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Kopenhagen, Cityringen, U-Bahn, Metro, Moeding, Keramikfassade

Farbraum: Keramikplatten kleiden Kopenhagens neue U-Bahnhöfe

Die neuen Stationen in Kopenhagen stehen für einen neuen Ansatz urbaner und nachhaltiger Mobilität: Die Bahnhöfe folgen nicht mehr ausschließlich den bautechnischen Vorgaben, sondern beziehen sich auch explizit auf ihre Umgebung. Die Bahnhofszugänge sind in unterschiedlichen Farben und Formen als eigene Stadträume individuell gestaltet und sollen so auch zu einer intuitiven Orientierung beitragen. Die Entwürfe für diese benutzerorientierte Bauweise stammen vom Ingenieurbüro Arup. Fahrgästen soll dabei durch klare Sichtlinien und minimale Beschilderung die Navigation erleichtert werden. Gleichzeitig bietet sich eine hohe Aufenthaltsqualität. Zur Gestaltung von sieben Stationen trug auch das Unternehmen Moeding bei. Knapp 12.000 Longton Keramikplatten in den Farben Rot, Grün, Weiß und Grau verleihen den Bahnhöfen Frederiksberg Allé, Gammel Strand, Kopenhagen Hauptbahnhof, Østerport, Nørrebro, Poul Henningsens Plads und Vibenshus Runddel ein Gesicht.

Gestalterischer Bezug zur Umgebung
Der verwendete Rotton lehnt an die Farben der Dänischen Staatsbahn (DSB) an und kennzeichnet jeweils einen Umstiegsbahnhof. Die anderen Stationen nehmen immer das Umfeld an der Oberfläche gestalterisch auf. So sind die vier unterschiedlichen grünen Glasuren der Station Frederiksberg Allé von der von Linden gesäumten Allee oberhalb der Station inspiriert. Weiß glasierte Ziegelplatten charakterisieren die beiden Bahnhöfe Gammel Strand und Vibenshus Runddel. Hier belegen die schräg geschnittenen Paneele oder die bunten Details an den Unterseiten der Ziegelplatten die Vielfältigkeit der gestalterischen Möglichkeiten von Keramikfassaden.

Neuartige Glasur und technische Eigenschaften
Die Keramikplatten weisen allesamt eine glänzende beziehungsweise seidenmatte Oberfläche auf, die erstmalig durch eine spezielle Auftragetechnik erzielt wurde, den sogenannten Orange Peel Effekt. Während des Einbrennverfahrens entsteht hierbei ein wellenartiges Relief in der Glasur, das je nach Betrachtungswinkel und Spiegelung eine lebendige Oberfläche schafft. Neben dem Wunsch des Bauherrn nach einem natürlichen Baustoff, mit dem sich individuell gestalten lässt, sollten die Fassaden möglichst simpel und mit minimalem Aufwand gewartet werden können. Die aus Ton und Lehm hergestellten Ziegelplatten von Moeding sind Teil des vorgehängten hinterlüfteten Longoton Rapid Systems. Diese können ohne Montagereihenfolge montiert und demontiert werden. Zudem sind alle Glasuren des Herstellers bleifrei.
Für die Architekten und Planer von Arup trugen weitere Eigenschaften der Keramikplatten zur Auswahl bei: große Formate, eine ausgeprägte Materialität und Oberflächenstruktur bei relativ geringem Gewicht, zudem sind sie hochbelastbar, robust sowie vandalismus- und alterungsbeständig. Zudem handelt es sich bei der Keramikfassade um eine nichtmetallische Verkleidung, die es ermöglicht hat, Antennenkabel für die Funkkommunikation im 150 mm großen Hohlraum hinter den Platten zu verlegen.

Ein Fachbeitrag zur neuen Metro-Ringlinie in Kopenhagen ist im aktuellen Heft DETAIL 3/2020 auf Seite 72 erschienen.

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