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Europäischer Gerichtshof in Luxemburg

Foto: Yvonne Meschederu

Goldstrahlend und elegant – so präsentiert sich der »neue« Europäische Gerichtshof. Im Dezember wurde die »große Erweiterung« von Dominique Perrault in Luxemburgs Europaviertel Kirchberg eingeweiht. Entstanden ist ein Ensemble: Dem Ursprungsgebäude »Palais« von 1973 und den in den Jahren darauf folgenden Erweiterungsbauten wurden ein Ringgebäude, zwei Türme und ein unterirdisches Erschließungsgebäude hinzugefügt. Das Palais wurde bis auf die Stahlstruktur entkernt und asbestsaniert. Hier sind nun alle repräsentativen Funktionen zusammengefasst. Durch die Auslagerung der nicht öffentlichen Bereiche in das Ringgebäude konnten die Sitzungssäle mit ihren Übersetzerkabinen und Foyers großzügig angeordnet und in Szene gesetzt werden. Der Höhepunkt findet sich im neuen zentralen Gerichtssaal. Über den 41 Richtersitzen und 280 Zuschauerplätzen schwebt ein von Dominique Perrault gestaltetes Kunstobjekt aus goldfarbenen Metallgewebebahnen, das sich über die verglaste Fassade nach außen zeigt und schemenhaft das Innere des Sitzungssaales erkennen lässt. Die anderen Gerichtssäle liegen in den oberen Geschossen, die durch eine im Grundriss elliptische Treppe erschlossen werden.

Europäischer Gerichtshof

Das Palais ist der Mittelpunkt einer neuen öffentlichen Esplanade, gestaltet mittels anthrazitfarbenen Steinplatten. Umringt wird das Gebäude von einem aufgeständerten, zweigeschossigen Verwaltungsbau, der mit seinen elf Meter hohen Stahlstützen über den neuen Platz ragt. Acht verglaste Stege verbinden das Ringgebäude mit dem Palais. Alle nicht öffentlichen Räume sind hier untergebracht, wie die Büros der Richter und Generalanwälte. Vorgehängte, goldfarbene Verglasungselemente lockern die strenge getönte Glasfassade auf. In den 107 Meter hohen Zwillingstürmen sind die Büros der Dolmetscher und Sprachjuristen angeordnet. Die Fassade besteht aus einer goldfarbenen Hülle aus Aluminiumgewebe, das zwischen zwei Glasscheiben eingebaut wurde. Die spezielle Zickzackkantung des Gewebes verschafft der Fassade raffinierte Lichtakzente. Zwischen dem Palais und den Erweiterungsgebäuden liegt der unterirdische, 270 Meter lange Verbindungsbau. Er besteht aus einem hallenartigen, zwölf Meter hohen Erschließungsgang, an dem ein Restaurant, eine Bibliothek und die Zugänge zur Tiefgarage angeordnet sind. Im Norden grenzt er an die Türme an und ist in seiner Mitte über eine breite Treppenanlage mit dem Palais verbunden. Bemerkenswert ist nicht nur die neue klare Struktur des Ensembles, sondern auch, dass es gelang, einen Ort mit hoher Symbolkraft zu kreieren.

Yvonne Meschederu

Stichworte:
Dieser Artikel ist aus dem Heft:
DETAIL 3/2009

Konzept Musik und Theater

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