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Wohnungsbau San Riemo in München, ARGE Summacumfemmer Büro Juliane Greb, Foto: Petter Krag

Flexibel wohnen: Wohnungsbau San Riemo in München

Der Start für das erste Projekt der frisch gegründeten Münchner Genossenschaft lief alles andere als glatt. Um architektonische Lösungen jenseits des üblichen Standards zu ermöglichen und jungen Büros eine Chance zu geben, hatten die ambitionierten Bauherren einen offenen Wettbewerb ausgelobt. Dabei hatten sie sich selbst das Ziel gesetzt, den ersten Preis zur Umsetzung zu bringen. Doch die Genossen mussten sich eingestehen, dass der Siegerentwurf das Budget von 6,7 Millionen Euro deutlich überschritten hätte. Daher beauftragten sie nach einer Überarbeitungsphase die zweitplatzierten Preisträger, eine Arbeitsgemeinschaft der Büros Summacumfemmer aus Leipzig und Juliane Greb aus Gent.
Deren Entwurf basiert auf einer tragenden Grundstruktur, die flexibel mit nichttragenden Leichtbauwänden ausgebaut werden kann und so den Wunsch der Bauherren nach einem „atmenden Haus“ umsetzt: Die Wohnungen sollen schrumpfen und wachsen können und sich den Lebensumständen ihrer Bewohner immer wieder anpassen. Für die tragende Betonskelettkonstruktion haben die Architekten ein Raster entwickelt, das an den beiden Längsseiten 14 m2 große Felder für Zimmer bildet und in den Mittelfeldern Treppenhäuser, Bäder und Küchen aufnimmt. Mit diesem Konzept ließen sich eine Vielzahl verschiedener Wohnungszuschnitte und -größen realisieren, die verschiedene Wohnformen ermöglichen. Im 1. Obergeschoss leben zum Beispiel 10 Personen in einer therapeutischen Wohngemeinschaft. Durch das Hinzufügen und Entfernen von Trockenbauwänden können die Grundrisse aber auch leicht wieder verändert werden. Darüber hinaus ermöglichen zusätzliche Türen das einfache Zuschalten einzelner Zimmer zu einer anderen Wohnung.
Das Erdgeschoss ist gewerblichen und gemeinschaftlichen Nutzungen vorbehalten und teilt sich in zwei Bereiche. Die Gewerberäume orientieren sich mit großen Fenstern zum Straßenraum und sind an eine Einrichtung vermietet, die benachteiligte Jugendliche fördert. Dahinter liegt die großzügige, 4 m hohe Eingangshalle, die Eingangsbereich, Bewohnercafé, Bibliothek, Waschsalon und Veranstaltungsraum zugleich ist. Mithilfe von Vorhängen können einzelne Bereiche bei Bedarf voneinander abgetrennt werden. Auch die Dachterrasse wird gemeinschaftlich genutzt und ergänzt die private Wintergartenzone auf der Westseite.

Mehr dazu in Detail 1/2.2022 und in unserer Datenbank Detail Inspiration.


Weitere Informationen:

Landschaftsarchitektur: BL9 Landschaftsarchitekten
TGA-Planung: Energieagentur Berghamer und Penzkofer
Mobilitätskonzept: Stattbau München

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