naturstein: Crailsheimer Muschelkalk, calcitgelb
Ausführende Natursteinfirma: Schön + Hippelein, Satteldorf

Sieger der Kategorie „Ein- und Mehrfamilienhäuser“ (Fassaden und Innenausbau)

Wohnhaus in München
Architekten: Petra und Paul Kahlfeldt Architekten


In ihrem klassizistischen Gestus und steinernem Kleid evoziert die Stadtvilla eine Sehnsucht, abhanden gekommene Baukultur wieder zu finden. Es geht dabei nicht so sehr um das Besondere an sich, das Anderssein, sondern um eine Normalität, die ideal oder zumindest besonders gut ist. Die klassische Sehnsucht nach idealer Normalität spiegelt sich auch in der palladianesken Attitüde wieder, in den Unterlagen nicht den gebauten Grundriss, sondern einen idealisierten Grundriss abzubilden. Die Fassadenkomposition überlagert palladianische Kompositionsprinzipien mit modernen, beispielsweise die Wiederholung der Geschosshöhe. Daraus entsteht ein Haus mit einer ganz eigenen emotionalen Geladenheit, die innerhalb der Jury kontrovers diskutiert wurde.

Wohnhaus in München von Petra und Paul Kahlfeldt Architekten
Verwendeter Naturstein: Crailsheimer Muschelkalk / Ausführende Natursteinfirma: Schön + Hippelein, Satteldorf

 

Weitere Nominierte der Kategorie „Ein- und Mehrfamilienhäuser“

Einfamilienhaus in Negreios, Portugal

Einfamilienhaus in Negreios, Portugal
Architekt: Anton Graf


Eine 50 m lange, monolithische Wand aus großen Granitblöcken bildet das Rückgrat dieses Einfamilienhauses in Portugal. Sie gibt dem Grundriss Ordnung und ist Leitelement der inneren Erschließung. Sie verstärkt als trennendes Element die Zonierung zwischen Wohnräumen und privaten Rückzugsbereichen und ermöglicht die effektvolle Inszenierung ihrer Verbindung. Sie setzt Statik und energetische Speichermasse sinnfällig in ein tragendes Thema des Hauses um. Die innere Lichtführung auf rauer Oberfläche macht den Kontrast zwischen der Schwere der Granitwand und leichter Pavillonstruktur aus Beton, Glas und Stahl sinnlich erfahrbar.

Verwendeter Naturstein: Granit
Ausführende Natursteinfirma: Zedasiães – Granitos, Carrazeda de Ansiães

Wohn- und Gewerbequartier, München, von Petra und Paul Kahlfeldt Architekten

Neubau eines Wohn- und Gewerbequartiers, München
Architekten: Petra und Paul Kahlfeldt Architekten


Die Jury würdigt die freistehende, dem Wohnungsbau vorbehaltene Gebäudescheibe als einen sehr kraftvollen, eigenständigen Baukörper mit hoher Qualität in der Detailausbildung der Fassade. Das Gebäude vereint Gestaltungselemente aus dem Industriebau des frühen 20. Jahrhunderts mit zukunftsweisendem qualitätvollem Wohnungsbau inmitten eines heterogenen Umfeldes. Die Fassaden werden durch Naturstein geprägt. Sie überzeugen durch hohe Qualität in der Detaillierung und der Verarbeitung des Materials, was dem Baukörper eine zeitlose Ausstrahlungskraft verleiht.

Verwendeter Naturstein: Cremeweißer Kalkstein aus Portugal (Crema Sintra)
Ausführende Natursteinfirma: Hofmann Naturstein, Werbach-Gamburg

 

Sieger Kategorie „Landschaftsbau und Freiraumgestaltung“ (Gärten, Parks und Plätze)

Außenanlagen des Hambacher Schlosses, Neustadt an der Weinstraße
Architekten: LOMA architecture . landscape . urbanism, Kassel


Der landschaftsarchitektonische Entwurf besticht durch seine differenzierte und einfühlsame Haltung im Umgang mit Naturstein. Die Stringenz des „steinernen Parketts“ markiert die neue Panoramaterrasse, hält die unterschiedlichen Platzniveaus zusammen und steht im Dialog mit dem natürlich anstehenden Fels und den verschiedenen bauhistorischen Zeitschichten.

Außenanlagen des Hambacher Schlosses, Neustadt an der Weinstraße
Verwendeter Naturstein: Leistädter Sandstein, örtlicher Buntsandstein, Albersweiler Granit / Ausführende Natursteinfirma: Clade, Neustadt; Alex Kaufmann, Neu Isenburg; Der Steinsetzer, Möckmühl

 

Weitere Nominierte der Kategorie „Landschaftsbau und Freiraumgestaltung“

Gedenkstätte für die ermordeten Wiesbadener Juden

Gedenkstätte für die ermordeten Wiesbadener Juden
Architekten: Barbara Willecke, planung.freiraum, Landschaftsarchitektin BDLA, Berlin

Die eingereichte Arbeit leistet einen starken und artifiziellen Beitrag. Es zeigt ein im Detail präzises differenziertes und in der Gesamtwirkung einprägsames Erscheinungsbild, das durch die einheitliche Verwendung qualitätsvoller Natursteine dem Stadtraum und dem Ort des Gedenkens jene Würde verleiht, die es benötigt, um die an ihn gestellten Erwartungen zu erfüllen. Ein insgesamt herausragendes Projekt und beispielhaft für das Thema Baukultur im öffentlichen Raum.
 
