You are using an outdated browser. Please upgrade your browser to improve your experience.

print article Artikel drucken

Drucke von Format

Darf es etwas mehr sein? Wenn weder A4- noch A3-Format genügend Fläche bieten, kommen Large-Format-Printer ins Spiel, die in Büroumgebungen Großformatiges wie Bauzeichnungen, Poster oder Fotos drucken.

Der digitale Großformatdruck hat sich in den letzten Jahren rapide weiterentwickelt. Er bietet inzwischen zahlreiche Anwendungsmöglichkeiten in ganz unterschiedlichen Geschäftsfeldern – vom qualitativ sehr hochwertigen Foto- und Fine-Art-Druck über die Ausgabe von Plakaten und Postern bis hin zum schnellen und gleichzeitig äußerst exakten Druck für den CAD-, GIS- und Architekturbereich.

DETAIL Sonderpublikation 11|2013: Architekt & IT, Thema Großformatdrucker
Besonders schnell sind Large-Format-<br>Printer mit LED-Drucktechnologie wie <br>der Farbprinter KIP C7800.

Formate und Drucktechnologien
Als Großformatdrucker (Large Format Printer, LFP) gelten in der Regel Systeme mit Druckformaten ab A0. Der Handel bezeichnet allerdings oft auch bereits A2- Printer als großformatige Drucker. Nach oben hin ist das Format nicht begrenzt. Die bislang größten Large-Format-Printsysteme, die meist bei größeren Druckdienstleistern zum Einsatz kommen, besitzen Druckbreiten von etwa fünf Metern.

Beim überwiegenden Teil der großformatigen Drucker handelt es sich um Inkjet-Systeme, die häufi g mit den vielseitig verwendbaren Piezo-Druckköpfen ausgestattet sind. Sie können so gut wie alle Arten von Tinten verarbeiten. Da sich für viele Anwendungen aber auch wasserbasierte Tinten nutzen lassen, eignen sich auch Bubblejet- beziehungsweise Thermal- Inkjet-Druckköpfe für den Großformatdruck.

Darüber hinaus sind auch großformatige LED-Farb- und Schwarzweiß-Systeme von Herstellern wie KIP oder Océ erhältlich, die Formate bis A0 beziehungsweise 914 Millimeter Breite ausgeben und in der Regel schneller drucken als Tintenstrahldrucker. Angesteuert werden Großformatdrucker meist über entsprechende RIP-Software (Raster Image Processing), die über viele unterschiedliche Funktionen verfügt. Sie übernimmt neben dem Workflow auch das Farbmanagement. Die passenden RIPs für die verschiedenen Anwendungsbereiche sind in der Regel über den Hersteller des Drucksystems erhältlich.

LFP-Systeme für CAD und GIS
Beim Druck von Zeichnungen, Plänen und Landkarten sind besondere Qualitäten gefragt, wie man sie für CAD, Architektur und GIS (Geoinformationssysteme) benötigt. Hier geht es nicht vorrangig um den Druck von Bildern, sondern hauptsächlich darum, eine möglichst exakte Linienführung in Zeichnungen und Illustrationen zu erreichen. Daher ist die Farbanzahl bei Großformatsystemen in diesem Segment eher klein – meist nur vier Farben. Wichtig ist eine hohe Auflösung, um auch feine Linien exakt darstellen zu können. Auch eine hohe Geschwindigkeit ist bei Anwendungen dieser Art oft erwünscht.

Die entsprechenden Großformatdrucker werden neuerdings häufi g auch gleich als Multifunktionsgeräte mit integriertem Großformatscanner angeboten, der sich zum Beispiel dazu eignet, ältere Zeichnungen zu digitalisieren.

Der MP CW2200SP ist das erste Großformatsystem mit Liquid-Gel-Technologie von Ricoh
Der MP CW2200SP ist das erste Großformat-<br>system mit Liquid-Gel-Technologie von Ricoh

Auch beim CAD- und GIS-Druck kommen verschiedene Tintenarten zum Einsatz. Neben Dye- und Pigmenttinten kann man seit kurzer Zeit auch auf Gel-Tinten zurückgreifen, die sich sehr schnell verdrucken lassen. Eine weitere Möglichkeit, in diesem Segment mit sehr hoher Geschwindigkeit zu produzieren, sind großformatige LED-Drucker. Angesichts der verschiedenen Drucktechnologien, die bei Großformatdruckern für den CAD- und GIS-Bereich zum Einsatz kommen, ist auch hier die Auswahl groß.

