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Effizienzhaus Plus im Altbau: Wettbewerb entschieden

Um die Erforschung von Plusenergiehäusern im Bestand zu unterstützen, lobte das Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung den Wettbewerb "Effizienzhaus Plus im Altbau" aus. Gegenstand des Wettbewerbs war die Entwicklung eines Sanierungskonzepts für ein Energie-Plus-Gebäude im Altbau am Standort Neu-Ulm. Als Sieger gehen das Team der Hochschule Ruhr West in Mülheim an der Ruhr, Institut Energiesystem und Energiewirtschaft, mit dem Büro Werner Sobek Stuttgart GmbH und Oehler Archkom Solar Architektur sowie das Team der Technischen Universität Darmstadt, Fachbereich Architektur, Fachgebiet für Entwerfen und Energieeffizientes Bauen, mit o5 architekten bda und der ina Planungsgesellschaft hervor.

Vor dem Hintergrund des Klimawandels und der weltweiten Klimadiskussion ist es unabdingbar, bei Bestandsgebäuden das Potenzial für das Effizienzhaus Plus im Altbau zu untersuchen, um es nachhaltig nutzen zu können. Im Vordergrund des Wettbewerbs stand dabei die Anwendung modernster Technologie für den Plus-Energie-Standard in der Altbausanierung. Insgesamt haben 14 Teams an dem Planungswettbewerb, an dem sich Hochschulen in Zusammenarbeit mit Planungsbüros bewerben konnten, teilgenommen. Die unabhängige Jury, der Prof. Dipl.-Ing. Günter Pfeifer (Darmstadt), Prof. Dr.-Ing. Uta Pottgiesser (Detmold), Prof. AA. Dipl. Lydia Haack (München), Dipl.-Ing. Architekt Guido Hagel (BBR, Bonn), Prof. Dr.-Ing. Karsten Tichelmann (Darmstadt), Helmut Mildner (Geschäftsführer NUWOG, Neu-Ulm), Gerold Noerenberg (Oberbürgermeister Neu-Ulm), Günther Hoffmann (MD BMBVS) und Andreas Neureuther (Stadtbaudirektor Neu-Ulm) angehören, hat sich nun am 6. Juli 2012 für zwei Gewinnerteams entschieden. Weiterhin wurden drei Anerkennungen vergeben.

Die Preisrichter v.l.: Carsten Tichelmann, Andreas Neureuther, Guido Hagel, Günther Hoffmann, Uta Pottgiesser, Lydia Haack, Gerold Noerenberg, Helmut Mildner, Günther Pfeifer

Insgesamt sollen vier Altbauten in Neu-Ulm auf "Plusenergiestandard" saniert werden. Beide Gewinnerkonzepte werden in einer Hauszeile jeweils an zwei Bestandsgebäuden umgesetzt. Beiden Wettbewerbteams ist es mit innovativer Planung gelungen, die sanierungsbedürftigen Mehrfamilienhäuser, die zur Zeit für den Betrieb jeweils ernorme 507 kWh/m2a Endenergie benötigen, zu Plusenergiehäusern zu wandeln. Die Energieüberschüsse werden dabei mittels gebäudeintegrierter Photovoltaik produziert.

Die beiden Siegerteams sind:

Die Hochschule Ruhr West in Mülheim an der Ruhr, Institut Energiesystem und Energiewirtschaft, Prof. Dr.-Ing. Viktor Grinewitschus mit dem Büro Werner Sobek Stuttgart GmbH und Oehler Archkom Solar Architektur

Eine Besonderheit des Wettbewerbsbeitrags der Hochschule Ruhr West ist die Integration der gesamten Haustechnik in die Außenhülle. Dabei soll ein hochwärmedämmendes Fassadensystem vorgefertigt mit allen notwendigen Leitungskomponenten auf die derzeitige Außenwand montiert werden. Dies entlastet den Grundriss von Leitungsführungen und vermeidet zusätzliche Schächte und Durchbrüche im Innenraum. Die Photovoltaik wird konsequent auf den südausgerichteten Dachflächen montiert. Ein neuartiges Elektro-Managementsystem steuert den dort am Gebäude produzierten Strom für den Eigenverbrauch im Quartier.

Die Technische Universität Darmstadt, Fachbereich Architektur, Fachgebiet für Entwerfen und Energieeffizientes Bauen, Prof. Dipl.-Ing. M. Sc. Econ. Manfred Hegger mit o5 architekten bda raab hafke lang und der ina Planungsgesellschaft mbH.

Der Technischen Universität Darmstadt ist es gelungen, aus einem technisch rückständigen Haus ein kleines Kraftwerk zu schaffen. Die wesentlichen Anlagenteile der Haustechnik werden hier im Dachraum integriert. Auffällig an diesem Entwurf sind der betont behutsame Umgang mit dem Bestand und die sorgfältige Tageslichtplanung für das Wohngebäude. Der geplante Materialeinsatz erfolgt strikt nach den Vorgaben einer vorbildlichen Ökobilanzierung: die gute Umweltverträglichkeit sowie die leichte Instandhaltung, Trennbarkeit und Entsorgung der eingesetzten Materialien sind hier selbstverständlich. Die Fertigstellung der Gebäude ist für 2013 geplant. Anschließend treten die vier sanierten Häuser im Rahmen eines zweijährigen Monitorings in den Wettbewerb.

Weitere Informationen finden Sie hier 

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