You are using an outdated browser. Please upgrade your browser to improve your experience.

print article Artikel drucken

Die Zukunft des Bauens – Lebenswelten im Demographischen Wandel

Lebenswelten im Demographischen Wandel
„Nach Angaben des statistischen Bundesamtes leben in Deutschland über 7 Millionen Menschen mit einer schweren Behinderung, das entspricht einem Anteil von etwa 8,9 % der gesamten Bevölkerung. Ein Großteil dieser Menschen ist älter als 55 Jahre, fast ein Drittel sogar älter als 75 Jahre. Vor dem Hintergrund der demografischen Entwicklung kann in Zukunft mit einem kontinuierlichen Anstieg von Menschen mit unterschiedlichen Einschränkungen gerechnet werden“, heißt es im Leitfaden Barrierefreies Bauen des BMUB, um die Relevanz der Thematik zu verdeutlichen. Welche offensichtlichen oder vielleicht auch weniger naheliegenden Aspekte betreffen die sich ändernden demographischen Strukturen? Welchen Einfluss haben diese Veränderungen auf den Städtebau und die Architektur?

Die Veranstaltung „Lebenswelten im Demographischen Wandel“ spannt den Bogen von Eingriffen in den städtischen Kontext über barrierefreie Wohnformen bis zum Produktdesign nach Universal Design- und Ambient Assisted Living-Kriterien oder zu speziellen Anforderungen einer „Healing Architecture“. Dabei soll besonders der Frage nach den Aufgaben der Architekten nachgegangen werden. Die Veranstaltung gibt Einblick in aktuelle Forschungsprojekte und versucht eine Bilanz der bisherigen Bestrebungen von Politik, Lehre, Planung und Wirtschaft zu ziehen.

 

 

 

Programm

10:00 Uhr: Expertenrunde (nicht öffentlich, NUR geladene Gäste)

14:00 Uhr: Begrüßung und Buchvorstellung
Best practice – Soziale Faktoren nachhaltiger Architektur
Guido Hagel, Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR), Bonn

14:15 Uhr: Der demographische Wandel: Konsequenzen für Wohnungsnachfrage und Stadtentwicklung
Matthias Waltersbacher, Referatsleiter „Wohnungs- und Immobilienmärkte“, BBSR, Bonn

14:45 Uhr: Barrierefreiheit im öffentlichen Raum
Prof. Irene Lohaus, Institut für Landschaftsarchitektur, TU Dresden

15.15 Uhr: Wohnen für ein langes Leben: Technische Assistenzsysteme für ältere Menschen
Dr. Claus Wedemeier, GdW Bundesverband deutscher Wohnungs- und Immobilienunternehmen e.V., Berlin

15.45 Uhr: Kaffeepause

16.15 Uhr: Wohnquartiere im demographischen Wandel
André Zaman, Leiter Planung und Projektmanagement, BASF Wohnen + Bauen GmbH, Ludwigshafen

16.45 Uhr: Lebenswelten integrieren – Generationengerechte Architektur
Jörg Fischer, Geschäftsführer, Feddersen Gesellschaft von Architekten mbH, Berlin

17.15 Uhr: Diskussion Moderation Prof. Christiane Sauer

Anmeldung
Die Veranstaltung ist kostenlos, um Anmeldung wird jedoch gebeten (siehe unten).

Kurze Werbepause

Der demographische Wandel: Konsequenzen für Wohnungsnachfrage und Stadtentwicklung
Matthias Waltersbacher, Referatsleiter „Wohnungs- und Immobilienmärkte“, BBSR, Bonn

Matthias Waltersbacher befasst sich mit demographischen Trends und deren Auswirkungen auf den Wohnungsmarkt. Dabei gibt er einen Einblick in die Tätigkeiten des Referats für Wohnungs- und Immobilienmärkte des BBSR und Veröffentlichungen wie beispielsweise die Wohnungsmarktprognose 2025 oder die Raumordnungsprognose 2030. Der Wohnungsbedarf wird anhand vieler verschiedener Indikatoren gemessen, rein quantitative Aussagen über das Wohnen der Zukunft sind nicht mehr ausreichend. Zum einen sind reine Mengenermittlungen wie z.B. die Neubaurate in vielen Regionen nicht mehr aussagekräftig, zum anderen erfordert die hohe Nachfrage an individualisierten Wohnbedürfnissen eine Abkehr von bisher standardisierten Kennziffern. Der demographische Wandel wird hinsichtlich der Lebensweisen der Haushalte und der daraus entstehenden Nachfrage interpretiert. Eine zunehmend individualisierte Lebensweise bei gleichzeitigem Rückgang „normaler“ Haushaltsbiographien und familiärer Netze stellt die Wohnungsmärkte vor neue Situationen. Durch eine umfassende Wohnungsmarktbeobachtung und -analyse können Aussagen zur zukünftigen Situation des Wohnungsmarkts sowie der Stadtentwicklung getroffen werden.