Ricoh MP CW2200SP
Von Ricoh kommt zum Beispiel mit dem MP CW2200SP ein neuer Large-Format-Printer, der mit Gel-Farben arbeitet. Das A0-System besitzt eine Auflösung von 600 mal 600 dpi und druckt mit vier Farben (CMYK). Die Ausgabegeschwindigkeit liegt zwischen 3,2 A1-Seiten pro Minute beim Mono- und 1,1 A1-Seiten pro Minute beim Farbdruck. Mit dem integrierten Vollfarbscanner lassen sich ältere oder von Hand gezeichnete Dokumente scannen und archivieren.

Das Monochrom-Drucksystem Plot Wave 350 von
Das Monochrom-Drucksystem Plot Wave 350 <br>von Océ/Canon hat einen integrierten <br>Farbscanner an Bord.

KIP C7800
Ein Farbdrucker mit LED-Technik ist der KIP C7800. Der A0-Printer erreicht eine Auflösung von 600 mal 2.400 dpi und nutzt vier Farben (CMYK). Das große Plus der LED-Technik ist die hohe Ausgabegeschwindigkeit – der KIP-Printer produziert bis zu 390 Quadratmeter in der Stunde in Schwarzweiß und 325 Quadratmeter pro Stunde in Farbe.

Canon Océ Plot Wave 350
Ebenfalls sehr schnell ist der Plot Wave 350 von Océ beziehungsweise Canon, ein LED-Monochrom-Großformatdrucker, der bis zu 3 Seiten pro Minute im Format A0 ausgibt. Der Printer arbeitet mit einer Auflösung von 1.200 mal 600 dpi. Auch der Plot Wave ist mit einem integrierten Scanner ausgestattet.

Darüber hinaus gibt es eine ganze Reihe von großformatigen Drucksystemen für den CAD- und GIS-Bereich, die mit wasserbasierten Tinten arbeiten – etwa den Epson Surecolor SC T3000 (wasserbasierte Pigmenttinte) oder den HP Designjet T2300 (Dye-Tinte), der mit einem integrierten Scanner ausgestattet ist. Bei beiden Systemen handelt es sich um schnelle A0-Drucker, die hohe Auflösungen erreichen (Epson: 2.880 mal 1.440 dpi, HP: 2.400 mal 1.200 dpi) und mit fünf (Epson) bzw. sechs (HP) Farben ausgeben.

Der Epson Surecolor SC T3000 ist auf den CAD- und GIS-Bereich spezialisiert und druckt dabei mit wasserbasierter Pigmenttinte.
Der Epson Surecolor SC T3000 ist auf den CAD- und GIS-Bereich spezialisiert und druckt dabei mit wasserbasierter Pigmenttinte.
Großformatsysteme für wasserbasierte Pigmenttinten drucken mit besonders vielen Farben – wie das Tintenset des Epson Stylus Pro 4900 zeigt.
Großformatsysteme für wasserbasierte <br>Pigmenttinten drucken mit besonders vielen <br>Farben – wie das Tintenset des <br>Epson Stylus Pro 4900 zeigt.

Farben und Anwendungsbereiche
Für den Großformatdruck kommen unterschiedliche Tintenarten zum Einsatz, bei denen teilweise gesundheitsschädliche Ausdünstungen anfallen und die daher nur verarbeitet werden dürfen, wenn spezielle Ablufteinrichtungen vorhanden sind. Geruchsneutral und recht einfach in der Verarbeitung sind dagegen wasserbasierte Farbstoff- und Pigmenttinten, Gel-Tinten oder auch Latex-Tinten sowie bestimmte Arten von Eco-Solvent-Tinten. Wasserbasierte Farbstofftinten beziehungsweise Dye-Tinten sowie wasserbasierte Pigmenttinten bieten auf speziellen Inkjetpapieren eine gute Druckqualität. Einen großen Farbraum erreichen beide Tintenarten, bei den Pigmenttinten werden dazu aber meist mehr als vier Farben – bis zu zwölf – benötigt.

Die Haltbarkeit der Prints ist unterschiedlich. Dye-Tinten sind nicht besonders UV- und nicht wasserbeständig, eignen sich also schlecht für Großformatdrucke, die man länger aufbewahren möchte. Wasserbasierte Pigmenttinten bieten eine akzeptable Wasser- und UV-Beständigkeit, sind aber, zumindest unlaminiert, kaum für den Einsatz im Außenbereich geeignet.

