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Erlebniswelten fordern außergewöhnliche Ladenbaukonzepte

Der Anspruch der Globetrotter Ausrüstung GmbH an Prof. Moths Architekten war kein geringerer, als dass ihre Kunden in den neuen Stores bereits Abenteuer erleben können sollten. Die Besucher atmen nun arktische Luft in einer Kältekammer, unternehmen eine Kanu- oder Kletterpartie, oder sie entspannen in einer Mangrovenlandschaft.

Globetrotter Ausrüstung, Ladenbaukonzept, Inneneinrichtung

„Träume leben“ lautet das Motto der Globetrotter Ausrüstung GmbH. Das Erlebnis beginnt bereits in den Filialen des Outdoorspezialisten. Denn in den Stores bietet Globetrotter neben einer breiten Produktpalette auch außergewöhnliche Erlebniswelten. Inspirationen für kleine und große Abenteuer! Da kann man beispielsweise die arktische Luft einer Kältekammer atmen, eine Kanu- oder Kletterpartie unternehmen oder sich in einer Mangrovenlandschaft entspannen und dabei einer Blattschneiderameisenkolonie bei der Arbeit zusehen.

Globetrotter Ausrüstung, Ladenbaukonzept, Lageplan
Lageplan
Globetrotter Ausrüstung, Ladenbaukonzept, Schnitt
Schnitt

Schöpfer dieser spannenden Ladenbaukonzepte ist Prof. Moths Architekten. Mittlerweile hat das Hamburger Büro deutschlandweit alle sieben Globetrotter-Filialen geplant und dabei neue Maßstäbe im Ladenbau gesetzt. Während die Stores in Berlin, Köln, Hamburg, München und Dresden in Bestandsgebäuden realisiert wurden, bot sich in Frankfurt erstmals die Möglichkeit, einen kompletten Neubau zu planen. Das Ergebnis: eine überzeugende gestalterische Einheit von Innen- und Außenraum.

Die Kubatur des im Frankfurter Ostend gelegenen Gebäudes ist einem städtebaulichen Wettbewerb geschuldet und zum Teil durch die Grundstücksform vorgegeben. „Wir haben einen klaren Kubus entwickelt, der den Innenraum quasi wie eine Schatzkiste umschließt“, beschreibt Prof. Holger Moths den Entwurf des fünfgeschossigen Gebäudes. „Die auf Form und Nutzen konzentrierte Produktpalette des Outdoorspezialisten präsentiert sich nach außen schlicht und auf das Notwendigste reduziert“, erklärt Prof. Moths. Gestaltung und Materialwahl der Fassade reflektieren das für den Outdoorspezialisten naheliegende Thema Natur. So erweckt der Einsatz des Ziegels Kolumba 43 die Assoziation von Gesteinsschichten. Das Material erscheint rau und filigran zugleich.

Globetrotter Ausrüstung, Ladenbaukonzept, BIM-Software
Globetrotter Ausrüstung, Ladenbaukonzept, Rendering
Rendering

Zusammenspiel der Materialien
Durch die Einarbeitung von Rücksprüngen in der Mauertechnik entsteht ein Lichtund Schattenspiel, das die Gebäudehülle immer wieder in einer neuen Textur erscheinen lässt und damit die Vielfalt der Natur ein Stück weit antizipieren möchte. Die Öffnungen in der Fassade ermöglichen gezielte Einblicke in den Innenbereich. Hier findet die Rauheit der Fassade ihr Pendant. Materialien wie korrodierter Stahl und angewittertes, stark profiliertes Echtholz prägen das Bild.

Prof. Moths Architekten arbeiten zu gleichen Teilen im Bereich Hochbau und Innenausbau. Das Leistungsspektrum des von Prof. Holger Moths 1997 gegründeten Büros reicht vom anspruchsvollen Wohnungsund Gewerbebau über Gastronomiebauten bis hin zu Ladengeschäften auf höchstem Niveau. Seit 2009 arbeiten die Architekten und Innenarchitekten mit ARCHICAD.

Globetrotter Ausrüstung, Fassade
Globetrotter Ausrüstung, Detail der Fassade

Einer der ausschlaggebenden Gründe für den Umstieg auf die BIM-Software von GRAPHISOFT lag darin, dass sich mit ARCHICAD wesentlich ansprechendere und umfangreichere Planungsunterlagen herstellen lassen als mit der bis dahin eingesetzten Softwarelösung. Vor allem die hervorragenden Visualisierungsfähigkeiten von ARCHICAD überzeugten die Planer.

„Bei Abstimmungen mit dem Bauherren – gerade bei so unkonventionellen Entwürfen wie im Falle der Stores für Globetrotter Ausrüstung – ist eine realistische Visualisierung des Entwurfs ebenso wie eine ansprechende Gestaltung der Planungsunterlagen einfach unerlässlich. Da hat uns ARCHICAD von Anfang an begeistert, nicht nur, was die Qualität der Visualisierungen angeht, sondern auch ihre einfache und schnelle Generierung direkt aus dem Gebäudemodell“, sagt die Projektleiterin Eleonora Schröder.

