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Energieeffizienz im großen Maßstab

Viel hilft viel: Österreichs bislang größte Passivhausanlage soll 2010 in Innsbruck fertiggestellt werden. Im Lodenareal entstehen gegenwärtig 354 Miet- und 128 Eigentumswohnungen mit einem prognostizierten Heizwärmebedarf von weniger als 10 kWh je Quadratmeter und Jahr.

Lodenareal, Innsbruck, team k2 architects, Architektengruppe aus Innsbruck, Büro Architekturhalle Wulz-König, Passivhausanlage, Österreich, Zima
Foto: Jakob Schoof

Der Masterplan für das Areal ist denkbar einfach, aber schlüssig: Drei Gebäudekomplexe aus je 2 L-förmigen Baukörpern am Zusammenfluss von Sill und Inn bilden trotz der Größe des Gesamtvorhabens überschaubare Nachbarschaften. Zwei Baublocks mit Mietwohnungen errichtet die Neue Heimat Tirol, für den dritten Gebäudekomplex mit den Eigentumswohnungen zeichnet das Projektmanagement-Unternehmen Zima verantwortlich. Die Pläne für die Neubauten stammen von team k2 architects und der Architekturwerkstatt dinA4 aus Innsbruck sowie dem Büro Architekturhalle Wulz-König aus Telfs.

Der für den österreichischen Energieausweis errechnete Heizwärmebedarf der vier Mietwohngebäude liegt bei 7 kWh/m2a. Damit spart die Anlage aufgrund ihrer erheblichen Größe gegenüber einem gleich großen Niedrigenergiegebäude rund 680 Tonnen CO2 jährlich ein. Rechnet man mit einem Belegungsgrad von durchschnittlich 2 Personen je Mietwohnung, wäre dies immerhin rund eine Tonne je Bewohner.

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Foto: Jakob Schoof

Jede Wohnung verfügt über eine kontrollierte Lüftung mit Wärmerückgewinnung, deren Zuluft über das Grundwasser unter dem Gelände (Temperatur 9-13 °C) vorkonditioniert wird.
Die Heizwärme für die Mietwohnungen stellen ein Pelletsheizkessel (etwa 80 % des Jahresenergiebedarfs ohne Solaranlage) sowie ein Gas-Brennwertkessel bereit. Zusätzlich versorgt eine 1.050 m2 große thermische Solaranlage die Anlage mit Warmwasser. Sie liefert nach Berechnungen der Haustechniker jährlich 367.500 kWh Wärmeenergie pro Jahr.
Beheizt werden die Wohnungen über Fußbodenheizungen, wobei aufgrund des niedrigen Heizwärmebedarfs lediglich die Randzonen vor den Fassaden mit Heizleitungen versehen wurden.

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Um die erforderlichen niedrigen Wärmedurchgangskoeffizienten zu gewährleisten, wurden die Außenwände mit bis zu 30 Zentimetern, das Dach mit bis zu 45 cm sowie Wände und Decken der Tiefgarage mit bis zu 26 Zentimetern Dämmstoff versehen.

Auch zur Kosteneffizienz des Neubaus macht die Neue Heimat Tirol Angaben: Das gesamte Bauvorhaben soll rund 52 Millionen Euro kosten. Gegenüber einem Neubau im Niedrigenergiestandard (Heizwärmebedarf 35 kWh/m2a) sind dies Mehrkosten von rund 5 Millionen Euro, also 11 Prozent. Davon werden rund 7 % über einen nicht rückzahlbaren Zuschuss der Tiroler Wohnbauförderung abgedeckt. Die verbleibenden Zusatzkosten von rund 4 Prozent können laut Neue Heimat Tirol „auf Grund niedrigster Energiekosten in kürzester Zeit abgefedert werden.“ Der Energiebedarf für die Heizung liegt bei den Neubauten um 80 % niedriger als bei einem Niedrigenergiegebäude, der Bedarf für Warmwasser wird durch die thermische Solaranlage auf etwa die Hälfte reduziert.

Lodenareal, Innsbruck, team k2 architects, Architektengruppe aus Innsbruck, Büro Architekturhalle Wulz-König, Passivhausanlage, Österreich, Zima
Foto: Jakob Schoof

Um die wichtigsten Detaillösungen für den Neubau auf ihre Praxistauglichkeit hin zu überprüfen, wurde bereits 2008 eine Musterwohnung hergestellt und im Blower-Door-Verfahren „auf Herz und Nieren“ getestet. Mit einem Luftwechsel von n50=0,38 lag das Ergebnis deutlich unter dem für Passivhäuser erforderlichen Wert von 0,50.

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