Matthias Waltersbacher ist seit 2003 beim Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung als Referatsleiter tätig. Nach dem Studium an den Universitäten Mannheim und Würzburg mit Abschluss Geographie, begann er seine berufliche Karriere 1990 bei einem Beratungs- und Forschungsinstitut in Hamburg. Seit 1993 arbeitet er für Bundesforschungseinrichtungen im Themenfeld Wohnen und Wohnungsmarkt. Seine Arbeitsschwerpunkte sind die Wohnungs- und Immobilienmarktbeobachtung, wohnungspolitische Analysen und Prognosen.

 

Barrierefreiheit im öffentlichen Raum
Prof. Irene Lohaus, Institut für Landschaftsarchitektur, TU Dresden

Eine barrierefrei gestaltete Umwelt, die die Bedürfnisse aller Nutzer berücksichtigt, wird in Zukunft – besonders vor dem Hintergrund der sich ändernden Alterspyramide – unerlässlich bleiben. Das barrierefreie Planen und Bauen ist durch seine Vielschichtigkeit gekennzeichnet. Dies betrifft sowohl die Vorgaben der verschiedenen Nutzungsbereiche, als auch die Phasen der Planungsprozesse. Teilweise werden verschiedene rechtliche Grundlagen gleichzeitig berührt, teilweise sind diese nur für einzelne Gebäudeteile maßgeblich. Die Verantwortlichkeiten und Zuständigkeiten im Verfahrensprozess sind nicht immer durchgängig geregelt. Irene Lohaus, Autorin des Leitfadens Barrierefreies Bauen, stellt die bestehenden Grundlagen dar und erläutert die Einbeziehung des barrierefreien Planens und Bauens in die Planungs- und Ausführungsprozesse. Weiterhin gibt sie einen kurzen Ausblick auf aktuelle und noch laufende Forschungsprojekte.

Prof. Irene Lohaus ist Landschaftsarchitektin und Stadtplanerin. Sie ist Gesellschafterin von LohausCarl Landschaftsarchitektur, Hannover und Dresden und hat die Professur für Landschaftsbau am Institut für Landschaftsarchitektur der Technische Universität Dresden inne. 

 

Wohnen für ein langes Leben: Technische Assistenzsysteme für ältere Menschen
Dr. Claus Wedemeier, GdW Bundesverband deutscher Wohnungs- und Immobilienunternehmen e.V., Berlin

Technische Assistenzsysteme halten mit Bezeichnungen wie Ambient Assisted Living (AAL) und Smart Home zunehmend in Mietwohnungen Einzug. Sie helfen, älteren und körperlich eingeschränkten Menschen länger sicher, komfortabel und eigenständig in ihrer Umgebung und Wohnung leben zu können. Aber nicht nur Mieter, sondern auch Wohnungsunternehmen und Gesellschaft profitieren. Zudem wird der Gesundheitsstandort Wohnung gestärkt. Zu diesen Ergebnissen kommt die im Rahmen der Forschungsinitiative "Zukunft Bau" geförderte Studie "Technische Assistenzsysteme für ältere Menschen – eine Zukunftsstrategie für die Bau- und Wohnungswirtschaft", die gemeinsam vom GdW Bundesverband deutscher Wohnungs- und Immobilienunternehmen, dem SIBIS Institut für Sozialforschung und Projektberatung GmbH und der InWIS GmbH erstellt wurde. Ziel des Forschungsprojekts war es, Aktivitäten von Wohnungsunternehmen im Bereich AAL zu bilanzieren und den Beitrag, den technische Assistenzsysteme und technikgestützte Dienstleistungen für die Anforderungen des demografischen Wandels leisten, zu analysieren und Empfehlungen abzuleiten. Claus Wedemeier wird in seinem Vortrag der Frage nachgehen, welche Technik und Anwendungen Mieter befürworten und wünschen. Er wird verschiedene Finanzierungsmodelle vorstellen und basierend auf den Ergebnissen der Studie Empfehlungen an Marktbeteiligte und Politik geben.

Dr. Claus Wedemeier übernahm 2002 das Referat Multimedia und IT, Statistik und Research beim GdW Bundesverband deutscher Wohnungs- und Immobilienunternehmen e.V. in Berlin. Seit 2009 betreut er dort zusätzlich das Thema Wohnen für ein langes Leben, seit 2010 ist er Referent für Wohnen für ein langes Leben, Multimedia, IT. Nach einer Referatsumbenennung ist er seit 2015 Referent für Demografie und Digitalisierung.

