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Eindrucksvolle Aufzugsverkleidung für Verwaltungszentrale

Ellermann, Ferrari, MyTx Soltis SK20, Aufzug, Aufzugsverkleidung

Die beiden Aufzugstürme in der neuen Verwaltungszentrale der VHV Gruppe in Hannover zählen zu den Gestaltungs-Highlights der Architekten von BKSP Grabau Leiber Obermann und Partner aus Hannover. Die Ellermann GmbH, Spezialist für textile Architektur, sorgte dabei für ein tragfähiges Realisierungskonzept des eindrucksvollen Entwurfs. Das futuristisches Atrium, welches auch als Sinnbild für den offenen und transparenten Charakter des Gebäudes stehen soll, bildet den zentralen Erschließungsraum und Verkehrsknotenpunkt: auf jeder Etage ist der Übergang vom einen in den anderen Neubauteil möglich. Treppen, Aufzüge und Brücken verbinden die Büroflächen der Obergeschosse miteinander.

Einer der architektonischen Fixpunkte innerhalb des Atriums sind die Aufzugs­türme. Der Entwurf sah die Verkleidung der Türme mit jeweils 20 ringförmigen, abgehängten Teilelementen vor, die den Aufzug röhren­artig umgeben. Hierzu wurde das Gewebe »MyTx Soltis SK20« des französischen Herstellers Ferrari verwendet, das die gewünschten Anforderungen erfüllten konnte. Neben der hohen Transluzenz und der nachgewiesenen, schallreduzierenden Wirkung übertraf das auf Glasfaserträger basierende Spezialgewebe auch die Brandschutzanforderungen. Es ist nach DIN 4102 A2-klassifiziert, was einen zusätzlichen Sicherheitsaspekt für dieses Gebäude mit hohem Publikumsverkehr bedeutete.

Die Konstruktion besteht aus einem Stahl-Tragring, der an der Aufzugskonstruktion angebracht ist, und daran frei abgehängten Aluminiumringen. Diese wurden direkt an Stahlseile montiert und fixieren sich in der Lage durch das Abstützen mit justierbaren Stellfüßen an der Tragkonstruktion. In der Basis werden die Spannseile von einem weiteren Stahlring, der auf Abstand am
Fußboden verschraubt ist, aufgenommen. Die Anbindung des Gewebes über das von Ellermann entwickelte Rulip-Kedersystem sollte mit festgelegten Breiten innerhalb einer Segmentierung möglichst faltenfrei und homogen erfolgen. Die Besonderheit liegt hier in einem an das Gewebe dehnelastisch angenähten Keder auf Silikonbasis, welcher in ein spezielles Profil eingedrückt wird, dort verklemmt und für eine faltenfreie Verspannung sorgt. Grundvoraussetzung für dieses System stellt allerdings die exakte Konfektion des Gewebes dar.

Dem homogenen Erscheinungsbild standen jedoch Biege- und Schäftungstoleranzen entgegen, die sich in das Gewebe übertragen würden und beim Umfang der Tragringe von 13 m und unterschiedlich ausgebildeten Radien zwangsläufig nicht zu vermeiden waren. Ellermann entwickelte für dies Problem ein tragfähiges und biegbares Aluminiumprofil, welches gleichermaßen die benötigten Rulip-Kedernuten und eine Befestigungsaufnahme für die Abdeckleisten in sich vereinigte und als dehnelastische Anbindung fungiert. Als weitere Voraussetzung für eine ansprechende Optik wurde in der Produktion eine neue Nähstrecke zur Konfektion des Silikonkeders gebaut, um sich abzeichnende Linien innerhalb des bruchsensiblen Glasfasergewebes weitestgehend zu vermeiden.

Eine große Herausforderung bei der Konstruktion, der Produktion und der Montage war die Enge des Treppenauges: bei einer Gesamtbreite von 600 mm war eine Tragsäulen-Verkleidung mit lediglich 330 mm Durchmesser zu realisieren. Die Umsetzung und Aufteilung der Ringsegmente wurde dabei optisch exakt an den Aufzugentwurf angeglichen. Zur Umsetzung der engen Biege­radien wurde eine Vielzahl von lasergeschnittenen Teilen konstruiert, die für die schnellere Montage im Steckprinzip konstruiert wurden.

Dieser Artikel ist aus dem Heft:
DETAIL 11/2010

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