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Die Poesie der Struktur: Bernard Zehrfuss

Die Ausstellung konzentriert sich vor allem auf die symbolstarken realisierten Bauten von Bernard Zehrfuss. Erstmals werden hierfür die Originalmodelle und graphischen Dokumente des Architekten aus den Archiven der Sammlung der »Cité de l'architecture« gezeigt.

Ort:
Cité de l'Architecture et du Patrimoine - Palais de Chaillot, 1 place du Trocadéro 75116, Paris, Frankreich
Dauer: 19 Juni bis 13 Oktober 2014

Innenaufnahme, Zehrfuss, Palais de l’Unesco, Paris, Jean Biaugeaud, Plenarsaal
Innenaufnahme des »Palais de l’Unesco«, Paris, Centre d’archives d’architecture du XXe siècle, Foto: Jean Biaugeaud

Die »Cité de l’architecture« in Paris widmet sich dem französischen Architekten Bernard Zehrfuss (1911–1996). Erstmals werden originale Modelle und grafische Dokumente des Architekten aus den Archiven der Sammlung des »Cité de l’architecture« gezeigt. Zehrfuss studierte an der Ecole des Beaux Arts in Paris. Seine Karriere begann während des Zweiten Weltkriegs im Exil: In Tunesien wurde er mit der Leitung eines Büros für Architektur und Städteplanung beauftragt. Seine Rückkehr nach Frankreich ist gekennzeichnet durch den Wiederaufbau zweier außergewöhnlicher Industriegebäude, die im Krieg zerstört wurden: die Druckerei »L'imprimerie Mame« in Tours (1948–53) und die Fabrik von »Renault« in Flin (195057). Die Ausstellung zeigt außerdem dessen Studien für das Stadtviertel »La Défense«.

Exemplarisch für die Entwicklung der Betonfertigteilbauweise sind Zehrfuss’ momumentale Wohnbauten im Pariser Umland, wie dem »Hauts du Lièvre« Megablock in Nancy mit einer Länge von 400 Metern. Doch weder die Ausstellung noch die begleitende Monografie betrachten diese Entwürfe kritisch, obwohl Zehrfuss selbst sie am Ende seines Lebens als »gescheitert« bezeichnete. Mit dem Schachzug, die originalen Dokumente aus den Archiven zu präsentieren, wird von den Kurartoren vielmehr ein idealisiertes Bild der Projekte reproduziert. Das umstrittene historische und soziologische Erbe der Arbeiten von Bernard Zehrfuss wird reduziert auf das simple Motto einer »poetischen Struktur«. Dass die »Poesie« dieser Gebäude eine widersprüchliche Entwicklung in der französischen Architektur des 20. Jahrhunderts spiegelt, blenden die Initiatoren der Ausstellung leider aus.        

Zehrfuss, Ausstellung, Paris, Innenaufnahme, Modell
Blick in die Ausstellung, Foto: Gilda Bélorgey
Zehrfuss, Ausstellung, Paris, Innenaufnahme, Modell
Ausstellungssaal der Cité de l'Architecture et du Patrimoine, Foto: Gilda Bélorgey
Zehrfuss, Ausstellung, Paris, Innenaufnahme, Modell
Ausstellungssaal der Cité de l'Architecture et du Patrimoine, Foto: Gilda Bélorgey
CNIT »Centre des Nouvelles Industries et Technologies«, Centre d’archives d’architecture du XXe siècle, Foto: Jean Biaugeaud
Aussenaufnahme, Palais de l’Unesco, Paris, Centre d’archives d’architecture du XXe siècle, Zehrfuss, Beton
Außenaufnahme des »Palais de l’Unesco«, Paris, Centre d’archives d’architecture du XXe siècle
Baustelle, CNIT, Centre d’archives d’architecture du XXe siècle, Zehrfuss
Baustelle des CNIT, Centre d’archives d’architecture du XXe siècle, Foto: M. Desjardin

weitere Informationen:
www.citechaillot.fr

Stichworte:
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