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Marco Cappelletti, Labics, Citta del Sole, Rom

Filigrane Hülle: Revitalisierungsprojekt in Rom

Die Ost-West-Ausrichtung des langen, schmalen Grundstücks ist beträchtlich. Querverbindungen werden bewusst inszeniert und somit die Zirkulation zwischen dem Wohngebiet im Süden und dem nördlich angrenzenden Stadtzentrum gezielt gefördert. Ausgehend von einem bestehenden Busterminal an der östlichen Spitze entwickelt sich die sogenannte »Sonnenstadt« wie eine sequenzielle Abfolge. Der Besucher wird durch einen Raum geleitet, den die geschickt angeordneten Baukörper und Leerräume aufspannen. Aus einem vom Charakter des Aufbruchs behafteten, hektischen Busbahnhof wird dadurch ein facettenreicher, entschleunigter Ort.

Auf unterschiedlichen Niveaus fügen sich die einzelnen Elemente zu einem funktionalen Komplex zusammen. Die untersten zwei Geschosse wirken wie eine Sockelzone, die von einem Auf und Ab an Treppenlandschaften und Rampen strukturiert wird. Gleich einer organischen Struktur scheint sie ihre Fühler immer wieder in unterschiedliche Richtungen auszustrecken, um die Interaktion mit der Umgebung und die Zirkulation zu unterstreichen.

Über dieser Zone thronen drei separate, repräsentative Baukörper. Sie unterstreichen die Achse und Organisation von Ost nach West. Das an den Busterminal anschließende, sowie das zentral positionierte Volumen erscheinen im Vergleich zu dem östlichen Komplex wesentlich zurückhaltender, so als würden sie dem flachen Bestandsbusterminal symbolisch die Hand reichen. Losgelöst vom Sockelbereich ist das Gebäudetrio zum Teil auf Pilotis aufgeständert und schafft so geschützte Begegnungsräume in den Durchgangszonen.

Die programmatische Gliederung des Areals teilt sich auf die verschiedenen baulichen Strukturen auf. In der alles verbindenden Sockelzone ergänzen Gewerbeflächen und eine Bücherei den Busbahnhof im Erdgeschoss. Darüber finden Büros und öffentliche Bereiche Platz. Arbeitsplätze beinhaltet auch der westlichste der Baukörper. In den anderen beiden sind Wohnungen untergebracht. Das mittlere Gebäude umfasst exklusive, große Appartements, während sich im höchsten Komplex, über neun Stockwerke verteilt, kleinere Wohneinheiten befinden.

Eine gestalterisch einheitliche Sprache fasst die Individuen zu einem stimmigen Gesamtbild zusammen. Glas und Aluminium prägen sämtliche Ansichten. Wie silberfarbene Mikados fügen sich am Großteil der Fassaden filigrane Alustäbe, dicht an dicht, zu einer zarten, gleichzeitig transparenten, wie auch verhüllenden Struktur zusammen. Sie gehen über die gesamte Raumhöhe und betonen die Vertikale. Die beiden Wohnkomplexe heben sich optisch ab. Sie sind mit flexibel anpassbaren Sonnenschutzelementen ausgestattet. Diese können im niedrigeren Gebäude vertikal über die gesamte Höhe geklappt werden, im höheren handelt es sich um Fixteile mit horizontal schwenkbaren Lamellen. So entstehen lebendige, sich stetig verändernde Ansichten.

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