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Eine Straße erfindet sich neu: Wohnhaus in Amsterdam

Ein Straßenzug im alten Amsterdamer Bellamy Viertel wurde in den letzten zehn Jahren fast grundlegend auf Initiative von Privatpersonen, Hausbaugesellschaften und der Stadt erneuert. Das Amsterdamer Architekturbüro M3H hat mit seinem neuen Wohnhaus einen weiteren Baustein hinzugefügt.

Architekten: M3H architecten, Amsterdam
Standort: Wenslauerstraße Nr. 65-69, Amsterdam

Wohnhaus in Amsterdam von M3H architecten, Ansicht
Foto: Tobias Bader

2005 gab die Stadt Amsterdam den Auftrag für eine städtebauliche Analyse des sanierungsbedürftigen Bellamy Viertels. Volumenstudien dokumentierten die Sonneneinstrahlung in den engen Gassen und ergeben, dass punktuelle Aufstockungen der oft kleinen Häuser möglich sind. Außerdem wurde festgelegt, dass die gestaffelten Straßenfluchten und die Gebäudehöhen einzuhalten sind. Die große Vielfalt an verschiedenen Fassaden sollte weiterhin Bestandteil des Viertels sein. Die Ergebnisse zeigen, dass Umbau- und Renovierungsmaßnahmen für die Bewohner finanzierbar und ökonomisch interessant sein würden.

Wohnhaus in Amsterdam von M3H architecten, Wenslauertraat
Vor der Baumaßnahme
Wohnhaus in Amsterdam von M3H architecten, Visualisierung
Visualisierung © M3H architecten

Aus diesen Vorgaben entwarfen M3H architecten ein Gebäudevolumen mit fünf  unterschiedlichen Wohneinheiten in der Wenslauerstraße. Die Hausnummern 65 und 67 sind Einfamilienhäuser, die zur Straße hin einstöckig sind und im hinteren Bereich einen Garten haben. Ihr Satteldach fällt steil zur Gasse hin ab und lässt genug Tageslicht in die nördlich orientieren Wohnfunktionen und auf die Straße fallen.

Wohnhaus in Amsterdam von M3H architecten, Ansicht
Foto: Tobias Bader

Die dreistöckige Nummer 69 nimmt die Traufkante des Nachbargebäudes auf und bietet Platz für drei kleine Wohnungen. Alle drei Gebäude haben ihre eigenen räumlichen Qualitäten, wie die unterschiedlichen Plätze im Freien oder die Blickbezüge nach Außen.

Die Fassade, sowie die schräge Dachfläche, Dachgauben und Giebel sind mit einer vertikalen Holzlattung versehen und geben den drei Gebäuden eine einheitliche Erscheinung. Dadurch wirkt das Ensemble wie ein skulpturales Volumen und ergänzt die Häuservielfalt im Viertel.

Wohnhaus in Amsterdam von M3H architecten, Grundriss und Schnitt
Grundriss und Schnitt © M3H architecten
Wohnhaus in Amsterdam von M3H architecten, Ansicht
Foto: Allard van der Hoek

Die Architekten verwendeten unbehandeltes und FSC-zertifiziertes tropisches Holz für die Verschalung. Innerhalb von zwei Jahren soll es gleichmäßig vergrauen. Ein besonderes Augenmerk lag auf der hinterlüfteten Holzfassade, da das niederländische Klima sehr feucht ist. Deren Funktionalität wird durch eine zweilagige Unterkonstruktion gewährleistet, die abgeschrägte Stirnseite der Lamellen lässt das Wasser abtropfen.

Den Architekten war es außerdem ein Anliegen den Baustoff Holz für die niederländische Architektur attraktiver und bekannter zu machen. Es bleibt die Frage, wie sinnvoll es generell ist, im niederländischen Klima Holzfassaden zu realisieren und ob diese dann ausgerechnet aus tropischem Holz sein müssen.

Wohnhaus in Amsterdam von M3H architecten, Rückansicht
Rückansicht Foto: Allard van der Hoek
Wohnhaus in Amsterdam von M3H architecten
Foto: Tobias Bader
Wohnhaus in Amsterdam von M3H architecten, Skizze
© M3H architecten

Bauherr: Sticks & Stones Developments Ltd.
Grundstücksfläche: 305 m²
BGF: 440 m²
Kosten: 660.000 €
Tragwerksplaner: TenTij Bouwadviesbureau
Bauunternehmer: Structure Building
Baustart: Sommer 2012
Fertigstellung: März 2013

 

Weitere Projekte zum Thema »Verdichtet Wohnen« lesen Sie in unserer  Ausgabe DETAIL 2014/3.

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