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Jeannette Altherr, Orgatec 2018, Arper

Eine Versammlung von kleinen Weisen: Jeannette Altherr im Interview

Arper stellt in diesem Jahr das Thema »Lebenslanges Lernen« in den Fokus seiner Standpräsenz. Macht Lernen mehr Spaß in gut gestalteten Möbeln und Räumen?

Jeannette Altherr: Unbedingt. Das Lernergebnis wird nachweislich auch besser. Eine Studie des australischen Erziehungsministeriums hat untersucht, welchen Einfluss die gebaute Umgebung auf das Lernerlebnis hat. Das Ergebnis hat mich überrascht: Nicht nur die erwarteten Größen wie Temperatur, Akustik und Licht unterstützen oder erschweren das Lernen. Noch wichtiger sind symbolische Faktoren. Wenn Schüler ihre Umgebung mögen, idealerweise sogar stolz darauf sind, werden sie viel motivierter und angeregter sein, und auch ihre Umgebung vor Vandalismus schützen.

Arper begegnet »dem Trend zum Lebenslangen Lernen mit flexiblen, vielseitigen und emotionalen Lösungen.« Müssen heutige Produkte zunehmend alles können?

JA: Lernen findet heute an vielen verschiedenen Orten statt – im Klassenzimmer, in Weiterbildungsräumen von Firmen oder Institutionen, im Büro­­, Zuhause, in der Cafeteria, im Auditorium, in der Bibliothek, draußen in der Natur usw. Dafür braucht man unterschiedliche Arten von Sitzgelegenheiten, z.B. leicht und stapelbar wie Stacy, bequem wie Planesit, oder flexibel wie Cila Go.
Auch das Lernen selbst verändert sich: Lehrer wandeln sich von reinen Datenvermittlern zu Coaches, die den Lernprozess begleiten. Die Klassenzimmer müssen darauf flexibel reagieren können, z.B. durch Umgruppierung. Mal lernen die Schüler besser für sich oder in kleineren Gruppen, mal lernen sie besser alle zusammen in einem großen Kreis, Lehrer inklusive. Tische würden dabei nur stören und sind auch nicht notwendig, weil Bücher und Hefte durch Laptops oder Tablets ersetzt wurden. Deswegen hat Cila Go Rollen und eine Schreibfläche mit Schwingarm.

Wie darf man sich ihre neu entwickelten Produkte Paravan und Cila Go in der Praxis genau vorstellen? Was hebt die beiden Produkte von vergleichbaren Lösungen ab?

JA: Cila Go ist nicht der erste Stuhl mit Rollen, Schreibfläche und einem Korb für den Rucksack, aber vielleicht der erste, der diesen symbolischen Anspruch von Anfang an miteinbezogen hat.
Die meisten existierenden Stühle haben einen praktischen, funktionellen Ansatz: Oft wird ein existierender Stuhl einfach aufgerüstet. Bei Cila dagegen haben wir uns vom Archetyp des Weisen inspirieren lassen, ein Archetyp den man in der westlichen wie in der asiatischen Kultur kennt und der auch in Figuren wie Dumbledore (Harry Potter) oder den Jedi (Star Wars) in der Jugendkultur bekannt ist.
Es ist die Idee eines nicht spezialisierten Weisen, dem es um Soft Skills wie Selbsterkenntnis und selbständiges Denken geht. Das Bild der Robe haben wir in Cila aufgenommen. Wir haben uns vorgestellt wie die Stühle einen Kreis bilden, wie eine Versammlung von kleinen Weisen...
Paravan ist ein Raumteilersystem, dessen wenige Grundelemente eine unglaubliche Vielzahl von Ausdrucksmöglichkeiten erlaubt. Anders als die meisten vergleichbaren Produkte auf dem Markt, die in ein paar wenigen Stoffen angeboten werden, kann man Paravan in allen Stoffen aus Arper’s Stoffkollektionen ausführen. Dazu kommen die verschiedenen Kompositionsmöglichkeiten - linear, mit verschiedenen Winkeln, als Raum, mit Garderobe bzw. Regalelement, und zwei verschiedenen Höhen. Wir sind gespannt, was die Innenarchitekten damit anfangen!

Das Interview mit Jeannette Altherr führte Peter Popp im Rahmen der Orgatec 2018 in Köln.

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