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Snøhetta, Dhahran, King Abdulaziz Center

Filigranes Röhrenkleid: King Abdulaziz Center von Snøhetta in Dhahran

Das King Abdulaziz Center for World Culture von Snøhetta ist gleichsam ein gebautes Zeugnis des Wohlstands, den Saudi-Arabien dem Erdöl verdankt, und steht ganz in der Nähe der ersten kommerziell ausgebeuteten Ölquelle des Landes. In seinem Inneren vereint der Gebäudekomplex eine Bibliothek, ein Fortbildungszentrum für Natur- und Ingenieurwissenschaften, ein Gründerzentrum sowie ein Kultur- und ein Kindermuseum. Hinzu kommen eine große Veranstaltungshalle für Kongresse und Wanderausstellungen, einen Konzert- und Theatersaal mit 900 Plätzen sowie einen kleineren Vortrags- und Kinosaal für 300 Personen.  Auftraggeber für den Bau war der weltgrößte Ölkonzern Saudi Aramco.

Als Eingangs- und Verteilerebene fungiert das Sockelgeschoss des Bauwerks, das unter einer als Landschaftsgarten gestalteten, leicht hügeligen Betopplattform liegt. Die fünf oberirdischen Baukörper gleichen von Sand und Wind rundgeschliffenen Felsbrocken, die ein feines, an ­Fingerabdrücke erinnerndes Linienmuster aus gebogenen Edelstahlrohren überzieht. Sie verleihen dem Gebäude einen sanft schimmernden Glanz, vermeiden jedoch grelle Lichtreflexionen, die eine flächige Blechverkleidung mit sich gebracht hätte. Außerdem verschatten die Röhren die dahinter liegende, thermische Hülle des Gebäudes und wirken durch ihre Hinterlüftung einer Überhitzung entgegen.

So unterschiedlich die Form und Tragkonstruktion der einzelnen Baukörper, so einheitlich ist das Konstruktionsprinzip der Fassaden und Dächer: Als thermische Hülle dienen vorgefertigte Sandwichelemente aus Stahlblech, Wärmedämmung und einer Aluminium-Stehfalzdeckung mit integrierten Stahlträgern. Auf dem Stehfalz sind mittels Aluminiumschienen und Punkthaltern aus Titan die Edelstahlrohre befestigt. Auch vor den Fensterbändern des rund 90 m aufragenden Turms inmitten des Gebäudekomplexes setzt sich die Röhrenverkleidung fort. Dort ist sie gleichsam zu flachen Verschattungslamellen plattgedrückt. Die einzige Zäsur in der Metallhülle bildet eine 37 m2 große Fensteröffnung am kleinsten der fünf Felsbrocken, der wie der Schlussstein eines Gewölbes von seinen Nachbarn in der Schwebe gehalten wird und daher von den Architekten „Keystone“ getauft wurde. Die Gläser lassen sich auf Knopfdruck elektrisch verdunkeln, um den Lichteinfall der dahinter liegenden Vortragsraums zu steuern.

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Weitere Informationen:

Tragwerks- und TGA-Planung: Buro Happold
Fassadenplanung: seele

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