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Einfach Bauen – Projekte zwischen Effizienz und Lifestyle

Globalisierung, Digitalisierung und Hightech-Innovationen führen in der Baubranche zu immer schneller aufeinanderfolgenden technischen Entwicklungsstufen. Gleichzeitig gibt es einen erkennbaren Trend zur Rückbesinnung auf natürliche Materialien und schlichte Funktionalität. Der Einsatz klarer Formen und der bewusste Umgang mit Ressourcen verstehen sich hier auch als bewusste Gegenbewegung zum nicht steuerbaren technischen Fortschritt und dem Konsumverhalten der Masse.  


Einfaches Bauen kann nachhaltiges, ökologisches Bauen sowie eine Konzentration auf alte Bautraditionen und natürliche Materialien bedeuten. Im Fokus stehen dabei unter anderem effektive Konstruktionen und eine reduzierte Architektursprache. Die einfachen Bauformen können dem akuten Bedarf oder den wirtschaftlichen Rahmenbedingungen geschuldet sein. Mit der bewussten Reduktion möchten viele Bauherren aber auch ein Lebensgefühl ausdrücken. Dabei implizieren die reduzierten Gesten häufig einen erhöhten Planungs- und Realisierungsaufwand: Die Bandbreite der Anforderungen einer einfachen Architektur erstreckt sich von funktionalen Aspekten über ökonomische, ökologische, energetische und konstruktive Faktoren bis hin zu einer neuen Ästhetik.

Architekten, Forscher und Vertreter der öffentlichen Hand stellen am 01. Dezember 2016 in Stuttgart aktuelle Entwicklungen und Projekte zum Thema »Einfach Bauen« vor. Diskutieren Sie gemeinsam mit den Referenten über die Zukunft des Bauens.

 Alle Informationen zur Anmeldung finden Sie unten.

ZEIT und ORT
Donnerstag, 01. Dezember 2016, 16:00 – 20:30 Uhr

Commundo Tagungshotel Stuttgart
Universitätsstr. 34
70569 Stuttgart

 

PROGRAMM

16.00 Uhr: Einfach bauen, einfach machen
Helga Kühnhenrich, Leiterin des Referates Forschung im Bauwesen, Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung, Bonn

16.30 Uhr: Einstoffliche Bauweisen – Potenziale und Grenzen
Prof. Markus Binder, CAPE Binder + Hillnhütter Architekt und Bauphysiker Partnerschaft, Esslingen
 
17.00 Uhr: Natürlich Bauen in der nachwachsenden Stadt
Eike Roswag-Klinge, Architekt, Ziegert Roswag Seiler Architekten Ingenieure, Berlin

17.30 Uhr: Pause

18.00 Uhr: Dialog von Ort und Mensch
Bernardo Bader, Architekt, Bernardo Bader Architekten, Dornbirn

18.30 Uhr: Die etwas anderen Bauherren 
Mag.a Arch. Ulrike Schartner MSA, gaupenraub +/-, Wien

19.00 Uhr: Diskussion mit Moderatorin Eva Herrmann

19.30  - 20.30 Uhr: Get-together und Ausklang mit Aperó

Detaillierte Informationen zu den Vorträgen sowie zur Anmeldung finden Sie unten.

Kurze Werbepause

Partner der Veranstaltung sind:

VORTRÄGE und REFERENTEN

Einfach bauen, einfach machen
Helga Kühnhenrich, Leiterin des Referates Forschung im Bauwesen, Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung, Bonn

Steht das Bauwesen in Anbetracht des digitalen Wandels, der Ressourcenverfügbarkeit oder der gesamtgesellschaftlichen Herausforderungen vor einem Paradigmenwechsel? Oder bedarf es vielmehr der Umsetzung bzw. Übersetzung von vielen schon vorhandenen Erkenntnissen in die Praxis? Bedeutet einfach Bauen, nicht auch einfach machen?

Mit einem Überblick über die unterschiedlichen Forschungsansätze zum Einfachen Bauen, die durch die Forschungsinitiative Zukunft Bau gefördert werden bzw. worden sind, wird in den Themenbereich eingeführt. Mit der Forschungsinitiative Zukunft Bau stärkt das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit (BMUB) in Zusammenarbeit mit dem Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR) die Zukunfts- und Innovationsfähigkeit des deutschen Bauwesens.  Die Förderprogramme von Zukunft Bau bewegen sich dabei an der Schnittstelle zwischen Theorie und Praxis. Ziel ist es gute Beispiele zu fördern, getreu dem Motto: Neue Ziele verändern die Praxis kaum. Es ist vor allem die Praxis, die die Werte verändert.

Studium der Architektur in Berlin und Paris. Nach dem Studium Mitarbeit in einem Stadtentwicklungsprojekt in der internationalen Zusammenarbeit (GTZ Nepal), Mitarbeit in Berliner Architekturbüros. Hochbaureferendariat am Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung (BBR). Referentin im Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR) im Bereich der Forschungsinitiative Zukunft Bau. Seit 2015 Leiterin des Referates Forschung im Bauwesen in der Abteilung Bau- und Wohnungswesen im BBSR.


