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Foto: IIT/TR, »rendering codes Zukunft Putz«, Die Zukunft der Putzfassade, Ausstellung in München

Die Zukunft der Putzfassade - eine Ausstellung in München

»Eine Schule des Sehens«, seien die visualisierten Ergebnisse, sagte Merk. Allerdings sei der Putz in den Hintergrund getreten, weil Putzfassaden nur noch Alltagsschönheiten im Wohnungsbau sind. »Die heutigen Putzfassaden sind in der Regel funktional, aber nicht schön.« Das war in München schon mal anders. Vor allem Gebäude aus der Nachkriegsmoderne zeichnen sich durch sehr filigrane Putzfassaden aus. Doch ihre Behörde täte sich schwer, für deren Erhalt zu kämpfen, konstatierte Merk. Erfolg habe sie nur, wenn es sich um denkmalgeschützte Fassaden handle.

Zum Konzept der Studie gehört es, Architekten, Maler, Stuckateure und Behördenmitarbeiter für den Putz als Gestaltungselement zu sensibilisieren und neue Ideen für die Putzfassade zu entwickeln. Dazu werden moderierte Workshops angeboten, sogenannte WorkLabs. Ein Angebot, dass Merk für die Mitarbeiter ihres Planungsreferates gerne annimmt.

Doch warum ist Putz als Gestaltungselement nicht mehr im Fokus von Bauherren, Architekten und Behörden? Dafür gebe es mehrere Gründe, sagte Markus Schlegel, Professor für von Hochschule  Hildesheim und mitverantwortlich für die Durchführung der Studie. Die Putzindustrie habe den Werkstoff in den vergangenen 50 Jahren vor allem technisch weiterentwickelt, nicht aber gestalterisch. Zudem gebe es heute ungleich mehr Werkstoffe, mit denen sich Fassaden gestalten lassen. Werkstoffe und Materialien, die darüber hinaus mehr können als das Gebäudeinnere vor Wind und Wetter zu schützen. Und nicht zuletzt hat der massive Einsatz von Wärmedämmverbundsystemen dazu geführt, dass sich das Image der WDVS als Gestaltungskiller auf den Putz überträgt.

Wie könnte nun die Zukunft der Putzfassade aussehen? Das erarbeiten Architekten, Behörden, Fachhandwerker und Studenten in den WorkLabs. In diesen Workshops mussten und müssen sich die Teilnehmer Gedanken zur Fassade und zur Oberfläche im Jahr 2040 machen. »Dabei geht es nicht darum, was sich die Experten wünschen, sondern was sie für wahrscheinlich halten«, sagte Schlegel. Schon jetzt lassen sich wiederkehrende Einschätzungen ablesen und daraus Szenarien ableiten. Eines dieser Szenarien ist, sich stärker mit Zuschlagstoffen zu beschäftigen. Etwa mit organischen LEDs, die eine Putzfassade zum Leuchten bringen, oder mit stromerzeugenden Zuschlagstoffen. Kombiniert man diese Forderung mit neuen Applikationsmethoden kommt man schnell auf einen Fassadendrucker, der der Forderung nach Individualisierung entspricht. Für die Industrie könnte das bedeuten, dass sie künftig Fassadenroboter als Serviceleistung zur Verfügung stellt.

Auch mit dem Armierungsgewebe beschäftigten sich die Designstudenten in einem Workshop. Zwei Fragen drängten sich Ihnen auf: Könnte das Armierungsgewebe nicht mehr als dem Putz nur Stabilität zu verleihen? Und warum sollte man das Gewebe nicht in die Gestaltung der Fassade mit einbeziehen und ihm dazu eine neue Form verpassen? Natürlich gibt es etliche Gründe, warum das nicht so einfach ist. Aber: Ein Unternehmen hat den Gedanken bereits aufgegriffen und arbeitet an der Weiterentwicklung seines Armierungsgewebes.

Denn nur wenn man die bekannten Denkmuster durchbricht, kann man den Putz als Gestaltungselement weiterentwickeln und in die Zukunft führen.

Die Ausstellung ist noch bis zum 1. Juni zu sehen (Lokalbaukommission München, Blumenstraße 19). Unterstützt werden Ausstellung und WorkLabs von der Messe FAF Farbe Ausbau und Fassade. 2019 ist dann eine abschließende Präsentation der Ergebnisse auf der Messe FAF Farbe Ausbau und Fassade in Köln geplant.

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