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Forschen für Forschungsbau

Das CBMS ist einer von neun Forschungsbauten an deutschen Hochschulen, die der Wissenschaftsrat in der Förderphase 2013 zur Förderung durch Bund und Land empfohlen hat. Als räumliches Abbild der gewünschten Konzeption bezieht er mit einem ganzheitlichen Ansatz die gesamte Prozesskette mit ein: Forschung, Entwicklung und Produktion. Ein wichtiger Baustein neuer Forschungsprozesse ist dabei die Kommunikation.

Kurze Innovationszyklen
»Die moderne Forschung erfordert eine grundlegend neue Arbeitsweise, die das Forschungsgebäude kongenial abbildet«, so Prof. Thomas Schmitz-Rode, Leiter des Clusters Biomedizintechnik an der RWTH Aachen und zusammen mit Prof. Fabian Kiessling Initiator des Projekts. »War sie bislang klassischerweise linear strukturiert, so arbeitet sie heute idealerweise iterativ und in engen Schleifen.« Dr. Robert Farkas vom Institut für Angewandte Medizintechnik erläutert: »Das Engineering wird sozusagen auf den Kopf gestellt – so nehmen wir die Produktionsmöglichkeiten schon im Stadium der Forschung in den Blick.« Die direkte Rückkopplung beim Test des Produkts in die Forschung erlaubt frühzeitige Erkenntnisse und verkürzt Innovationszyklen erheblich; die tatsächliche Marktfähigkeit einer Forschungsidee kann viel schneller überprüft werden.

Kommunikationsarchitektur fördert Interdisziplinarität
Damit im CBMS Experten verschiedener Disziplinen gemeinsam forschen können, muss der Neubau ein hohes Maß an Interdisziplinarität und Zukunftsfähigkeit sicherstellen. »Wir möchten ein Gebäude entwickeln, das neue Möglichkeitsräume für die exponentiell wachsende Komplexität der Forschungsaufgaben bietet und so über den Grundriss exzellente Forschung langfristig befördert«, fasst Thomas Habscheid-Führer, Bereichsleiter Architektur bei Carpus+Partner, die Herausforderung zusammen. Entstanden ist ein Gebäudedesign, das hoch anpassungsfähige Laborbereiche bietet und zugleich Interaktion und Kommunikation belebt. Jede der drei Gebäudeetagen ist in drei Zonen gegliedert: Die Büroräume an der West- und die Laborflächen an der Ostseite bilden eine Spange um einen elementare und alle Zonen verbindenden Kommunikationsbereich.

Geschosshohe Glasfronten grenzen diese Zonen transluzent voneinander ab und sorgen gleichzeitig für freien Blick über alle Arbeitsbereiche. Diese Transparenz spiegelt sich neben der umlaufend verglasten Fassade ebenfalls in vielen Sichtachsen wider, die das geschossübergreifende offene Atrium bietet. Kommunikationsinseln auf den weiteren Ebenen bieten Raum zum formellen und informellen Austausch. Neben Espresso-Bar, Lounge, Bibliothek und Touchdown-Arbeitsplätzen lassen sich dort durch den Einsatz modularer Möbel auch Sitzgruppen, Denkerzellen oder Raum-im-Raum-Lösungen addieren und flexibel umgruppieren.

Forschung, Entwicklung und Produktion unter einem Dach
Flexibilität ist das wesentliche Merkmal der großen Forschungslabore, die die Hälfte jeder Etage einnehmen. Vier kleinere disziplinäre Labore grenzen direkt an Atrium und Kommunikationsbereich. Auf jeder Etage befindet sich eine weitere Laborfläche, die sogenannten System Labs. Diese können je nach zukünftigem Forschungsszenario temporär verändert, modular aufgeteilt und projektbezogen bestückt werden. Ein Zentrallabor, Werkstätten, ein Konferenzsaal für 100 Personen sowie zwei Besprechungsräume ergänzen die gemeinsam genutzten Bereiche, die sich im Parterre um Foyer und Atrium gruppieren. Auf diese Weise bündelt die Architektur des CBMS Forschung, Entwicklung und Produktion unter einem Dach. Darüber hinaus ermöglicht die kommunikative Infrastruktur – sowohl horizontal auf den einzelnen Ebenen als auch vertikal geschossübergreifend – den unmittelbaren Austausch zwischen den verschiedenen Forschergruppen und Disziplinen.

Kurze Werbepause

Der Grundriss des Neubaus befördert interdisziplinäre Forschung; Grafik: Carpus+Partner AG

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