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Dubai das Übermorgenland?

Dubai, Sharjah, Energie und Nachhaltigkeit, Architektur der Superlative, ökologisches Bewußtsein

Derzeit ist Dubai die am schnellsten wachsende Stadt der Erde. Die Einwohnerzahl hat sich seit 1970 verfünfzehnfacht. Aus Dubai soll nicht nur eine Marke sondern auch die führende Metropole des 21. Jahrhunderts werden. Doch ob es in dieser Geschwindigkeit und unter diesen Umständen weitergeht ist wahrlich fraglich.

Hat man erst 1968 die erste Straße überhaupt asphaltiert, ist binnen 40 Jahren eine Metropole entstanden die zwar keine historisch- kulturellen Reize hat, aber dennoch sechs Millionen Besucher im Jahr beherbergt.

Verantwortlich für die rapide Entwicklung zur Boom-Town Dubai ist die Herrscherfamilie des Al-Maktoum-Clans. Ihr nächster großer Coup ist der größte Flughafen der Welt mit sechs Start- und Landebahnen und dem wohl größten Logistikzentrum anbei. Damit soll Dubai zur weltweit größten Drehscheibe werden.

 

Doch von dem ebenso wichtigen wie aktuellen Trend auf Energie und Nachhaltigkeit zu achten und die Umwelt zu schonen hatte man bislang scheinbar noch nichts gehört. Wirtschaftlich, ökologisch und sozial vertretbar scheint die Stadt der vielen Superlative momentan jedenfalls nicht. Dubai braucht dringend ein funktionierendes Abwassersystem, öffentliche Verkehrsmittel und vor allem ein ökologisches und soziales Bewußtsein.

Kurios ist, dass es kein ausgebautes Abwassersystem in der Millionenstadt gibt. Stattdessen fahren Abwasser-Lkw?s von der Sickergrube zur Kläranlage. Der Stau der dadurch vor der Kläranlage verursacht wird kann mehrere Tage andauern und scheint kein Ende zu nehmen.
Die Kläranlage ist zudem für die Masse an Abwasser, die in der Stadt produziert wird nicht ausgelegt und die LKW-Fahrer werden nicht etwa nach Stunden bezahlt, sondern nach der Fuhre. Auch auf Dubais Baustellen sind etwa 500.00 Arbeiter für einen sehr geringen Lohn und oft unter Einsatz ihres Lebens tätig, denn auf ihre Sicherheit wird selten geachtet.

Die Energie wird in die Luft geblasen. Um das Klimaproblem scheint sich keiner zu scheren. Nicht nur, dass die Klimaanlagen allerorts in den Gebäuden auf Hochtouren laufen, auch draußen in den Freibereichen sind bereits etliche installiert und in Betrieb, um dem Besucher ein angenehmes und nicht all zu heißes Klima zu bieten. Öffentliche Verkehrsmittel gibt es nicht. Alle fahren mit dem Auto. Doch was wird geschehen wenn auch die letzte Ölquelle erschöpft ist?

Der Stadtplaner und Architekturprofessor George Kartodrytis von der Uni des Nachbaremirates Sharjah beobachtet seit Jahren die immense und ungesunde Entwicklung Dubais. Er möchte die jungen Menschen, die er lehrt dazu ermuntern, den stetigen Wandel der Stadt genau zu beobachten. Sie sollen sich sowohl mit den Prozessen im Bereich der Architektur auseinandersetzen als auch mit den sozialen, ökonomischen und ökologischen Aspekten. Kurzum: Sie sollen sich kritisch mit dem System, durch das Dubai zur Marke werden soll, befassen und es reflektieren. Ein durchaus notwendiges und tatsächlich zukunftsweisendes Vorhaben, dass vielleicht zur Beantwortung all der Fragen führt, die sich zum Thema „Dubai“ derzeit aufwerfen oder auch aufdrängen.

 

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