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Hormus, Hotelanlage, ZAV Architects

Farbenpracht in der Straße von Hormus

Hormus ist eine Insel in der Straße von Hormus im Persischen Golf, südlich des Iran. Sie ist kahl, fast kreisrund und nur rund 42 km2 groß. Obwohl es dort kein Süßwasser gibt, ist die Insel seit der Antike besiedelt, weil sie ein sicherer und strategisch wichtiger Standort ist. Ihre historische Bedeutung als wichtigen Handelsplatz hat Hormus heute verloren, dafür floriert der Zigarettenschmuggel in die Vereinigten Arabischen Emirate.

Nun ist die Insel mit einer außergewöhnlichen Landschaft gesegnet, Sande und Gesteine in unterschiedlichen Rot-, Gelb- und Blautönen mischen sich mit dem Türkis und Dunkelblau des Meeres. Wegen ihres Farbenreichtums hat sie von Reisenden den Namen „Regenbogeninsel im Persischen Golf“ bekommen. Hier auf Tourismus zu setzen und den Inselbewohnern damit sichere (und legale) Einkünfte zu bescheren, scheint eine gute Idee.

Unter rund 200 blau, grün, rot und gelb bemalten Kuppeln – eine klare Referenz an die farbenfrohe Landschaft - können Reisende nun auf der Insel übernachten. Insgesamt 15 Ferienwohnungen sind in der Anlage untergebracht, aber auch Restaurants, ein Café, Souvenirläden und eine Touristeninformation. Selbst die Innenräume haben die Architekten farbenfroh gestaltet. Das Grün, Blau, Rot und Gelb setzt sich bis zu den Möbeln fort. 

Interessant ist auch die Konstruktion der Kuppeln, sie beruht auf der von Nader Khalili entwickelten SuperAdobe-Bauweise. Schlauchartige Sandsäcke werden mit Erde gefüllt und spiralartig zu Kuppeln gewickelt. Für die Horizontalaussteifung sorgt eingelegter Stacheldraht. Sobald die Kuppel steht, wird innen und außen Zementputz aufgetragen – eine Bauweise, die auch ungelernte Kräfte vor Ort umsetzen können.

Mit ihrem Projekt leisten Architekten, die ihr Büro in Teheran haben und Auftraggeber – eine private Institution – Entwicklungshilfe für die Bewohner der Insel: Geld wird nicht in teure Baumaterialien, sondern in Arbeitskraft investiert. Das Mitbauen der Inselbewohner zeigt neue Arbeitsperspektiven auf und führt zu Akzeptanz und Austausch. Und nicht zuletzt eröffnet die additive Bauweise auch für die Zukunft Spielraum für weitere Entwicklungen.

Mehr zur SuperAdobe-Bauweise:
https://www.calearth.org/intro-superadobe

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