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Wohnungsbau WagnisART, bogevischs buero, SHAG Schindler Hable Architekten, München, Michael Heinrich

Dorf in der Großstadt: Wohnungsbau WagnisART in München

Der Wohnungsbau ist bereits das fünfte Projekt der Münchner Genossenschaft Wagnis und liegt in dem neuen Wohnquartier »Domagkpark«, einem ehemaligen Militärgelände im Norden von München. Der benachbarte Kunsthof ist ein Überbleibsel der Künstlerkolonie, die sich in den leerstehenden Kasernengebäuden niedergelassen hatte. So erklärt sich auch der von der Genossenschaft gewählte Projektname »wagnisART«. Mit seiner dynamisch anmutenden Form hebt sich das genossenschaftliche Gebäudeensemble deutlich von der streng orthogonalen Nachbarbebauung ab. Dies war möglich, weil sich die Vorgaben des Bebauungsplans auf eine umlaufende Baugrenze und eine maximale Geschosszahl von fünf Geschossen beschränkten.

Mit zahlreichen öffentlichen und gemeinschaftlichen Nutzungen wie Restaurant, Veranstaltungsraum, Ateliers, Werkstätten und Büros sowie den halböffentlichen Plätzen zwischen den einzelnen Gebäuden bildet das Projekt einen wichtigen Stadtbaustein und trägt wesentlich zur Urbanität und Vernetzung im Wohnquartier bei. Insgesamt umfasst »wagnisART« 138 Wohnungen unterschiedlicher Größe. Eine Besonderheit stellen die so genannten Clusterwohnungen dar, eine Art gemeinschaftliche Großwohnungen mit bis zu 400 m² Wohnfläche: Bis zu acht kleine Apartments mit Bad und Kochnische sind um einen gemeinschaftlichen Wohnbereich angeordnet und bieten somit eine Mischform zwischen individuellem und gemeinschaftlichem Wohnen.

Ein Grundsatz der Genossenschaft Wagnis ist die Partizipation; daher entstand der Entwurf in intensiver Zusammenarbeit mit den späteren Nutzern. Neben den öffentlich genutzten Erdgeschosszonen kristallisierte sich die gemeinschaftliche Dachgartenlandschaft als zentrale Idee heraus: Brückenkonstruktionen verbinden die Dachterrassen der einzelnen Häuser miteinander und betonen den gemeinschaftlichen Charakter des Projekts. Auch die verschiedenen Freiflächen auf Erdgeschossniveau spielten eine wichtige Rolle im Entwurfsprozess. Durch die Anordnung der fünf Gebäude entstehen zwei ineinanderfließende Höfe mit unterschiedlichem Charakter: Während der steinerne Hof dazu einlädt, sich zu versammeln oder zu feiern, dient der ruhige, grüne Hof vor allem der Entspannung.

Das außergewöhnliche Genossenschaftsprojekt erhielt kürzlich den Deutschen Städtebaupreis. In der Begründung der Jury heißt es: »Insgesamt entstand ein wunderbarer Ort mit unverwechselbarer Identität, dessen Ausstrahlung das ganze ehemalige Kasernengelände aufwertet und verwandelt.«

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