Das Drucksystem Designjet T2300 von HP druckt mit Dye-Tinte und ist zusätzlich mit einem Farbscanner ausgerüstet.
Das Drucksystem Designjet T2300 von HP <br>druckt mit Dye-Tinte und ist zusätzlich <br>mit einem Farbscanner ausgerüstet.

Alternative: Gel-Farben
Zumindest für nicht längerfristige Außenanwendungen geeignet sind Gel-Farben, die in ihrer Zusammensetzung herkömmlichen wasserbasierten Farb- und Pigmenttinten ähneln. Im Innenbereich besitzen sie aber ebenfalls eine akzeptable Wasser- und UV-Beständigkeit. Gelprinter arbeiten mit nur vier Farben und erreichen daher keinen sehr großen Farbraum. Drucke mit Gel-Tinten trocknen sehr schnell und machen hohe Ausgabegeschwindigkeiten möglich. Außerdem ist aufgrund der Eigenschaften des Flüssig-Gels kein spezielles Papier erforderlich. Auch Drucke mit Toner besitzen eine relativ lange Haltbarkeit, sind üblicherweise aber nicht für den Außenbereich gedacht. Großformatige Tonerprinter arbeiten ebenfalls mit nur vier Farben, was den Farbraum einschränkt. Ihr Vorteil liegt vor allem in der geradezu rasanten Ausgabegeschwindigkeit.

Latex-Tinte für Innen und Außen
Latex-Tinten eignen sich dagegen für Anwendungen im Innen- wie Außenbereich. Die von HP entwickelte Technologie nutzt eine spezielle Art von wasserbasierten Tinten, die sich trotz eines geringen Lösungsmittelanteils nach Herstelleraussage problemlos auch in Räumlichkeiten ohne Abluftanlagen verarbeiten lässt und selbst unlaminiert bis zu drei Jahre im Außenbereich haltbar sein soll. Latex-Tinten müssen allerdings bei relativ hohen Temperaturen gehärtet werden – es sollten also nur Medien verwendet werden, die für dieses Druckverfahren zugelassen sind. Hinsichtlich der Ausgabequalität stehen Latextinten den wasserbasierten Tinten kaum nach.

Vorsicht bei Eco-Solvent-Tinten
Auch Eco-Solvent-Tinten sind für Innensowie längerfristige Außenanwendungen verwendbar. Allerdings ist diese Art von Tinten mit Vorsicht zu genießen, wenn man in Räumlichkeiten ohne Abluftanlagen drucken möchte, denn es gibt ganz unterschiedliche Arten von Eco-Lösungsmitteltinten. Man sollte auf jeden Fall darauf achten, dass Eco-Solvent-Tinten geruchsfrei sind, wie etwa laut Epson die Ultrachrome GSX-Tinte. Diese Art von Tinten ist übrigens auch in Farben wie Weiß und Metallictönen erhältlich und erreicht eine gute Ausgabequalität.

Mit Latex-Printern wie dem Designjet 26500 von HP kann man auch Drucke für den Außenbereich produzieren.
Mit Latex-Printern wie dem Designjet 26500 von HP kann man auch Drucke für den Außenbereich produzieren.

Plakat- und Grafikdruck
Beim Druck von Grafiken geht es, wie bereits erwähnt, häufi g auch um einen Kompromiss aus Druckqualität und Geschwindigkeit. In diesem Bereich braucht man vor allem ein flexibel einsetzbares System, das in der Lage ist, sowohl mit guter Qualität als auch produktiv zu drucken. Zwar werden bei der Ausgabe von Plakaten und Grafi ken anderer Art die Qualitätsmaßstäbe meist nicht ganz so hoch angesetzt wie beim Kunstdruck – es sollten sich aber zum Beispiel auch Fotos in ansehnlicher Qualität ausgeben lassen. So empfehlen sich für diese Anwendungen häufi g Drucksysteme, die meist mit bis zu acht verschiedenen Farben arbeiten. Die Auflösungen sind auch bei diesen Drucksystemen sehr hoch – es wird aber häufi g nicht mit der maximal möglichen Auflösung gedruckt, so dass die Printer üblicherweise mit höheren Ausgabegeschwindigkeiten arbeiten als die High-End-Systeme.

HP Designjet 26500
Ein Beispiel für einen Latex-Printer ist etwa der HP Designjet 26500. Das System bietet eine maximale Druckbreite von 155 Zentimetern und Ausgabegeschwindigkeiten von bis zu 22,8 Quadratmetern in der Stunde. Es arbeitet mit sechs Farben und verfügt über eine maximale Auflösung von 1.200 mal 1.200 dpi.

