You are using an outdated browser. Please upgrade your browser to improve your experience.

print article Artikel drucken
Zooco Estudio, Madrid

Ein Haus im Haus: Das J House von Zooco Estudio

Zooco Estudio entwerfen mit dem J House eine Art Haus im Haus, das mit eigenen tragenden Elementen und Installationen mehr einem Einfamilienhaus als einer klassischen Altbaumodernisierung gleicht. Aus einem schmalen Metallgerüst mit zehn Plattformen auf verschiedenen Höhen entstehen im Innenraum des Altbaus unterschiedliche, vielseitig nutzbare Raumsituationen, die je nach Funktion in ihrer Größe und Raumhöhe variieren. Der Großteil dieser Flächen folgt einem offenen Konzept und ist über kurze Korridore oder Treppen miteinander verbunden. Einzig die Schlafräume und Badezimmer sind vollständig abgeschlossene Räume. Dennoch wird auch in dem offenen Bereich zwischen privaten und gemeinschaftlichen Zonen unterschieden.

Der geschickte Einsatz von Materialien sowie teilweise beweglichen Elementen ermöglicht dem Bewohner den Raum nach seinen eigenen Wünschen und Vorstellungen zu gestalten und einzelne Zonen zu definieren. Dabei stehen die Flexibilität des Wohnraums und seine Anpassung an den Menschen als Nutzer stets im Vordergrund des Konzepts. Die Plattformen des Gerüsts dienen nicht nur als Decken oder Zwischenebenen, sondern können auch als multifunktionale Möbel genutzt werden, etwa einem offenen Arbeitsplatz, bei dem die Beine im Freien baumeln. Insgesamt gibt es keine klare Unterteilung in einzelne Etagen, vielmehr entsteht eine vielfältige Wohnlandschaft, die dem Bewohner jegliche Freiheiten in der Nutzung lässt und ein neues Erleben des Wohnraums ermöglicht.

Die unterschiedlichen Zonen differenzieren sich in ihrer Materialität und unterteilen den Innenraum entsprechend in fünf Materialarten. Die weiß lackierte Metallstruktur, in deren Inneren die Installationen liegen, nimmt mit ihrer Farbgebung die umlaufende Ziegelwand des Bestandes auf, während die massiven Holzstützen im hellen Kieferboden imitiert werden. Die vertikalen Paneele zwischen den Stahlstützen variieren in ihrer Oberflächenbeschaffenheit von opak über transluzent bis hin zu transparent und beschreiben so die unterschiedlichen Grade an Privatheit. Besonders ins Auge fällt der dunkelgraue Mikrozement, der in den feuchten Bereichen wie Küche und Bad anstelle von herkömmlichen Fliesen zur Anwendung kommt und auch die sanitären Anlagen wie Waschbecken und Badewanne bildet.

Durch den kreativen Umgang mit Materialien, Flächen und Dimensionen ist es den Architekten gelungen, ein modernes Raumerlebnis zu kreieren, ohne den Charakter und die Atmosphäre des Altbaus zu verlieren oder in den Schatten zu stellen.

Kurze Werbepause

Aktuelles Heft
DETAIL 1+2/2020
DETAIL 1+2/2020

Fenster und Fassaden

Zum Heft
Shop-Empfehlung
Anzeige

ARCHITEKTUR & DESIGN

Detail Newsletter

Wir informieren Sie regelmäßig über internationale Projekte, Neuigkeiten zu Architektur - und Designthemen, Research und aktuellen Veranstaltungen in unserem Newsletter.