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Foto: Luc Boegly

Ein Pinselstrich verbindet: Fußgängerbrücke in Paris

Ein Balkon mit Aussicht über die Stadt – so sehen die Architekten die Fußgängerbrücke Claude Bernard. Tatsächlich lässt sich gut nachvollziehen, was ein Balkon und diese Brücke gemeinsam haben. Beide sind immer ein Anzugspunkt – ein untypischer Raum in ihrer Umgebung. Noch dazu laden sie Menschen zum Verweilen ein. Klassischerweise lebt ein Überweg von der Bewegung über ihn hinweg und wird vornehmlich für diesen Zweck errichtet. Dem Büro DVVD gelang es aber, der Fußgängerbrücke noch weitere Qualitäten zu verleihen. Genau in der Mitte der Brücke, wo sechs Meter tiefer Autos über die Ringstraße rasen, lädt der geschaffene Ort zum Verweilen ein. Die Holzverkleidung erreicht an dieser Stelle ihre maximale Höhe und Dichte. So sind Passanten von Lärm, Geschwindigkeit und Luftverschmutzung abgeschirmt und können nahezu ungestört flanieren.

Doch nicht alleine die Holzverkleidung aus Eichenbalken ist für die besondere Atmosphäre des Fußgängerüberwegs verantwortlich. Die Brücke führt in einem dynamischen Schwung über den Boulevard Périphérique. Beim Betreten haben Passanten die Wahl, entweder über flache Stufen – ebenfalls aus Eichenholz – geradezu hinaufzuschweben, oder die Rampe zu nehmen. Letztere bahnt sich ihren Weg durch üppiges Grün, das hauptsächlich als Puffer zwischen der Schnellstraße und der angrenzenden Bebauung gepflanzt wurde. Nun ermöglicht es zusätzlich einen sanften Einstieg in diese unerwartet warme Struktur.

Um die besondere Anzugskraft dieser schwungvollen, holzverkleideten Brücke zu verstehen, muss man auch einen Blick in die unmittelbare Umgebung werfen. Die Fußgängerbrücke verbindet das 19. Arrondissement mit dem Außenbezirk Seine-Saint-Denis. Viele Neubauten aus vorwiegend mineralischen Materialien prägen das Bild. Teilweise mischen sich Industriebauten unter öffentliche Gebäude und auch ein neues Wohngebiet entsteht gerade. Doch genau von diesem Kontrast profitiert die Fußgängerbrücke. Von den Nutzern wird sie für ihre Funktionalität geschätzt, doch gleichzeitig wird sie zur Landmarke und zum Symbol für die Verbindung mit den Vororten.

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