Der Eco-Solvent-Drucker Surecolor SC-S70600 von Epson kann mit seinen zusätzlichen Weiß- und Metallic-Tinten auch interessante Effekte realisieren.
Der Eco-Solvent-Drucker Surecolor SC-S70600 von Epson kann mit seinen zusätzlichen Weiß- und Metallic-Tinten auch interessante Effekte realisieren.

Canon iPF 8300S
Mit wasserbasierter Pigmenttinte arbeitet der Canon iPF 8300S, ein Großformatdrucker mit einer Druckbreite von 111,8 cm, der eine sehr hohe Druckgeschwindigkeit von bis zu 63,5 Quadratmetern in der Stunde bieten soll. Dieses System arbeitet mit acht Farben und besitzt eine Auflösung von 2.400 mal 1.200 dpi.

Epson Surecolor SC-S70600
Beim Surecolor SC-S70600 von Epson handelt es sich um einen Eco-Solvent- Printer, der für ein breites Spektrum von Anwendungen eingesetzt werden kann – etwa auch für das Bedrucken von Textilien, Fahrzeugfolien, Tapeten und Aufklebern. Der Large-Format-Printer verfügt über eine Druckbreite von 162,6 cm und ist bis zu 27 Quadratmeter in der Stunde schnell. Er besitzt eine Auflösung von maximal 1.440 mal 1.440 dpi sowie wahlweise acht oder 10 Farben.

Für eine qualitativ besonders hochwertige Druckausgabe nutzt der Imageprograph 8400 von Canon 12 verschiedene Farben.
Für eine qualitativ besonders hochwertige <br>Druckausgabe nutzt der Imageprograph 8400 <br>von Canon zwölf verschiedene Farben.

Fotos und Kunst im Großformat
Qualitativ hochwertige Prints, die oftmals hohen Ansprüchen genügen müssen, sind Foto- und Kunstdrucke. Entsprechende Systeme produzieren in der Regel Prints für den Innenbereich. Hinsichtlich der Ausgabegeschwindigkeit sind diese Printer nicht besonders schnell, denn je höher die Druckqualität, desto geringer natürlich das Ausgabetempo. Aktuelle Großformatdrucker für Foto- und Kunstdrucke sind zum Beispiel die Epson-Stylus-Pro-Drucksysteme 4900, 7900 und 9900. Sie besitzen Druckbreiten von 43,2 cm (SP 4900), 61 cm (SP 7900) bzw. 111,8 cm (SP 990) und verfügen über Auflösungen von 2.880 mal 1.440 dpi. Die minimale Tröpfchengröße beträgt 3,5 Picoliter. Dabei arbeiten sie mit zehn Farbkanälen.

Mit seiner Druckbreite von 43,2 cm ist der Stylus Pro 4900 von Epson ein „kleiner“ Großformatdrucker.
Mit seiner Druckbreite von 43,2 cm ist der <br>Stylus Pro 4900 von Epson ein „kleiner“ <br>Großformatdrucker.

Canon Imageprograph 6300
Entsprechende Großformatsysteme von Canon für Hochqualitätsdrucke sind zum Beispiel der Imageprograph 6300 mit einer Druckbreite von 60,1 cm sowie der Imageprograph 8400, der eine Druckbreite von 111,8 cm bietet. Bei beiden Geräten liegt die Auflösung bei 2.400 mal 1.200 dpi und die minimale Tropfengröße bei 4 Picolitern. Beide Imageprograph-Modelle drucken mit 12 Farben.

HP Designjet Z2100
HP empfi ehlt für qualitativ besonders hochwertige Drucke zum Beispiel seine Designjet-Z2100-Modelle mit Druckbreiten von 61 und 111,8 cm. Auch diese beiden Großformatdrucker bieten eine Auflösung von 2.400 mal 1.200 dpi. Sie arbeiten mit acht Farben.

Aktuelles Heft
DETAIL 11/2018
DETAIL 11/2018, Licht und Raum

Licht und Raum

Zum Heft
Shop-Empfehlung
Anzeige

ARCHITEKTUR & DESIGN

Detail Newsletter

Wir informieren Sie regelmäßig über internationale Projekte, Neuigkeiten zu Architektur - und Designthemen, Research und aktuellen Veranstaltungen in unserem Newsletter.