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Energieautark wohnen mit Flächenheiz- und -kühlsystem

Zwischen 2014 und 2016 baute das Unternehmen Huf Haus auf dem Gelände des ehemaligen Bahnhofs von Montabaur vier Gebäude mit 44 barrierefreien und teilweise behindertengerechten Wohnungen.

Die Gebäude wurden im Holzskelettbau mit Stahlbetondecken erstellt. Das Kellergeschoss besteht aus Stahlbeton. Die Deckenelemente für die Einzelgeschosse sind als Filigrandecken im Huf-Werk vorgefertigt. Auf der Baustelle wurde dann ein statisch und akustisch wirksamer Ortbeton gegossen, Trittschalldämmung und das hochwertige Parkett bzw. Feinsteinzeug oder Fliesenplatten verlegt. Die Deckentemperierung, konventionellerweise in den Betondecken geführt, und die Lüftungstechnik befinden sich vom Erdgeschoss bis zum 3. Obergeschoss in den abgehängten Decken. Im 4. Ober-geschoss wurde die Flächentemperierung konstruktionsbedingt in den Fußbodenaufbau verlagert.

Das Besondere an den Gebäuden ist das Klimakonzept, das den Großteil der notwendigen Energie für die Gebäude und Freibereiche aus regenerativen Energien schöpft. Geplant hat es der TGA-Planer Thomas Runkel von der Etgenium GmbH aus Königswinter. Im Keller der Anlage befindet sich die Energiezentrale. Herzstück dort ist der 500. 000 l fassende Eis-Energiespeicher der Firma Viessmann, der mehrere Wärmepumpen in den Technikräumen der Gebäude speist und mit insgesamt 450 solaren Doppelmodulen auf den Pultdächern der Häuser gekoppelt ist. Die Leistung der
Solarthermie- und PV-Anlage liegt bei 108 kWp, die die autarke und emissionsfreie Wärme- und Warmwasserversorgung der Wohnanlage sicherstellt.

Doch nicht nur in den Wintermonaten ermöglicht das System von Eisspeicher, Wärmepumpen und Solar-Doppelmodulen angenehme Temperaturen. Die Wärme verteilt sich über das »Aquatherm black system«, das vom Erdgeschoss bis zum 3. Obergeschoss als Decken-, im 4. Obergeschoss als Fußbodentemperierung eingesetzt ist.

Die homogene Wärmeverteilung und die kurze Reaktionszeit des Systems schaffen über das gesamte Jahr ein angenehmes Klima in den Wohnräumen. Der überdurchschnittlich hohe Anteil an langwelliger Strahlungswärme (bis zu 90 %) führt beim Heizen wie beim Kühlen zu einer Wohlfühlatmosphäre.

Der hohe Standard, der an das Wohngefühl und die Bauausführung gestellt wird, spiegelt sich auch in der Energiebedarfsrechnung wider. Die Wohnanlage ist als KfW-Effizienzhaus 55 zertifiziert.

Eine weitere Besonderheit ist die Lüftungsanlage. Alle Wohnungen verfügen über eine sog. Health-Box, ein bedarfsgeführtes Abluftgerät, das gemeinsam mit Lüftungssystemen im Fensterrahmen sensor-gesteuert die Raumluftqualität regelt. In diesem Zusammenspiel wird die verbrauchte Luft und eine kontinuierliche und schallgedämmte Frischluftzufuhr gewährleistet. Das Fraunhofer IBP Stuttgart bescheinigt dem System eine ähnlich gute Energieeinsparung wie beim Einsatz von aufwendigen Anlagen mit Wärmerückgewinnung.

Huf City Living erhielt am 24. November 2016 den BVF Award 2016 des Bundes-
verbands Flächenheizungen und Flächenkühlungen.

Weitere Informationen:

www.flaechenheizung.de
www.viessmann.de
www.huf-haus.com
www.aquatherm.de

Kurze Werbepause

Flächenheiz- und -kühlsystem

Foto: Achim Schnell/aquatherm

Flächenheiz- und -kühlsystem

Foto: Achim Schnell/aquatherm

Stichworte:
Dieser Artikel ist aus dem Heft:
DETAIL 3/2017
Konzept: Wohnkonzepte für das Alter

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