Verwendeter Naturstein: für Mauer Gedenkstätte: andesitischer  Vulkanit / Andesitlava; Namensteine: basischer Vulkanit / Basalt; Bodenbelag: basischer Vulkanit / Basalt; Fußgängerzone: graugelber mittel- bis grobkörniger Granit
Ausführende Natursteinfirma: P+H Steinkunstbau u. Fassadentechnik, Winnweiler; Schwartzneberg, Aachen; Gramenz Neubau, Wiesbaden

Neugestaltung Rheinboulevard Konrad-Adenauer-Ufer, Koblenz

Neugestaltung Rheinboulevard Konrad-Adenauer-Ufer, Koblenz
Architekt: RMP Stephan Lenzen Landschaftsarchitekten, Bonn Hamburg Köln


Das Projekt lebt von seiner klaren Struktur aus Bewegungsflächen und Aufenthaltsbereichen, die in ihrer hierarchischen Ausbildung in ein differenziertes Materialkonzept übersetzt werden. Zudem entsteht ein spannungsvoller Freiraum, der neben der steinerne Promenade am Rhein auch von großzügigen Rasenflächen und schattigen Aufenthaltsbereiche unter den großen Bestandsbäumen anbietet.

Verwendeter Naturstein: Bergische Grauwacke
Ausführende Natursteinfirma: Quirrenbach Grauwacke, Lindlar

 

Sieger der Kategorie „Massive Bauteile und Bauen im Bestand“
(Steindetails, Sanierung und Rekonstruktion)

Denkmalgerechter Umbau und Erweiterungsbau für das Hambacher Schloss, Neustadt an der Weinstraße
Architekt: Max Dudler, Berlin


Die sensible Heilung und Weiterentwicklung des historischen Ortes mit einem kraftvollen skulpturalen Mauerthema gelingt auch und gerade aus der Wahl und Beherrschung des eingesetzten Materials: Selbstbewusstsein und Einfühlung in den Ort, Eindeutigkeit und Zurückhaltung, Präzision und Ruhe kennzeichnen die herausragenden Qualitäten der architektonischen Gesamt-Komposition und ihrer Hülle aus regionalem Sandstein.

Denkmalgerechter Umbau und Erweiterungsbau für das Hambacher Schloss, Neustadt an der Weinstraße
Verwendeter Naturstein: Leistädter Sandstein, gespalten / Ausführende Natursteinfirma: Alex Kaufmann, Neu Isenburg

 

Weitere Nominierte der Kategorie „Massive Bauteile und Bauen im Bestand“

Aussegnungshalle Ingelheim in Frei-Weinheim, Ingelheim am Rhein

Aussegnungshalle Ingelheim in Frei-Weinheim, Ingelheim am Rhein
Architekten: Bayer & Strobel Architekten BDA


Die kräftige Körnung der Natursteinwände, zusätzlich gebrochen im Splitbelag der Innenhöfe, bildet einen notwendigen Gegenpart zur formalen Reduktion der Betonelemente, der holzgerahmten großflächigen Verglasungen, der Möblierung und Beleuchtung im Innenausbau. Raum und Material vermitteln wohltuende Ruhe und freundliche Klarheit: in fließenden Übergängen zwischen Innenraum und bergenden Höfen vermitteln sie nicht nur räumlich Halt.

Verwendeter Naturstein: Travertin „Sonderbruch“
Ausführende Natursteinfirma: August Wolfsholz Ingenieurbau, Leonberg

Neubau Besucherzentrum Schloss Heidelberg

Neubau Besucherzentrum Schloss Heidelberg
Architekten: Max Dudler, Berlin


Der Neubau des Besucherzentrums spielt auf vorbildliche Weise mit dem Charakter und der Historie des Ortes: Ein schmaler Baukörper schmiegt sich wie selbstverständlich an die Hangkante und an die Mauern der alten Wehranlage an. Die gewählte Formensprache, der Einsatz des Steins und die außergewöhnliche Detailqualität beeindrucken das Preisgericht: Scheinbar monolithisch gefügte Mauern erinnern an das Bruchsteinmauerwerk der historischen Stützmauern. Tiefe individuell und spannungsreich gesetzte Fenstereinschnitte bauen schöne Blickbezüge zum Eingangsportal und zum Garten auf.
 
Verwendeter Naturstein: Neckartäler Hartsandstein, gespalten
Ausführende Natursteinfirma: Bamberger Natursteinwerk Hermann Graser, Bamberg

Die Preisverleihung erfolgte auf dem Messestand des Deutschen Naturstein-Verbandes. Der Gewinner erhielt ein Preisgeld von 15.000 Euro, die anderen drei Kategoriensieger jeweils 5.000 Euro.

Prämiert wurde die vorbildliche Gestaltung und technisch zeitgemäße Konstruktion von Projekten in Europa unter maßgeblicher Verwendung von Naturstein aus Europa, ausgeführt von europäischen Naturstein-Fachbetrieben. Die Auslobung erfolgte durch den Deutschen Naturwerkstein-Verband e.V. gemeinsam mit dem Bund Deutscher Architekten BDA. Die Jury des Deutschen Naturstein-Preises hatte im Februar aus rund 60 Einreichungen 15 Projekte nominiert.

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