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Foto: David Boureau

Flexibler Sonnenschutz: Sozialer Wohnbau in Paris

In Richtung Süden, begrenzt von den Gleiskörpern des Gare de Montparnasse, liegt das Grundstück in einem der bevölkerungsreichsten Viertel der französischen Hauptstadt. Entlang der Rue Castagnary fügt es sich zwischen zwei Bestandsbauten ein. Während zum südlicheren Nachbarn eine Lücke bleibt, die gleichzeitig den Zugang zu einem innenhofartigen Garten darstellt, endet es nach Norden hin L-förmig. Dieser Abschluss zum Bestand erfolgt über eine massive Sichtbetonmauer.

Der Wohnbau entwickelt sich über sechs Niveaus parallel zur Straße in die Höhe. In den beiden obersten Stockwerken weicht die Fassade zurück und nimmt dem Baukörper damit an Massivität. Die schräg nach oben zulaufende Fläche endet in einem schlichten Flachdach mit Solarpaneelen.

Das äußere Erscheinungsbild zur Rue Castagnary ist geprägt von der klaren Ablesbarkeit der Geschosse und den damit kontrastierenden raumhohen Sonnenschutzelementen. Sie betonen die Vertikale und scheinen den Baukörper, gemeinsam mit hohen französischen Fenstern, noch weiter in den Himmel zu ziehen. Die Fassade erscheint in einer hellen Hülle aus weißem Metall. Schmale Metalllamellen sind abwechselnd als Fix- oder Schiebeteile ausgeführt und sorgen für ein lebendiges, stets neues Bild. Die Lamellen der beweglichen Abschnitte lassen sich zudem je nach Bedarf schwenken und werden so zum Sicht- und Sonnenschutz.

Im Erdgeschoss fehlen die Lamellen zur Gänze. Stattdessen ist die großzügige Geschäftsfläche durchgehend verglast. Der zentrale Haupteingang führt in den Bereich des Innenhofs, vorbei an Briefkästen, Fahrrad- und Waschraum. Von dort aus erfolgt die außenliegende Erschließung der Appartements. Über den eigenständigen Treppenkörper und einen Lift gelangt man in die fünf Wohngeschosse. Diese teilen sich jeweils in zwei Wohnungen auf, die ein mit Edelstahlnetz abgesicherter Gang verbindet. Es gibt eine größere, nach Süden ausgerichtete Einheit mit Wohnküche Bad und drei Zimmern und das nördliche Pendant mit nur einem zusätzlichen Raum. Der Grunfdriss des obersten Stockwerks tanzt aus der Reihe. Hier sind die Flächenanteile der Appartements vertauscht – die größere Wohnung befindet sich also im Norden. Jede der Einheiten verfügt über einen eigenen südseitigen Balkon.

Neben dem Weiß der Metallelemente dominieren Silber und Grau sämtliche Ansichten des sozialen Wohnbaus. Die Absturzsicherungen vor Fenstern und Balkonen greifen die Materialität der außenliegenden Stahltreppe wieder auf und schimmern in einem silbrig-grauen Farbton. Die Balkone sind mit dunklen Holzdielenböden versehen und komplettieren die Farbpalette.

Die Innenräume folgen dem Farb- und Materialkonzept der Außenansichten. Weiße Fensterrahmen verschwinden in den gleichfarbigen Wänden, welche sich mit grauen Sichtbetonoberflächen abwechseln.

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Weitere Informationen:

Team: Pablo Valdivia, Claudia Valdes, Fancisco Castellanos, Pierre-Alain Bouchetard

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