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Volkwin Marg, Meinhard von Gerkan, gmp, Architekturgalerie München, Marcus Bredt, Saskia Wehler

Die Kunst der richtigen Distanz: Auf Augenhöhe mit den Architekten Meinhard von Gerkan und Volkwin Marg

Es ist ein dreifaches Jubiläumsjahr für gmp: Das Büro feiert sein 50-jähriges Bestehen und die beiden Geschäftsführer ihren 80. Geburtstag. Passend zu diesem Anlass wurde die Ausstellung »Die Kunst der richtigen Distanz« mit einer ungewöhnlichen Art der Darstellung konzipiert, um auf 50 Jahre Architekturgeschichte zurückzublicken: Die Betrachtung von außen wird anhand von unterschiedlichen Medien in neue Zusammenhänge gestellt.

Der erste Raum trägt den Titel »in Bild und Wort«: Hier hängen 25 Fotos nationaler und internationaler Projekte an der Wand, die der Architekturfotograf Marcus Bredt aktuell festgehalten hat. Im Vordergrund steht dabei die Atmosphäre der Umgebung, nicht das Gebäude selbst. Auf dem schwarzen Boden finden sich in weißer Schrift Zitate aus den Kritiken, die den Bildern zugeordnet sind. Diese Gegenüberstellung von damals und heute reflektiert teilweise die derzeitige Wirkung der Bauten und bringt auch Widersprüche hervor. Selbst Meinhard von Gerkan erkannte sein Lieblings-Bauwerk zunächst nicht, da er es aus dieser Perspektive noch nie betrachtet hatte. Ein Podest aus Pappschichten ermöglicht dem Besucher, die Distanz zu den Bildern selbst zu wählen.

In Raum zwei »in Zeit und Kontext« ist Architektur anhand einer Reihe von historischen Journalen und Fachzeitschriften, im Bezug zu ihrer Entstehungszeit dokumentiert. Die essayistischen Aussagen der Magazine und Zeitungsausschnitte sind in einem eigens dafür entworfenen Papp-Möbel in Szene gesetzt.

Der »Alltag vor Ort« wird im letzten Raum gezeigt: In Videoaufnahmen von sechs gmp-Bauten vor Ort sind persönliche Eindrücke von Passanten festgehalten. Die Aufzeichnungen sollen den Besuchern zudem Mut machen, sich über Architektur zu äußern, denn positive Kritik ist nur dann glaubwürdig, wenn es auch negative gibt. Die Sicht von Dritten, der »distanzierte Blick« des einzelnen, ist ungemein wichtig, so Volkwin Marg, um sich weiterentwickeln zu können.  

Trotz der langjährigen Erfahrung, die Meinhard von Gerkan und Volkwin Marg bei über 400 realisierten Projekten sammeln durften, sind sie auf dem Boden geblieben. Mit viel Humor und zugleich der nötigen Ernsthaftigkeit betrachteten sie diese unkonventionelle Inszenierung ihrer Werke genauso neugierig wie ihre ersten Besucher. Die Offenheit gegenüber den geäußerten Kritiken und der Wahrnehmung anderer erklärt vielleicht den kontinuellen Erfolg des Büros der letzten 50 Jahre.  

Einen weiteren Blick von Architekturkritiken auf das Werk von gmp zeigt die in der Edition DETAIL erschienene Publikation »Bauen zwischen Welten«.

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