Einstoffliche Bauweisen – Potenziale und Grenzen
Prof. Markus Binder, CAPE Binder + Hillnhütter Architekt und Bauphysiker Partnerschaft, Esslingen

Die deutlich gestiegenen Ansprüche an die Leistungsfähigkeit von Hüll- und Trennbauteilen im Gebäude haben dazu geführt, dass die von einem Bauteil zu leistenden Funktionen heute zumeist auf eine Vielzahl von aufeinanderfolgenden, hoch spezialisierten Schalen und Schichten aufgeteilt werden. Derartige Konstruktionen werden von Planern und Verarbeitern allerdings zunehmend als aufwendig, kompliziert und fehleranfällig wahrgenommen.
In den letzten Jahren wurden nun Bauweisen erprobt, die die Rückkehr zur Einstofflichkeit möglich erscheinen lassen: Gebäude aus leistungsfähigen Leichtbetonen („Dämmbeton“) oder aus Massivholzplatten zeigen, wie Tragkonstruktion und bauphysikalische Anforderungen wieder in einem Material zusammengeführt werden können. Dabei entwickeln sie durch die Ablesbarkeit der Konstruktion besondere ästhetische Qualitäten.
In diesem Vortrag soll dargestellt werden, welche Standards im Hinblick auf den Schall- und Wärmeschutz derartige Konstruktionen erreichen und wo sie derzeit noch an ihre Grenzen stoßen.

Markus Binder beschäftigt sich als Architekt und Bauphysiker seit 1998 mit der Planung von energieeffizienten Gebäuden. Neben seiner praktischen Tätigkeit widmete er sich als Mitarbeiter an der Hochschule für Technik Stuttgart der Entwicklung von innovativen Materialien und Bauweisen. Seit 2012 ist er dort Professor für integrierte Gebäudetechnik im noch jungen Schnittstellenstudiengang KlimaEngineering.
2013 gründete er zusammen mit Sebastian Hillnhütter das interdisziplinäre Planungsbüro CAPE climate architecture physics energy mit Büros in Esslingen und Schwäbisch Hall.


NATÜRLICH BAUEN in der NACHWACHSENDEN STADT
Eike Roswag-Klinge, Architekt, Ziegert Roswag Seiler Architekten Ingenieure, Berlin

Klimaaktive Häuser aus Holz, Lehm und Naturfasern kompensieren nutzungsbedingte Schwankungen der Luftfeuchte und ermöglichen eine stabile, gesunde Raumluftfeuchte um die 50%. In Verbindung mit diffusionsoffenen Gebäudehüllen und klimaangepassten Fassadengestaltungen können Holz-Lehm-Häuser auf mechanische Lüftungsanlagen verzichten.
Durch die Verwendung schadstoffarmer und Schadstoffe speichernder Baustoffe wie Lehm wird eine gesunde Raumluft gewährleistet. Bei zweimaliger Stoßlüftung am Tag kann das entstehende CO2 abgelüftet werden und die Raumlufthygiene sichergestellt werden.
Der hohe sommerliche Wärmewiederstand von Naturfaserdämmstoffen und die zur Außentemperatur antizyklisch wirkende Feuchteschaukel durch Nachtauskühlung gewähren angemessenen thermischen Komfort im Sommer.
Energetisch optimiert und Energie gewinnend gebaut entleihen Holz-Lehm Häuser ihre Baumaterialien natürlichen Kreisläufen und wirken in der Bilanzierung ressourcen-positiv im Sinne der NACHWACHSENDEN STADT.
 
Eike Roswag-Klinge ist Mitinitiator und einer der Gründer von Ziegert Roswag Seiler Architekten Ingenieure. Das Büro erforscht, plant und realisiert ganzheitliche Gebäudekonzepte aus Naturbaustoffen zwischen Entwicklungszusammenarbeit in Asien und Afrika, Denkmalpflege in arabischen Kulturen und Wohn- und Gewerbebauten in Europa. Eike Roswag-Klinge forscht an LowTech Naturbautechniken und zukunftsfähigen Gebäudekonzepten und lehrt im In- und Ausland. Als Mitbegründer des Netzwerkes DIE NACHWACHSENDE STADT untersucht er die ressourcen-positive Entwicklung und Verdichtung urbaner Räume unter anderem am Beispiel von Berlin.  


Dialog von Ort und Mensch
Bernardo Bader, Architekt, Bernardo Bader Architekten, Dornbirn

„Mehr Notwendiges anstatt Überflüssiges?“
Manche Bauten wissen noch nichts – nichts von der Raumnot und den Grundkosten, nichts von Nachbarschaft und von der Zersiedelung, nichts vom Wandel in den Familienstrukturen und nicht einmal etwas vom Schnee und vom Regen.  Aber sie bringen sich blendend zum Ausdruck.
Wer jedoch möchte auf solche Art und Weise geblendet werden? Baukunst ist für mein Verständnis die Kunst des Notwendigen und nicht die des Überflusses.
Aber so absurd es scheint: Inmitten der Fülle erleiden wir heute in Wahrheit einen Mangel am Notwendigen. Und trotzdem oder vielleicht gerade deshalb ist es für mich als Architekt nicht die Enthaltsamkeit sondern die Angemessenheit die begeistert.

