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S AM, Basel, Schweiz, Ausstellung, Swim City

Die Stadt zieht vorbei: Ausstellung »Swim City« in Basel

Der Badesommer beginnt dieses Jahr im Museum. Während der Rhein mit 13 Grad noch nicht die großen Massen zum Schwimmen einlädt, können Besucher im S AM trotzdem bereits eintauchen. Durch den Vorhang einer Badekabine hindurch, betritt man einen mit Kies gefüllten Raum. Das Knirschen unter den Füßen vermischt sich mit den Geräuschen der wandgroßen Videoinstallation. Auf drei Bildschirmen wird der Film von Regisseur Jürg Egli gezeigt, der mithilfe eines Kamerafloßes das Flussschwimmen aus der Perspektive eines Schwimmers erlebbar macht. In der Mitte ist der Blick immer in Richtung des Stromes gerichtet, während rechts und links die Stadt vorbeizieht.

Der Grund, weshalb das Architekturmuseum einer Freizeitaktivität eine ganze Ausstellung widmet, findet sich im städtebaulichen Zwang zur Verdichtung. Die Forschung zur vorangegangenen Ausstellung »Dichtelust« zeigte, dass die immer dichter werdenden Städte nur dann funktionieren können, wenn gleichzeitig mehr öffentlicher Raum geschaffen wird. Und Flüsse können zu öffentlichem Raum werden, wenn sie benutzbar gemacht werden.

In drei Abschnitten führt die Ausstellung an das Thema heran. Einen Einstieg für jene, die noch nie in Flüssen geschwommen sind, bietet die oben beschriebene Videoinstallation. Sie erlaubt außerdem, sich in Ruhe auf die Unterschiede der vier Schweizer Städte zu konzentrieren, in denen die Aufnahmen entstanden. Von urbanem Gewusel bis hin zu Vogelgezwitscher umgeben von Bäumen kann einem in Basel, Bern, Genf oder Zürich alles begegnen. Im zweiten Teil werden diese vier Städte dann mit ihrer unterschiedlichen Entwicklung porträtiert. So wurde in Basel eine Chemiekatastrophe 1986 zum Katalysator der politischen Interventionen. Das Ufer wurde mit Treppen und Ausstiegshilfen versehen, das Wasser gereinigt und inzwischen ist der Fluss aus dem Leben der Bewohner nicht mehr wegzudenken.

Zuletzt zeigt das S AM Beispiele europäischer und nordamerikanischer Städte, die ebenfalls versuchen, ihren Fluss den Stadtbewohnern zugänglich zu machen. Einige befinden sich dabei noch in der Vorstufe mit Bädern, die im Fluss schwimmen, weil die Wasserqualität mehr noch nicht zulässt, in anderen werden Schwimmkörper zum erweiterten Stadtraum. Dabei beziehen sich alle sechs Projekte auf die Schweizer Vorbilder.

In einer begleitenden Publikation werden die Gedanken zur Bedeutung des Flussschwimmens vertieft. Außerdem enthält sie die Fotografien, welche Lucía de Mosteyrín in Basel, Bern, Genf und Zürich aufgenommen hat. Beim Betrachten möchte man gleich das Buch in den Schwimmsack packen und sich damit zu all den badenden Mitbürgern ins Wasser stürzen.

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Weitere Informationen:

Direktor S AM, Co-Kurator: Andreas Ruby
Co-Kuratoren: Barbara Buser, Yuma Shinohara
Film: Jürg Egli
Fotografie: Lucía de Mosteyrín

Eine ausführliche Print-Dokumentation finden Sie in unserer Ausgabe DETAIL 7+8/2019 mit dem Themenschwerpunkt »Architektur und Wasser«.
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Dieser Artikel ist aus dem Heft:
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