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Ein Hangar fürs Leben: Wohngebäude in Bordeaux

Die »Bassins à flot« nordöstlich des Zentrums von Bordeaux sind ein Hafenquartier im Umbruch: Wo einst Schiffe gebaut und repariert wurden und U-Boote stationiert waren, entstehen heute neue Wohnbauten und postindustrielle Arbeitsplätze. Inmitten der Neubauten bleiben jedoch immer wieder auch Häuserzeilen der Hafenarbeiter sowie ehemalige Industriehallen stehen, die nach wie vor gewerblich genutzt werden.

Mit seinem Neubau verfolgt das Büro ANMA (Agence Nicolas Michelin & Associés) denn auch bewusst keine Hinwendung zum kleinbürgerlichen Reihenhaus oder zur Blockrandbauweise des südlich angrenzenden, innerstädtischen Quartiers, sondern greift die heterogene und großformatige Baustruktur des Hafenquartiers direkt auf. Zwei vier- bis fünfgeschossige, jeweils zehn Meter breite Zeilenbauten mit Sheddächern begleiten die hier in Süd-Nordrichtung verlaufende Hauptstraße. Den Abschluss im Norden markiert ein an Hafensilos erinnernder, zehngeschossiger Turm.

Gemeinschaftsgarten im ersten Obergeschoss
Verbunden werden die drei Baukörper durch eine Garage auf Erdgeschossniveau und vor allem durch ein 1500 m² großes, überdachtes Atrium im ersten Obergeschoss. Der langgestreckte Wintergarten wirkt auf den ersten Blick wie ein öffentlicher Durchgangsraum, ist jedoch nur über sechs Treppenhäuser in den Seitenflügeln – und aus den Wohnungen im ersten Obergeschoss – erreichbar.

Im Detail hält dieser zentrale Gemeinschaftsraum einige Besonderheiten bereit. Zum einen ist er, anders als die meisten Atrien, höher als die benachbarten Gebäudeflügel (mit Ausnahme des Turms). Die Fensteröffnungen ganz oben in seinen beiden Längswänden gehen ins Freie – oder genauer: auf die Terrassen der benachbarten Dachgeschosswohnungen – hinaus. Durch seine Höhe und den dadurch entstehenden thermischen Auftrieb unterstützt das Atrium auch die Be- und Entlüftung der Wohnungen. Im Sommer entweicht die warme Luft aus den Wohnungen, steigt im Atrium empor und entweicht durch Lamellenöffnungen in dessen Dach ins Freie. Im Winter wird der Luftwechsel im Atrium reduziert, der große Luftraum wird zur »Wärmefalle«, in dem die Zuluft für die Wohnungen vorgewärmt wird.

Die Glasflächen und Lüftungsöffnungen im Atriumdach konzentrieren sich – wie bei einem »echten« Sheddach – überwiegend auf die nach Norden gerichteten Flächen. Die Südseiten sind größtenteils mit Photovoltaik belegt; lediglich relativ schmale, fest verglaste Glasfelder in den Randbereichen verleihen dem Dach mehr optische Leichtigkeit und bringen zusätzliches Tageslicht ins Haus. 

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