 

Wohnquartiere im demographischen Wandel
André Zaman, Leiter Planung und Projektmanagement, BASF Wohnen + Bauen GmbH, Ludwigshafen

Die BASF Wohnen + Bauen ist das Wohnungsunternehmen der BASF. Sie stellt für die Mitarbeiter der BASF und eine breite Zielgruppe der Bevölkerung ein umfangreiches Angebot an zeitgemäßen Wohnungen zur Verfügung. Knapp 7.000 Wohnungen in Ludwigshafen und Umgebung gehören derzeit zum Bestand des Unternehmens. Die BASF Wohnen + Bauen hat das Thema demografischen Wandel erkannt und verschiedene Konzepte zum Thema „Allen gerechtes Wohnen“ entwickelt. André Zaman wird zwei Projekte hinsichtlich baulicher und soziokultureller Aspekte vorstellen. Mit der Modernisierung der denkmalgeschützten Wohnanlage Hohenzollernhöfe wurde ein generationenübergreifendes Wohnmodell für die Zukunft geschaffen. Die Hohenzollern-Höfe mit ihrer historischen Architektur werden allen Zielgruppen und Lebensabschnitten gerecht. Dies ermöglichen verschiedene Wohnungsgrößen mit flexiblen, barrierearmen Grundrissen. Die Wohnungen sind größtenteils über Aufzüge erschlossen. Neue, vorgestellte Balkone an fast allen Wohnungen sowie energieeffiziente Maßnahmen erhöhen die Lebensqualität. Die zukünftigen Bewohner wurden bereits vor der Sanierung durch Workshops in die Planung integriert. Als erstes Mehrgenerationenwohnprojekt wurde das „Haus Noah“ im Stadtteil Pfingstweide in Ludwigshafen von der ersten Idee bis zur Umsetzung realisiert. Heute bietet es Familien, aber auch Alleinstehenden, jungen Menschen und Senioren die Möglichkeit, sich aktiv in eine lebendige Nachbarschaft einzubringen.

André Zaman ist Leiter der Abteilung Planung und Projektmanagement bei der BASF Wohnen + Bauen GmbH, Ludwigshafen.

 

Lebenswelten integrieren – Generationengerechte Architektur
Jörg Fischer, Geschäftsführer, Feddersen Gesellschaft von Architekten mbH, Berlin

Feddersen Architekten sind Spezialisten für integratives Wohnen. Jörg Fischer wird Best-Practice-Projekte generationengenrechter Architektur vorstellen, mit Fokus auf die besonderen Bedürfnisse älterer Menschen. Er zeigt dabei den Wandel vom klassischen Pflegeheim zur Vielfalt der Angebotsformen – von der Tagespflege bis zu spezialisierten Kompetenzzentren für Menschen mit Demenz – sowie neue Wohnformen. Eine besondere Herausforderung liegt in der Architektur für Menschen mit Demenz. Sie orientiert sich an der unmittelbaren sinnlichen Erfahrung. Räume, die übersichtlich, hell und kontrastreich gestaltet sind, erleichtern die intuitive Orientierung. Klare Strukturen vermitteln Sicherheit und Geborgenheit. Gewohnheiten und Rituale geben Betroffenen Halt und strukturieren ihren Tag. Jörg Fischer wird diese Prinzipien an einigen Beispielen veranschaulichen. An Menschen jeden Alters richten sich Wohnkonzepte im Universal Design. Architektur, die der Vielfalt von Biografien und Lebenssituationen gerecht wird, kann Benachteiligungen ausgleichen und Ausgrenzung vermeiden. Universal Design kann allen Menschen, ganz gleich mit welchen Einschränkungen sie konfrontiert, welcher sozialen oder ethnischen Herkunft sie auch sind, Sicherheit, Komfort und Teilhabe ermöglichen.

Jörg Fischer ist seit April 2014 Inhaber und Geschäftsführer der Feddersen Gesellschaft von Architekten mbH. Nach dem Architekturstudium an der TU Berlin und der UdK Berlin war er von 1988 bis 1992 als Architekt im Büro Feddersen, von Herder & Partner, Berlin, tätig, ab 1992 auch als Partner. Von 1993 bis 2005 arbeitete Jörg Fischer im Architekturbüro mit Eva-Maria Lunetto, Berlin, sowie in Kooperationen mit internationalen Büros. In den Folgejahren war Jörg Fischer als freier Architekt in Kooperation mit feddersenarchitekten tätig, seit 2009 als assoziierter Partner.

Anmeldung zur Veranstaltung

Wir bitten um Ihre verbindliche Anmeldungen über das Online-Tool oder Sie senden eine Nachricht per Mail an Kathrin Wiblishauser (wiblishauser@detail.de). Die Teilnahme ist kostenfrei.

Konferenz - Online Event Management mit der Ticketing-Lösung von XING EVENTS

Kooperationspartner

Aktuelles Heft
DETAIL 11/2018
DETAIL 11/2018, Licht und Raum

Licht und Raum

Zum Heft
Shop-Empfehlung
Anzeige

ARCHITEKTUR & DESIGN

Detail Newsletter

Wir informieren Sie regelmäßig über internationale Projekte, Neuigkeiten zu Architektur - und Designthemen, Research und aktuellen Veranstaltungen in unserem Newsletter.