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Shift architecture urbanism, René de Wit, Groningen, Tschumipavillon

Farbenfrohe Neuinterpretation: Fassadengestaltung von shift

Der Tschumipavillon fungierte ursprünglich als Vorführstätte für Videoinstallationen im Rahmen der Ausstellung »What a Wonderful World« im Jahre 1990. Insgesamt fünf Pavillons von namhaften Architekten wie Eisenmann, Hadid, Himmelblau, Koolhaas und Tschumi schmückten die Stadt Groningen und bildeten auf ganz unterschiedliche Art einen Rahmen zur Präsentation von Musikvideos. Nach Ende der Ausstellung blieben zwei der Bauwerke bestehen: Neben dem Pavillon von OMA, der in eine Bushaltestelle integriert wurde, überlebte auch der gläserne Tschumipavillon, welcher anschließend als Ausstellungsraum für zeitgenössische Kunst diente.
Sowohl Fassaden, Decke als auch das Tragwerk des Tschumipavillons wurden aus Glas errichtet. Der Architekt wählte das gläserne Material insbesondere aufgrund seiner spiegelnden Fähigkeiten: Die Glasfassade sollte die vorgeführten Videos ins Unendliche reflektieren und den eigentlich unsichtbaren Baukörper in ein »visuelles Spektakel« verwandeln, der die virtuelle Realität mit den Bildern des Monitors, der Stadt und den Reflexionen vermischt.
Die Transformation durch shift architecture urbanism bildet eine Neuinterpretation dieses ursprünglichen Konzepts. Statt des Überlagerns von Filmaufnahmen mithilfe von Reflexionen, nutzen die Architekten die Glasoberfläche um unterschiedliche Farben miteinander zu vermischen. Für die neue Fassadengestaltung wurden lediglich cyan, magenta und yellow verwendet. Je nach Standpunkt des Betrachters kommt es jedoch zu einer Farbüberlagerung: cyan + magenta = blau, yellow + cyan = grün, magenta + cyan = rot.
Die einzelnen Farben wurden als diagonal verlaufende Streifen auf die Fassade aufgetragen, die sich um den gesamten Baukörper winden. Die Verwendung von Diagonalen soll den instabilen Effekt verstärken, den schon Tschumi durch das Kippen des Baukörpers hervorrufen wollte und der beim Umrunden des Pavillons ständig veränderliche Farben und Muster erzeugt. Die Längsseite zeigt eine Kreuzschraffur in der gesamten CMYRGB-Farbpalette. Aus einem schrägen Blickwinkel hingegen lassen sich die diagonalen CMY-Farbbänder deutlich erkennen, die im Inneren des Pavillons zusätzlich mit der umgebenden Bebauung und Bepflanzung optisch verschmelzen.
Mit der temporären Transformation des Tschumipavillons gelingt den Architekten eine farbenfrohe Neuinterpretation des ursprünglichen Konzepts. Themen wie die visuelle Überlagerung von verschiedenen Eindrücken, die optische Täuschung und die Erzeugung einer vermeintlichen Instabilität erhalten mithilfe des CMY-Farbgewandes eine neue Dimension. Damit wird der Tschumipavillon zum wiederholten Mal zum optischen Blickfang in Groningen und erhält eine dynamische und starke Präsenz im städtischen Kontext.

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