Apropos Gebäudemodell: Prof. Moths Architekten sind überzeugt von den Vorteilen des Building Information Modeling und arbeiten durchgängig in 3D und modellorientiert. Dass dabei auch Hochbau- und Innenarchitekten gemeinsam in einem Gebäudemodell planen können und somit eine doppelte Dateneingabe entfällt, hilft nicht nur, Fehler zu vermeiden, sondern trägt gleichzeitig enorm zur Verbesserung und Beschleunigung des Workflows und damit zu einer Effizienzsteigerung des Büros bei.

ARCHICAD im Teamwork
Unverzichtbar in diesem Zusammenhang sind auch der im Büro eingesetzte BIMServer und Teamwork 2.0. „In der Regel arbeiten bei uns vier bis zehn Mitarbeiter gleichzeitig an einem Projekt. Dank der Teamwork-Funktion funktioniert das reibungslos und führt schnell zu guten Ergebnissen. Auch die Projekt- und Planungsstruktur lässt sich mit ARCHICAD organisieren“, betont Eleonora Schröder. Dabei verlief die Umstellung auf ARCHICAD sukzessive. Anfangs arbeitete man mit zwei Lizenzen; mittlerweile ist das Büro mit 18 Lizenzen komplett umgestellt. Auch hier gab es keine Probleme. Das GRAPHISOFT Center Nord unterstützte das Büro mit individuellen Schulungen, und schon innerhalb kürzester Zeit waren alle Mitarbeiter in der Lage, mit ARCHICAD zu arbeiten. Dank der intuitiven Benutzeroberfläche und der logischen Struktur sei die Umstellung denkbar einfach gewesen, bestätigen die Mitarbeiter von Prof. Moths Architekten.

Globetrotter Ausrüstung, Ladenbaukonzept, Inneneinrichtung
Globetrotter Ausrüstung, Ladenbaukonzept, BIM-Software ARCHICAD
Globetrotter Ausrüstung, Ladenbaukonzept, BIM-Software ARCHICAD
Globetrotter Ausrüstung, Ladenbaukonzept, BIM-Software ARCHICAD
Screenshots aus ARCHICAD

Lebendiges Gesamtkonzept
Zurück zur Globetrotter-Filiale in Frankfurt: Herzstück des Stores ist ein mit 26 lebenden Bäumen bestückter Innenhof, der durch den geschickten Einsatz von Glasböden und Spiegeln den Eindruck einer großzügigen Waldfläche erweckt. Um diesen Hof herum erschließt sich auf fünf Etagen eine 4.000 m² große Verkaufsfläche. Neben der übersichtlichen Präsentation des breiten Sortiments finden sich die Ausstattungselemente, die den Store zur „Erlebnis-Filiale“ werden lassen. Die Kältekammer, in der Kunden ihre Ausrüstung bei empfindlichen Minusgraden testen können, die Kinderabteilung, die kleine Globetrotter nach Kanada in die Zeiten des Goldrausches versetzt. Der Kletterboulder, direkt neben einem Fenster in 18 Metern Höhe angebracht, sorgt sicherlich bei manchem Kunden für erhöhte Adrenalinausschüttung.

Dazu kommt eine 142 m² große Buchabteilung mit einem angrenzenden Cafe, das einen großartigen Blick auf die Frankfurter Skyline freigibt. Kurzum: Ein Projekt, in dem sich Architektur mit unkonventionellen Ideen und anspruchsvoller Innenraumgestaltung zu einem Gesamtwerk verbindet. Prof. Moths Architekten erhielten für den Globetrotter-Store in Frankfurt den AIT Award 2012 in der Sektion „Shop/Präsentation“. Herausforderung Bestandsgebäude Auch bei der Planung von Globetrotter-Filialen in Bestandsgebäuden setzte Prof. Moths Maßstäbe.

Dabei hat sich die Revitalisierung problematischer Gewerbeimmobilien zu einem Schwerpunktthema des Büros entwickelt. So gelang es den Planern, der ehemaligen Rieger-City am Münchner Isartorplatz nach jahrelangem Leerstand neues Leben einzuhauchen. Im Rahmen der Baumaßnahmen wurde das gesamte Gebäude nahezu komplett entkernt und dann Ebene für Ebene ausgetauscht. Um 32 verschachtelte Ebenen auf vier Etagen zu reduzieren, mussten Geschossdecken entfernt und auf veränderter Höhenlage wieder eingebaut werden, was einen massiven Eingriff in die Gebäudestatik bedeutete. Dabei bewährten sich die 3D-Qualitäten von ARCHICAD und die Arbeit im virtuellen Gebäudemodell.

Auch was die Erlebnisqualität betrifft, steht die Münchner Filiale der Frankfurter nicht nach. Zu den Hauptattraktionen gehört ein Wasserbecken mit Gegenstromanlage, auf dem Kanus und Kajaks ausprobiert werden können. Alle zehn Minuten schießt hier ein Geysir empor. Eventshopping auf vier Etagen und einer 6.500 m² großen Verkaufsfläche, die nicht nur zum Stöbern und Einkaufen, sondern auch zum Träumen von fernen Welten und fremden Kulturen einlädt.

Artikel aus DETAIL Sonderpublikation 4|2014 Architekt & IT. Die Sonderpublikation gibt es gratis vollständig als PDF zum Download.

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