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Foto: Jussi Tiainen

Formvollendet: Architektenhaus in Westfinnland

Auf einen schmalen, keilförmigen Bauplatz reagieren die Architekten mit einem baulichen Ensemble: Ein zweigeschossiges Haupthaus und ein kleineres Nebengebäude spannen einen Zwischenraum auf, der Geborgenheit und Privatsphäre bietet. Diese wenigen, aber kraftvollen Elemente präsentieren sich als absolutes Zusammenspiel zwischen Entwurf, Material und Ausführung.

Beide Baukörper sind rechteckig und jeweils parallel zur Grundgrenze ausgerichtet. Das Nebengebäude westseitig, ostseitig das Haupthaus. So bleibt, bedingt durch den keilförmigen Bauplatz, mittig ein dreieckiger Freibereich. Die Erschließung erfolgt von Süden her. Hier wirken die Stirnseiten des Gebäudeduos auf den ersten Blick eher verschlossen. Sämtliche Fassaden sind als vertikale Holzlattung ausgeführt. Schlichtes Schwarz sorgt für einen stillen, zurückhaltenden Gesamteindruck. Dieser wird abgerundet durch schmale Rahmenansichten der Fenster und nahtlose Übergänge zwischen Fassade und Dach. Das Weiß des Satteldachs korrespondiert mit einem hellen Sockelbereich.

Beim genaueren Hinsehen entpuppt sich die südseitige Fassade des größeren Hauses – abhängig vom Blickwinkel – als transluzente Hülle. Es wirkt, als hätte man einfach jedes zweite Holz weggelassen. Diese Art Vorhang schützt die dahinter befindliche Veranda vor direktem Sonnenlicht und zu tiefen Einblicken. Sie wird über eine große Aussparung in der Westfassade betreten.

Um vom Ausblick in die Umgebung maximal zu profitieren, planen die Architekten den Wohnraum mit Küche im Obergeschoss des Haupthauses. Dieser Intention folgt auch die Fensteranordnung. Schlafzimmer und Hauswirtschaftsraum hingegen findet man im Erdgeschoss. Das niedrigere Nebengebäude umfasst Büro, Gästezimmer und eine Sauna.

Die Innenräume empfangen mit viel Tageslicht und warmen Holzoberflächen. Letztere bilden einen Kontrast zur dunklen Erscheinung der Baukörper. Schnell stellt sich, trotz reduzierten Designs ein heimeliger Charakter ein. Überall spürt man die Liebe zum Detail und die Leidenschaft, die in die Umsetzung des Projektes investiert wurde.

Die Hölzer in verschiedenen Breiten ergänzen einzelne weiße Elemente, angefangen vom Fußboden im Erdgeschoss, bis hin zu diversen Einbauten und der Küche. Einen besonderen Hingucker bildet die Decke im Wohnraum: Sie folgt der Form der Satteldachs, bis sie im Giebel abgerundet zuläuft.

»House H« erweist sich als wahres Schmuckstück, das demonstriert, wie durch Wissensaustausch und enge Korrespondenz das Optimum eines jeden Projekts erzielt werden kann.

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