Bernardo Bader studierte 1993 bis 2001 Architektur an der Universität Innsbruck. Während seines Studiums war er  von 1998 bis 1999 Mitarbeiter bei Feichtinger Architects in Paris. Nach absolvieren seines Studiums mit Diplom, gründete er 2003 das Architekturbüro Bernardo Bader Architekten in Dornbirn, Österreich.
2007 erhielt Bernardo Bader den Weissenhof Architekturförderpreis. Seit 2012 ist er Dozent am Institut für Architektur und Raumentwicklung der Universität in Liechtenstein. Zudem ist er seit 2015 als Mitglied des Gestaltungsbeirats der Stadt Salzburg tätig. Neben dem Aga Khan Award for Architecture 2013 erhielt Bernardo Bader u.a. den 1. Preis Häuser des Jahres 2015, 1. Preis Constructive Alps (Internationaler Preis für nachhaltiges Sanieren und Bauen in den Alpen), den European Union Prize for Contemporary Architecture (Nominierung Mies van der Rohe Award 2015) und den 1. Preis Häuser Award 2016 (Die besten Einfamilienhäuser in Europa).



Die etwas anderen Bauherren 
Mag.a Arch. Ulrike Schartner MSA, gaupenraub +/-, Wien

Obdachlose Menschen sind in vielerlei Hinsicht rechtlos, ungefragt und ungehört. In Zeiten wo Mieten und Wohnungskaufpreise unbehinderte Höhenflüge erleben, gesetzliche Rahmenbedingungen die Baukosten in die Höhe treiben und selbst Notschlafplätze an manchmal unerfüllbare Bedingungen geknüpft werden, bleiben den Ärmsten der Armen kaum Möglichkeiten eine würdige Unterkunft zu finden.
Das geht auch anders – anhand von ein paar Beispielen zeigen wir gemeinschaftlich entwickelte „Dächer über dem Kopf“, die auch ein bisschen mehr können.

Nach dem Abschluss des Kollegs für Innenausbau und Möbelbau beginnt Ulrike Schartner ihr Architekturstudium an der Universität für angewandte Kunst in der Meisterklasse von Johannes Spalt und setzt es nach dessen Emeritierung in der Meisterklasse Wolf D. Prix fort. Dazwischen absolviert sie 2 Gastsemester an der Königlich Technischen Hochschule in Stockholm. Nachdem sie 1995 ihr Diplom in der Meisterklasse Prix erlangt, beginnt sie im Büro von Johannes Spalt zu arbeiten und gründet 1999 parallel dazu gemeinsam mit Alexander Hagner die Arbeitsgemeinschaft gaupenraub +/- und legt ihre Ziviltechnikerprüfung ab.
2000 übersiedelt Ulrike Schartner nach Stockholm und gründet dort nach 2 Jahren Mitarbeit in verschiedenen schwedischen Büros und Lehrtätigkeit an der KTH Stockholm gemeinsam mit Staffan Schartner ein weiteres eigenes Architekturbüro. Seit 2004 ist sie Member of Swedisch Architects und beginnt zwischen ihren beiden Büros in Wien und Stockholm zu pendeln. 2005 gründet sie in Schweden gemeinsam mit Staffan Schartner und Pelle Norberg das Architektur- & Generalplanerbüro omniplan AB. Parallel dazu hält sie Architekturvorträge und gibt Führungen zu gaupenräuberischen Projekten. 2015 war sie Lektorin an der TU Wien Abteilung Hochbau 2. Seit 2016 ist sie wieder ganz in Wien tätig.
Zu den wichtigsten Projekten des Architekturbüros gaupenraub +/- zählt das Eiermuseum für den Bildhauer Wander Bertoni in Winden am See, ausgezeichnet mit dem Burgenländischen Architekturpreis und nominiert für den Mies van der Rohe Award, die Sanierung und Erweiterung des Betriebsgebäudes von MCM Klosterfrau Melissengeist, ausgezeichnet mit dem ETHOUSE Award sowie der fertiggestellte Büroumbau zum Think-Tank der Agenda Austria von Franz Schellhorn. Daneben engagiert sich gaupenraub seit über 10 Jahren zunehmend in Projekten für benachteiligte Menschen wie z.b. der Notschlafstelle VinziRast, der Realisierung des Memobil, ein Möbel für Demenzkranke oder der VinziRast-mittendrin, ein Gebäude für das Zusammenleben von obdachlosen Menschen und Studierenden, ausgezeichnet u.a. mit dem Urban Living Award und dem österreichischen Bauherrenpreis sowie ebenfalls nominiert für den Mies van der Rohe Award.


ALLE VERANSTALTUNGEN IM ÜBERBLICK

München, 24. November 2016
DIGITALISIERTE BAUPROZESSE UND METHODEN
Automatisiertes Bauen mit Robotern

 
Stuttgart, 01. Dezember 2016
EINFACH BAUEN
Projekte zwischen Effizienz und Lifestyle



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